Reisekonzern plant Umbau Tui will Fluglinien zusammenlegen

Tui hat offenbar tiefgreifende Umbaupläne: Der Reisekonzern will laut Insidern fünf eigene Fluglinien fusionieren. Die Basis der neuen Airline soll sich in Großbritannien befinden. Bis zu 500 Jobs sind demnach in Gefahr.

Die neu fusionierte Airline soll Insidern nach in Großbritannien ihre Basis haben. Quelle: dpa

Der Reisekonzern Tui will Insidern zufolge die meisten seiner Fluglinien zu einer Gesellschaft fusionieren. In Hannover können dadurch Hunderte Stellen wegfallen. Aus den fünf Fluglinien Tui Fly, Thomson Airways, Tui Fly Nordic, Jetairfly und ArkeFly solle eine neue Gesellschaft mit 140 Flugzeugen werden, sagten drei mit den Planungen vertraute Personen zu Reuters.

Als Basis für die geplante Fluglinie sei die britische Thomson Airways vorgesehen – die Führung unter dem Tui-Airlines-Chef Henrik Homann sowie Verwaltung und Technik sollten dann in Großbritannien angesiedelt werden. Der Schritt, durch den die Kosten insgesamt um 100 Millionen Euro gedrückt werden sollten, gefährde 400 bis 500 Jobs von mehr als 2000 Stellen in Hannover, der Heimat der deutschen Konzern-Airline Tui Fly. Gewerkschaften vor Ort planten bereits Proteste und Klagen, sagten die Insider.

Wie TUI wachsen will

Ein Tui-Sprecher sagte, derzeit würden verschiedene Konzepte geprüft, um das fragmentierte Fluggeschäft von Tui wettbewerbsfähiger zu gestalten. Eine Entscheidung sei nicht gefallen.

Tui sucht bereits länger nach Wegen, um gegenüber den schnell wachsenden Billig-Airlines wie Ryanair oder Easyjet nicht den Anschluss zu verlieren. Es mache Sinn, Funktionen wie Kerosineinkauf und Flugzeug-Leasing in einer Hand zu bündeln, sagte einer der Insider.

Zahlen zu Vergleichsportalen der Reiseanbieter

„Doch warum wird dafür die Plattform mit der höchsten Kostenbasis gewählt?“, sagte er unter Bezug auf Thomson Airways. Nach Aussage einer der Personen werde Thomson den Zuschlag bekommen, um die dortigen Tui-Standorte nach der Abwanderung einiger Jobs nach Hannover wieder aufzuwerten. Die Entscheidung dürfte bis Ostern fallen.

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Nicht Teil des Plans ist die sechste Tui-Fluglinie Corsair. Tui führe Verhandlungen, um die französische Fluglinie zu verkaufen, sagte der Konzernsprecher. Auch hier gebe es noch keinen finalen Beschluss.

Tui fusionierte im Dezember mit dem britischen Ableger Tui Travel. Der neue Tui-Konzern mit 74.000 Mitarbeitern und 18,7 Milliarden Euro Umsatz wird weiter von Hannover ausgeführt. Das Traditionsunternehmen, dessen Ursprünge bis in die 1920er-Jahre zurückreichen, hat damit acht Jahre nach der umstrittenen Abspaltung von großen Teilen des Reisegeschäfts zu Tui Travel wieder die Kontrolle.

Die Aktionäre der beiden Firmen segneten das Zusammengehen im Oktober ab.

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