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Roland Koch CDU-Politiker: Rückkehr in die Politik möglich

Nach seinem Ausscheiden als Vorstandschef des Dienstleistungskonzerns Bilfinger liegt der Entschluss über eine Rückkehr von Roland Koch in die Politik laut CDU-Parteifreunden allein bei ihm selbst. „Wo er sich künftig engagieren will, entscheidet er allein“, sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Bareiß.

Obwohl Koch seine ehrgeizigen Ziele verfehlte, will der Aufsichtsrat an seinem strategischen Kurs festhalten. Quelle: dpa

Er betonte: „Ich schätze Roland Koch sehr, und die CDU kann froh sein, einen wie ihn in den eigenen Reihen zu haben.“

Auch der CDU-Parlamentarier Wolfgang Bosbach sagte: „Das ist ganz allein seine Entscheidung.“ Bareiß und Bosbach gehören dem konservativen „Berliner Kreis“ innerhalb der CDU an. Die hessische Staatskanzlei erklärte ebenfalls auf Anfrage, es handele sich um Kochs Entscheidung.

Der frühere hessische CDU-Ministerpräsident Koch (56) soll zum 8. August aus dem Konzern ausscheiden. Als Grund wurden schlechte Nachrichten für das Unternehmen angegeben. Aus der CDU-Zentrale verlautete, so kurz nach der Bekanntgabe des Ausscheidens bei Bilfinger sei in der Partei eine Rückkehr in die Politik noch kein Thema.

Ohne politisches Amt dürfte eine Rückkehr für Koch aber zunächst schwer werden. Er war vor seinem Wechsel zu Bilfinger 2010 als Ministerpräsident zurückgetreten und als stellvertretender CDU-Vorsitzender bei der folgenden Bundesvorstandswahl nicht wieder angetreten. Ihm folgte auf beiden Posten Volker Bouffier aus Hessen nach.

Steinbrück heuert bei der ING-DiBa an
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Der Ex-Gesundheitsminister Daniel Bahr ist ab November Generalbevollmächtigter bei Allianz Private Krankenversicherung (APKV). Quelle: dapd
parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium Ursula Heinen-Esser (l) Quelle: dpa
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Bundestagsabgeordnete und Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Jan Mücke Quelle: dpa

Koch gehörte zu den CDU-Politikern, deren Parteikarriere wegen Merkels Stärke an der Spitze auf lange Sicht für ausgeschöpft gehalten wurde. 1999 war auch der hessische Landesverband in die CDU-Spendenaffäre verwickelt, in deren Verlauf Koch zugeben musste, zu den Hintergründen gelogen zu haben.

In der Union hat Koch oft die Themen der Konservativen besetzt, was für die Vielfalt der Partei als wichtig galt. Sein Ausscheiden aus der Politik war in diesen Kreisen bedauert worden. Befürchtungen wurden laut, der konservative Flügel der CDU werde geschwächt. Bei seinem Wechsel 2010 sagte Koch, Politik sei ein faszinierender Teil seines Lebens, „aber Politik ist nicht mein Leben“.

Der Aufsichtsrat des Bau- und Dienstleistungskonzerns Bilfinger hat Vorstandschef Roland Koch wegen des mehrfachen Verfehlens der internen Gewinnziele zum Rücktritt gedrängt. Interne Ziele, die der Vorstand mit dem Aufsichtsrat vereinbart habe, seien wiederholt verfehlt worden, erklärte Aufsichtsratschef Bernhard Walter am Dienstag. Zugleich habe der Aufsichtsrat die Gewinnziele immer wieder als zu ehrgeizig eingeschätzt. Die Stimmung im Aufsichtsrat sei schon länger angespannt gewesen. "Bei fortgesetztem Vertun kippt die Stimmung in Richtung Vertrauensverlust", ergänzte er. Walter zufolge legten die Anteilseigner und nicht die Arbeitnehmervertreter Koch das Ausscheiden nahe.

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Der Umbau des Konzerns stärker hin zu Dienstleistungen gehe uneingeschränkt weiter, sagte Walter. Über diese Strategie habe es keinen Dissens gegeben, bekräftigte der Aufsichtsratschef. Ein weiterer Stellenabbau sei derzeit nicht geplant. Im ersten Halbjahr habe der Konzern, der in der kommenden Woche die Zahlen zum zweiten Quartal bekannt gibt, schwarze Zahlen geschrieben

Trotz alles Kritik, will der Aufsichtsrat auch nach dem Abgang von Koch an dessen strategischem Kurs festhalten. „Die von Herrn Koch initiierten strategischen Initiativen sind alle richtig, wurden vom Aufsichtsrat voll mitgetragen“, sagte der Chef des Kontrollgremiums, Bernhard Walter, am Dienstag in Frankfurt am Main. Auch die Internationalisierung solle weiter vorangetrieben werden. Vor diesem Hintergrund werde Bilfinger die Verpflichtungen gegenüber Koch bis zum Vertragende im Februar 2016 erfüllen, sagte Walter. Der scheidende Chef bekommt also noch rund anderthalb Jahre weiter Geld. Für das Jahr 2013 erhielt Koch gut 2,35 Millionen Euro.

Koch soll in den kommenden Tagen von seinem Vorgänger Herbert Bodner abgelöst werden. Dies soll laut Walter wieder Ruhe nach innen und außen bringen. So sollten auch das Vertrauen und die Glaubwürdigkeit gestärkt werden. Bodner kennt das Geschäft gut: Er hatte vor dem Amtsantritt Kochs Mitte 2011 an der Bilfinger-Spitze gestanden und die Umwandlung vom Baukonzern zum Dienstleister für Wartungen rund um Industrieanlagen, Kraftwerke und Immobilien eingeleitet.

Koch hatte diese Strategie übernommen und vorangetrieben. Bodner soll nun bis Ende Mai 2015 Übergangschef bei Bilfinger und danach - wie angekündigt - Vorsitzender des Aufsichtsrats werden, sagte Walter.

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