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Reisewarnung verlängert Der Sommerurlaub vor dem Aus: So ist die Lage

Die Bundesregierung hat die Reisewarnung bis zum 14. Juni verlängert. Der Sommerurlaub gerät damit immer mehr in Gefahr – vor allem für diejenigen, die ins Ausland wollen. Ein Blick auf die aktuelle Lage.

April 2020: Eine fast leere Haupthalle des Flughafen Tegel. Das dürfte noch eine Weile so bleiben. Die Bundesregierung hat die weltweite Reisewarnung für Touristen wegen der Corona-Pandemie bis mindestens 14. Juni verlängert. Die Maßnahme gelte „bis auf weiteres fort, vorerst bis einschließlich 14. Juni 2020“. Damit wären die Pfingstferien in einzelnen Bundesländern, aber noch nicht die Schulferien im Sommer betroffen. Die beginnen erst am 22. Juni. Quelle: dpa
Die Entscheidung über den Sommerurlaub soll aber erst später fallen. In dem Papier aus dem Auswärtigen Amt heißt es, es werde vor dem 14. Juni überprüft, „wie dann weiter zu verfahren“ sei. „Die Entscheidung über eine Verlängerung der Reisewarnung muss im Zusammenhang gesehen werden mit den EU-Einreisebeschränkungen an den Außengrenzen, Quarantänebestimmungen in Deutschland bei Rückreise sowie den EU-Binnengrenzkontrollen.“ Diese Maßnahmen sollten in ihrer Gültigkeitsdauer aufeinander abgestimmt werden. Das Auswärtige Amt sei dazu mit den europäischen Partnern im Gespräch. Quelle: dpa
In normalen Zeiten machen die Deutschen viel lieber Urlaub im Ausland als zu Hause in Deutschland. 2019 gingen nach einer Analyse der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen von den 70,8 Millionen Urlaubsreisen der Deutschen 74 Prozent ins Ausland. Doch nicht nur hierzulande sind die Aussichten eher schlecht, auch die meisten Lieblingsurlaubsländer der Deutschen geben bislang wenig bis keinen Grund zur Hoffnung auf den Sommerurlaub... Quelle: dpa
Letztlich hängt alles davon ab, wie sich die Situation in den Hauptreisezielen entwickelt, die zum Teil zu den am stärksten von der Corona-Pandemie betroffenen Ländern gehören. Quelle: dpa
Der Tourismus ist der am heftigsten von der Krise getroffene Geschäftszweig in Italien. Quelle: REUTERS
Österreich Deutschlands südliches Nachbarland ist Urlaubsziel vieler Deutschen und das einzige Land, das bereits große Schritte in der Öffnung des Landes gemacht hat. Anfang Mai erweitert Österreich seinen Öffnungsplan auf fast alle Dienstleistungen. In Österreich dürfen ab 29. Mai die Hotels wieder öffnen. Lokale dürfen unter der Einhaltung von Regeln bereits am 15. Mai wieder öffnen. Pro Tisch dürfen vier Erwachsene sowie die dazu gehörigen Kinder sitzen, sagt Tourismusministerin Elisabeth Köstinger. Die generelle Abstandsregel von einem Meter gilt nicht für Gäste, die an einem Tisch sitzen. Die Öffnungszeiten werden vorerst von 06.00 Uhr bis 23.00 Uhr begrenzt. Auch beim Tourismus für ausländische Gäste möchte Kanzler Sebastian Kurz erste Schritte machen. Ein Zurück zur gewohnten Reisefreiheit sei bisher zwar nicht absehbar, meinte Kurz. Denkbar seien aber Vereinbarungen mit Nachbarländern mit ähnlich günstigen Corona-Zahlen wie Deutschland und Tschechien. Für deutsche Sommerurlauber könnte Österreich also möglicherweise noch ein Sommerziel sein – oder werden. Sicher ist das aber noch nicht. Quelle: dpa
SpanienParty auf Mallorca, Relaxen auf den Kanaren? Eher nicht. Zwar kündigte die spanische Regierung einen Vier-Phasen-Plan an, mit dem man voraussichtlich bis Ende Juni zu einer „neuen Normalität“ finde und der unter anderem die Öffnung von Geschäften, Lokalen und letztlich auch Theatern und Hotels beinhaltet. Der Tourismus werde in Spanien aber wohl nicht vor Jahresende in Gang kommen, warnte Madrid. Das Land werde die touristischen Aktivitäten erst dann wieder aufnehmen, wenn es „Garantien für außerordentlich sichere Bedingungen“ gebe, sagte Regierungssprecherin María Jesús Montero. Im Sommer werde es mit Sicherheit noch nicht so weit sein, meinte Arbeitsministerin Yolanda Díaz. Quelle: imago images
Stillstand in Paris: Keine Besucher am Eiffelturm Quelle: REUTERS
Aus der Türkei kommen zuversichtliche Töne. Quelle: imago images
GriechenlandAuch in Griechenland ist man im Gegensatz zu anderen Mittelmeerregionen positiv gestimmt: Athen will die bisherigen Beschränkungen im Land ab dem 4. Mai lockern und ab dem 1. Juni sollen auch ganzjährige Hotels wieder öffnen dürfen, erklärt Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis. Der Neustart des internationalen Flugverkehrs solle aber innerhalb der EU besprochen werden – und diesbezüglich sind die meisten anderen EU-Länder noch sehr viel zurückhaltender. Quelle: AP
Der Reiseverband DRV warnte vor einem „pauschalen Abgesang“ auf den Sommerurlaub. DRV-Präsident Norbert Fiebig kritisierte, Aussagen, den Sommerurlaub abzuschreiben oder ausschließlich in Deutschland für möglich zu halten, seien derzeit „in keiner Weise zielführend“. Fiebig forderte ein „positives Zeichen, dass Reisen wieder möglich sein werden – natürlich unter Beachtung entsprechender Hygiene- und Vorsichtsmaßnahmen“. Notwendig sei eine differenzierte Debatte und kein „pauschaler Abgesang“ auf den Sommerurlaub. Quelle: dpa
Bundesentwicklungsminister Gerd Müller hält Sommerurlaub auch außerhalb Deutschlands für möglich. „Urlaub in Deutschland kann in diesem Sommer wieder möglich sein“, sagte der CSU-Politiker den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Ich glaube auch, dass es in der Mittelmeer-Region eine Chance dazu gibt – einschließlich in Nordafrika.“ Der Tourismus sei für nordafrikanische Staaten wie Tunesien, Marokko oder Ägypten ein wichtiger Wirtschaftszweig, sagte der Minister. Voraussetzung für Reisen in die Region seien aber „funktionierende Hygiene-Konzepte nach europäischen Standards“, betonte Müller. Quelle: dpa
Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, geht hingegen davon aus, dass auf absehbare Zeit keine Fernreisen möglich sein werden. „Fernreisen werden sicherlich auf eine gewisse absehbare Zeit nicht stattfinden“, sagte der CDU-Politiker dem Radiosender Bayern 2. „Wir hoffen zwar, dass, wenn die Gesundheit es zulässt, die Reisebeschränkungen Schritt für Schritt wieder zurückgenommen werden können und wir wenigstens in Europa jetzt schnell wieder reisen können. Aber das ganze geht wirklich nur langsam voran und ich glaub, dass dieses Jahr wirklich Heimaturlaub angesagt ist.“ Quelle: dpa
 „Solange es Ausgangssperren gibt in vielen Ländern, wird dort auch kein Urlaub zu machen sein“ Quelle: dpa
Und was meinen die potenziellen Urlauber? Sie sind gespalten. Nach einer YouGov-Umfrage sind 48 Prozent dafür, die wegen der Corona-Pandemie erlassene Ausreisesperre auch im Sommer aufrecht zu erhalten. 20 Prozent sind für eine Öffnung der Grenzen zu einzelnen Ländern. Nur 13 Prozent plädieren dafür, schon im Sommer den Reiseverkehr innerhalb der Europäischen Union wieder vollständig zu erlauben. Fast ein Drittel der Deutschen (31 Prozent) haben ihre Urlaubspläne für den Sommer laut der Umfrage ohnehin bereits über den Haufen geworfen. 18 Prozent sind bei ihren Reiseplänen geblieben. 42 Prozent der Befragten wollen nach jetzigem Stand angesichts der Corona-Krise gar keinen Urlaub mehr machen. 16 Prozent sind trotz der derzeitigen Reisebeschränkungen entschlossen, ins Ausland zu reisen. 13 Prozent planen einen Urlaub in Deutschland. 23 Prozent haben sich noch nicht entschieden, sechs Prozent machten keine Angaben. Vom Urlaub auf Balkonien dürfte also immer häufiger die Rede sein. Mehr zum Thema: Gibt es eine Geld-zurück-Garantie für Reisen? Lesen Sie hier das Interview mit der Versicherungsexpertin Kerstin Becker-Eiselen, welche Ansprüche verhinderte Urlauber haben. Quelle: imago images
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