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Reiseexperte Martin Buck „Ich erwarte eher moderate Preissteigerungen“

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Mehr Videokonferenzen?

Die Typologie eines Handlungsreisenden
Der Veteran Quelle: AP
Der Reisemüde Quelle: gms
Der Unentspannte
Der High-Tech-Traveller
Das Greenhorn

Wie werden sich die Reisepreise Ihrer Meinung nach entwickeln?

Die Preise für Flugtickets dürften steigen. Insgesamt erwarte ich eine eher moderate Anhebung, auch weil auf dem deutschen Markt und innereuropäisch Air Berlin als Korrektiv wirkt und die Lufthansa davon abhält, allzu heftig zuzulangen. Allerdings können sich je nach Strecke und Region Unterschiede bei den Preissteigerungen ergeben. Ein Unsicherheitsfaktor im internationalen Luftverkehr bleiben die Emissionsrechte. Ich bin gespannt, was dort passiert, nachdem die USA und China ihren Airlines verboten haben, daran teilzunehmen.

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    Bleibt die Luftverkehrsabgabe?

    Ich fürchte ja – es sieht nicht danach aus, dass Finanzminister Schäuble darauf verzichten wird.

    Der Verband Deutsches Reisemanagement befürchtet, dass auch Hotelübernachtungen teurer werden, nachdem das von den meisten Firmen genutzte Hotelreservierungssystem HRS den Mitbewerber hotel.de übernommen hat?

    Das sehe ich nicht so dramatisch. Abgesehen davon, dass das Kartellamt ein wachsames Auge auf HRS hat, sorgt auch das große Angebot mit seinen zielgruppenspezifischen Produktdifferenzierungen dafür, dass die Bäume nicht in den Himmel wachsen.

    Die großen Reisebüroketten wie BCD travel, Carlson Wagonlit, HRG oder FCM sind auf der ITB schon seit geraumer Zeit nicht mehr vertreten. Warum eigentlich nicht?

    Geschäftsreiseanbieter sind auf der Messe sowieso in der Minderheit. Lufthansa ist nach mehrjähriger Abstinenz zwar wieder mit einem Stand vertreten, aber auch Autovermieter sind zum Beispiel nicht da. Für Geschäftsreiseexperten ist die ITB weniger eine Ausstellermesse sondern mehr ein Netzwerk-Treffpunkt: Im vergangenen Jahr haben rund 2500 Travel Manager die ITB besucht. Und was die von Ihnen erwähnten Geschäftsreise-Ketten angeht, muss sich ohnehin zeigen, wie die ihr Geschäftsmodell weiterentwickeln. Allgemein ist ja ein Trend zur Dezentralisierung zu beobachten, vor allem durch neue mobile Kommunikationstechniken wie die bereits erwähnten Apps, die außerdem die Preistransparenz fördern.

    Sind Videokonferenzen eine Alternative für Geschäftsreisen?

    Im Prinzip ja, und wenn wir wirtschaftlich tatsächlich in eine Krise steuern, könnte das die Entwicklung fördern, zumal ja viele Unternehmen inzwischen die notwendige Infrastruktur haben. Generell gehe ich davon aus, dass Videokonferenzen sich weiter verbreiten werden. Das Problem bleibt aber die Sicherheit dieser Technik. Der Fall des Hackers aus Boston, der sich ohne allzu große Schwierigkeiten in das Videokonferenzsystem von Goldman  Sachs schalten konnte, zeigt, dass es dort einen Riesennachholbedarf gibt.

     

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