WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Riesenkrach bei Europas Fluggesellschaften Streit um Golf-Airlines spaltet die Branche

Seite 2/2

Die Spaltung ist für die Branche gefährlich

Doch ohne British Airways, Europas nach Umsatz drittgrößte und nach Profitabilität größte Traditionslinie, droht der Verband bedeutungslos zu werden und vielleicht sogar ganz auseinander zu fallen.

Das wäre für die Branche gefährlich. Zum einen drohen die Belange der Fluglinien ohne eine starke Interessenvertretung bei der immer mächtigeren europäischen Regierung in Brüssel weiter ins Hintertreffen zu geraten. Dann befürchten Flugmanager weitere Regulierungen, während Bestrebungen zu einer Konsolidierung der Branche Opfer der Wettbewerbshüter werden könnten. Das, so die Angst der Airliner, erschwert eine Gesundung der Branche nach dem Vorbild der USA, wo nach einer Reihe von Zusammenschlüssen die Fluglinien profitabler denn je fliegen.

Die Konsolidierung erleichtert den amerikanischen Airlines zudem den Kampf gegen die Generation Golf. Besonders die Marktführer Delta und American wehren sich in einem engen Schulterschluss mit ihren Gewerkschaften gegen den Vorstoß der Golflinien, indem sie die arabischen Angreifer mit dem Vorwurf unzulässiger Subventionen als unfaire Wettbewerber unter Druck setzen wollen, ein in den ohnehin etwa protektionistischeren USA höchst populärer Vorwurf.

In Europa hingegen schwächt die Spaltung der Branche den Einfluss auf die Politik und erleichtert den Vorstoß der Golflinien. Das trifft die Deutsche Lufthansa mehr als andere. Unter dem wachsenden Wettbewerb, der für die Passagiere im ersten Schritt niedrigere Preise bedeutet, leidet sie besonders. Weil die Mehrheit der LH-Reisenden außerhalb der Drehkreuze Frankfurt und München wohnen, können die Konkurrenten der Kranichlinie leicht Kunden mit Direktflügen von anderen Flughäfen abjagen.

Beim Konkurrenten British Airways ist das zum Beispiel weniger ein Problem, weil die gut zahlenden vor allem Geschäftsreisenden überwiegend im Hauptflughafen London zusteigen.

Chancen für die AEA

Noch ist die Sache freilich nicht zu Ende. Am Ende könnte sich die AEA mit den anderen Organisationen zusammentun. Der Verband der Charterlinien IACA oder der Billigclub ELFAA wären mögliche Kandidaten - auch wenn die bislang eher Nutznießer der europäischen Liberalisierung waren. Doch eine ungehemmte Expansion der Golflinie, noch dazu mit Hilfe staatlicher Subventionen, schadet am Ende auch den Urlaubs- und Billigfliegern.

Und dann wären Lufthansa & Co nicht nur mit BA und deren Konzernschwestern vereint. Der Verband wäre dann auch mächtig genug, seine Interessen besser zu vertreten.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
Zur Startseite
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%