WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

RWE, Ceconomy, Bilfinger, K+S Die Quartalszahlen des Tages

RWE, Ceconomy, K+S, Bilfinger: Die Quartalszahlen des Tages Quelle: dpa

Eine neue Abschreibung auf den Metro-Anteil beschert dem Elektronikhandelskonzern Ceconomy Verlust und auch RWE legt einen gedämpften Halbjahresgewinn vor. Die Ergebnisse im Überblick.

  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:

Zahlreiche Firmen legen dieser Tage ihre aktuellen Quartals- und Halbjahresbilanzen vor. Ein Überblick über die wichtigsten Ergebnisse vom Dienstag:

Neue Abschreibung auf Metro-Anteil beschert Ceconomy Verlust
Die Beteiligung am Handelsriesen Metro wird für die Elektronikhandelsholding Ceconomy immer mehr zur Belastung. Eine erneute Wertberichtigung auf den rund zehnprozentigen Metro-Anteil von rund 138 Millionen Euro drückte Ceconomy im dritten Quartal tief in die Verlustzone. Unter dem Strich und nach Minderheiten schrieb der Mutterkonzern von Media Markt und Saturn ein Minus von 104 Millionen Euro. Der Umsatz stagnierte bei 4,6 Milliarden Euro – Analysten hatten mit 4,7 Milliarden Euro gerechnet. Den operativen Verlust (Ebit) konnte Ceconomy auf 30 (Vorjahr: Minus 49) Millionen Euro eindämmen. Im Online-Geschäft konnte die Holding Zuwächse verbuchen.

Ceconomy wolle im Geschäftsjahr 2017/18 den operativen Ertrag sowohl beim Ebitda als auch beim Ebitda „im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich“ steigern, hieß es weiter. Ergebnisbeiträge aus der französischen Beteiligung Fnac Darty sind dabei nicht berücksichtigt. Der Umsatz soll leicht zulegen.

Niedrige Stromhandelspreise dämpfen Gewinn von RWE
Der Energiekonzern RWE kämpft vor der Zerschlagung der Tochter Innogy mit Gewinneinbußen. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sei im ersten Halbjahr bezogen auf die Kennziffer „RWE stand alone“ auf 1,1, Milliarden Euro nach 1,4 Milliarden im Vorjahreszeitraum geschrumpft, teilte der Konzern mit. Damit traf RWE die Markterwartungen. Im Gesamtjahr peilt RWE 1,4 bis 1,7 Milliarden Euro an. Der Rückgang sei vor allem auf die niedrigeren Stromgroßhandelspreise zurückzuführen. „RWE stand alone“ umfasst die Kerngeschäftsfelder Braunkohle & Kernenergie, Europäische Stromerzeugung und Energiehandel sowie die Dividende der Tochter Innogy. Die mit E.On geplante Zerschlagung von Innogy gehe weiter voran, hieß es.

Bilfinger schreibt wieder schwarze Zahlen
Der kriselnde Industriedienstleister Bilfinger hat im zweiten Jahresviertel dank einer anziehenden Nachfrage aus der Chemie- und Energieindustrie wieder einen Gewinn ausgewiesen. Unter dem Strich betrug der Gewinn zwölf Millionen Euro. Ein Jahr zuvor hatte dort noch ein Verlust von 7 Millionen Euro gestanden. Auch im eigentlichen Geschäft lief es für Bilfinger besser. Der Umsatz kletterte von April bis Juni im Jahresvergleich um sechs Prozent auf knapp 1,1 Milliarde Euro. Aus eigener Kraft legten die Erlöse sogar um zehn Prozent zu. Der Auftragseingang wuchs um 15 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro. Der operative Gewinn (bereinigtes Ebita) betrug 12 Millionen Euro, nach einem Minus von 43 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Allerdings hatten im Vorjahr Risikovorsorgen für Altprojekte in den USA das Ergebnis deutlich belastet.
Die Ziele für das Gesamtjahr bestätigte Bilfinger. Für 2018 erwarten die Mannheimer weiterhin beim operativen Ergebnis (bereinigtes Ebita) eine deutliche Steigerung auf einen mittleren bis höheren zweistelligen Millionen-Euro-Betrag. Zudem will Bilfinger den Auftragseingang aus eigener Kraft um einen mittleren einstelligen Prozentsatz steigern. Der Umsatz soll im Vergleich zu 2017 (4,04 Milliarden Euro) organisch stabil bleiben bis leicht zulegen.

Kosten für Kanada-Werk brocken K+S Verlust ein
Hohe Aufwendungen rund um das neue Kali-Werk in Kanada haben dem Dünger- und Salzproduzenten K+S im zweiten Quartal einen Verlust eingebrockt. Hinzu kamen Produktionsprobleme. Trotz eines Umsatzwachstums um mehr als 9 Prozent auf 812 Millionen Euro stand unter dem Strich daher ein Minus von gut 9 Millionen Euro, wie der MDax-Konzern berichtete. Vor einem Jahr war noch ein Gewinn von knapp 19 Millionen Euro verbucht worden.
Der jüngste Fehlbetrag lag hauptsächlich an hohen Abschreibungen und den Zinsen für die Finanzierung des kanadischen Werkes in Bethune. Dabei handelt es sich aber um vorübergehende Effekte. Der steigende Gewinnbeitrag des Werkes, das weiter hochgefahren wird, soll das nach und nach ausgleichen. Zumindest beim Umsatz machte sich das schon bemerkbar: Der höhere Absatz aus der gestiegenen Produktion sowie höhere Preise führten im Kaligeschäft zu einem Plus von 14 Prozent.

Windturbinenbauer Nordex verbucht Verlust
Der Wettbewerbsdruck und Preiskampf in der Windenergiebranche haben Nordex im ersten Halbjahr einen Verlust eingebrockt. Vorstandschef Jose Luis Blanco kündigte an, 2018 und 2019 würden herausfordernde Jahre. Doch der um knapp 80 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro gestiegene Auftragseingang und laufende Kosteneinsparungen stimmten ihn zuversichtlich, im zweiten Halbjahr 2018 aufzuholen und die Jahresziele zu erreichen. Anleger blieben indes skeptisch: Die Aktie gab um 3,4 Prozent nach. „Während im Heimatmarkt Deutschland die Auftragslage in der Windenergiebranche weiterhin stagniert, konnte Nordex in den internationalen Märkten zahlreiche Aufträge gewinnen“, so Blanco. Stärkste Einzelmärkte seien Amerika, Brasilien, Mexiko und USA gewesen, in Europa Frankreich, Türkei und Schweden.
Im ersten Halbjahr verbuchte Nordex bei einem Umsatzrückgang um rund 36 Prozent auf 957 Millionen Euro operativ einen Fehlbetrag (Ebit) von 35,8 Millionen Euro an nach einem Gewinn von 49,4 Millionen vor Jahresfrist. Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) brach das Ergebnis auf 38,4 (Vorjahr: 117,5) Millionen Euro ein. Die Ebitda-Marge erreichte damit nur noch 4,0 (7,8) Prozent. Im Gesamtjahr peilt Blanco einen Rückgang der Erlöse auf 2,4 bis 2,6 (Vorjahr: 3,08) Milliarden Euro vorsehen und eine operativen Umsatzrendite (Ebitda-Marge) von vier bis fünf (7,9) Prozent. Seit 2017 werden in Deutschland Windprojekte öffentlich ausgeschrieben. Wer die geringste Vergütung verlangt, erhält den Zuschlag. Deutschland ist mit knapp 30 Prozent vom Umsatz für Nordex einer der wichtigsten Märkte

Deutsche Wohnen profitiert von Wohnungsknappheit in Metropolen
Steigende Mieten haben dem Immobilienkonzern Deutsche Wohnen im ersten Halbjahr im laufenden Geschäft mehr Gewinn eingebracht. Die meisten Immobilien des Unternehmens liegen in Ballungszentren, wo es immer weniger bezahlbaren Wohnraum für geringere Einkommen gibt. In der ersten Jahreshälfte legte das Betriebsergebnis im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 12,5 Prozent auf 248,5 Millionen Euro zu, wie der MDax-Konzern mitteilte. Für das Gesamtjahr peilt die Deutsche Wohnen hier weiterhin rund 470 Millionen Euro an. Das wären fast neun Prozent mehr als 2017.
Unter dem Strich blieben im ersten Halbjahr allerdings nur 652,7 Millionen Euro als Gewinn hängen – ein Rückgang im Vergleich zum Vorjahr von 2,9 Prozent. Die Deutsche Wohnen – Konkurrent von Vonovia, LEG Immobilien und TAG Immobilien – vermietet bundesweit mehr als 160.000 Wohnungen und Gewerbeeinheiten. Zum Angebot gehören auch Pflegeheime.

Jetzt auf wiwo.de

Sie wollen wissen, was die Wirtschaft bewegt? Hier geht es direkt zu den aktuellsten Beiträgen der WirtschaftsWoche.
Diesen Artikel teilen:
  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%