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Rückgang um fast 90 Prozent Hotelumsätze derzeit ähnlich schlecht wie im Frühjahrslockdown

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Leeres Zimmer: Auch der Lockdown Light schlägt dramatisch auf die Umsätze der Hotels durch. Quelle: dpa

Die aktuellen Corona-Reiseeinschränkungen treffen die Hoteliers immer stärker. Der Umsatz ist um beinahe 90 Prozent eingebrochen, weil neben der Auslastung auch die Zimmerpreise stark gefallen sind.

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Der aktuelle Lockdown light trifft die deutschen Hotels fast genauso hart wie das fast komplette Reiseverbot im April. Laut einer internen Übersicht des Hotelverbands Deutschland (IHA) von Freitag ist der durchschnittliche Erlös je verfügbarem Zimmer (RevPAR) in der vergangenen Woche im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 89 Prozent gefallen.

Bei den im IHA Performance Barometer untersuchten 640 Häusern sanken die Einnahmen pro verfügbarem Zimmer und Nacht von 68 Euro im Jahr 2019 auf 7,80 Euro. „Damit liegen die Zahlen fast wieder auf dem Niveau des Frühjahrs“, so IHA-Referent Tobias Warnecke. Damals sank die Kenngröße um bis zu 95 Prozent.

Während der Urlaubszeit im August stieg der Wert zwar immerhin auf stellenweise fast 50 Prozent des Vorjahres. Bis zum Beginn des Lockdowns Anfang November sank die Zahl allerdings wieder auf ein Viertel. Die in der Branche als RevPAR abgekürzte wichtigste Messgröße enthält nur den Logisumsatz ohne Steuern oder Nebeneinnahmen wie Frühstück oder andere Serviceleistungen.

Für den dramatischen Einbruch sorgt vor allem die deutlich geringere Auslastung der Häuser von lediglich zwölf Prozent gegenüber noch 72,3 Prozent im Vorjahreszeitraum. Verstärkt wird der Effekt durch den Verfall der Zimmerpreise. Mit durchschnittlich nur noch 65 Euro pro Nacht erlösten die Hotels 30 Prozent weniger als im Vorjahr. Im Sommer zahlten die Kunden dagegen nur neun Prozent weniger als 2019 und vor Beginn des Lockdowns im Schnitt nur rund 14 Prozent weniger.

Die Krise trifft die einzelnen Segmente der Übernachtungsbranche unterschiedlich. Die größten Einbußen haben Häuser mit vier oder fünf Sternen. Hier sank der RevPAR-Zimmerumsatz um fast 92 Prozent. Zwei-Sterne-Betriebe kamen hingegen mit gut 85 Prozent Rückgang davon.

Zumindest für die wenigen Reisenden, die noch ein Zimmer buchen, ist die Entwicklung erfreulich. Wer als Geschäftsreisender oder Tourist mit einem dringenden Grund unterwegs ist, zahlt in Vier- und Fünf-Sterne-Häusern deutlich weniger als während der Krise im Frühjahr. In der vorigen Woche kostete die Nacht in einem der besten Häuser mit gut 90 Euro volle 47 Euro weniger als im Frühjahr. Bei den Budgetbetreiben waren es mit 53 Euro im Schnitt nur drei Euro weniger als im ersten Lockdown.

Mehr zum Thema: Die Corona-Hilfsprogramme sind bürokratisch, widersprüchlich und wenig zielgenau. Die Regierung muss nachbessern, fordert Ökonom Stefan Kooths in einem Gastbeitrag.

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