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Ryanair, Panasonic, Julius Bär Die Quartalszahlen des Tages

Erst Mitte Januar hatte Ryanair seine Ziele für das Geschäftsjahr 2018/19 zum zweiten Mal gesenkt. Quelle: dpa

Extrem niedrige Ticketpreise haben Billigflieger Ryanair ein Quartalsminus beschert und auch Panasonic kappt nach einem Gewinnrückgang die Prognose. Die Ergebnisse des Tages.

In diesen Tagen legen viele Unternehmen ihre Quartalsberichte vor. Ein Überblick über die wichtigen Entwicklungen aus der Unternehmenswelt am Montag:

Ryanair schreibt im dritten Quartal rote Zahlen

Europas größter Billigflieger Ryanair hat wegen niedrigerer Ticketpreise im dritten Quartal einen Verlust von 20 Millionen Euro erzielt. Auch für den weiteren Geschäftsverlauf zeigte sich das Management skeptisch. „Wir teilen nicht die jüngsten optimistischen Aussichten einiger Wettbewerber, wonach die Sommerflugpreise 2019 steigen werden“, teilte das Management mit. Ryanair gehe davon aus, dass es keine weiteren Ausfälle von europäischen Fluggesellschaften geben werde und daher 2019 weiterhin mit überschüssigen Kapazitäten auf der Kurzstrecke zu rechnen sei. Erst Mitte Januar hatte Ryanair seine Ziele für das Geschäftsjahr 2018/19 zum zweiten Mal gesenkt.

Panasonic kappt nach Gewinnrückgang Prognose

Panasonic hat nach einem Gewinnrückgang im wichtigen Weihnachtsgeschäft seine Jahresprognose an den Nagel gehängt. Im dritten Quartal sei das Betriebsergebnis wegen einer schwächeren Nachfrage nach Haushaltsgeräten wie Kühlschränken und Föns sowie Ausrüstung für Fabriken in Folge des US-chinesischen Handelsstreits um fast ein Fünftel auf 97,6 Milliarden Yen (umgerechnet 777 Millionen Euro) gefallen, teilte der japanische Elektronikkonzern am Montag mit. Dies ist deutlich weniger als von Analysten erwartet. Daraufhin senkte Panasonic seine Erwartungen an das im März endende Geschäftsjahr 2018/19 um fast ein Zehntel auf 3,07 Milliarden Euro.

Für den einzigen Lichtblick sorgte zuletzt die Batteriesparte, die Panasonic zusammen mit dem US-Elektroautopionier Tesla betreibt. Sie schrieb mit 131 Millionen Euro den ersten Betriebsgewinn seit drei Quartalen. Panasonic ist der einzige Zulieferer für die US-Amerikaner. Zuletzt machten den Japanern hohe Investitionen in den Ausbau des Geschäfts zu schaffen. Allerdings erhoffen sie sich nun neue Impulse durch die Ambitionen Teslas, 2019 jedes Quartal einen Gewinn zu schreiben.

Julius Bär rüstet sich mit Sparprogramm für raues Umfeld

Die Schweizer Privatbank Julius Bär schwenkt angesichts turbulenter Kapitalmärkte auf einen Sparkurs ein und steckt sich weniger ambitionierte Mittelfristziele. In den kommenden zwei Jahren will die größte Schweizer Privatbank ihre Kosten um 100 Millionen Franken senken. Dieses Ziel will Bankchef Bernhard Hodler unter anderem mit einem Stellenabbau im Umfang von zwei Prozent der Belegschaft erreichen. Er sprach am Montag von "einem für die gesamte Branche herausfordernden Umfeld": Zwar seien die vermögenden Kunden der Bank seit Jahresbeginn wieder etwas aktiver als im November und Dezember, als sie sich wegen der turbulenten Märkte mit Käufen und Verkäufen von Wertpapieren zurückgehalten hatten. Dennoch handelten die Kunden noch nicht wieder so viel wie noch vor einem Jahr.

Das spiegelt sich auch in den neuen mittelfristigen Zielen der Bank: Sie peilt nunmehr eine Vorsteuer-Marge von 25 bis 28 Basispunkten an – und nicht mehr wie zuletzt von über 30. Zudem soll die Kosten-Ertragsrelation mittelfristig bei unter 68 Prozent liegen – statt der bislang anvisierten 64 bis 68 Prozent. Je niedriger sie ausfällt, umso effizienter arbeitet eine Bank. Beide Ziele erreichte Bär im vergangenen Jahr nicht. Die Aktie gab vor dem offiziellen Börsenstart gut vier Prozent nach.

Der um Abschreibungen und Restrukturierungskosten bereinigte Gewinn lag 2018 bei 810 Millionen Franken und damit leicht über dem Jahr davor. Bär profitierte dabei unter anderem von einer guten Entwicklung in der ersten Jahreshälfte. Die Aktionäre sollen eine Dividende von 1,50 (Vorjahr: 1,40) Franken erhalten.

Der Einbruch an den Märkten lastete zu Jahresende auch auf der Entwicklung der Kundengelder: Die verwalteten Vermögen – und damit eine wichtige Basis für die künftigen Einnahmen der Bank – schrumpften im Jahresvergleich um zwei Prozent auf 382 Milliarden Franken. Dennoch gelang es dem Institut weiterhin, neues Geld einzusammeln: Das sogenannte Netto-Neugeld wuchs im Vergleich zum gesamten Bestand um 4,5 Prozent – und damit innerhalb der Zielbandbreite von vier bis sechs Prozent. Das erreichte Bär auch durch die Einstellung neuer Kundenberater. Wenn sie von der Konkurrenz zur Bär wechseln, dann folgt ihnen auch ein Teil ihrer bisherigen Kunden. Auch künftig will Bär an der Einstellung neuer Berater festhalten – trotz Sparprogramm.

Stabilus senkt nach Umsatz- und Gewinnrückgang Jahresziele

Der Auto- und Industriezulieferer Stabilus hat im ersten Quartal Umsatz- und Gewinneinbußen verbucht. Der Umsatz schrumpfte um 2,4 Prozent auf 225 Millionen Euro, der bereinigte operative Gewinn (Ebit) sank um 9,1 Prozent auf 30,8 Millionen Euro, wie Stabilus mitteilte. Der Gewinn fiel auf 17,7 (Vorjahr: 21,7) Millionen Euro. Für das Geschäftsjahr 2018/2019 schraubt das Management wegen der Schwäche des globalen Automobilmarktes seine Erwartungen zurück. Nun werde nur noch ein Umsatzanstieg von zwei Prozent auf rund 980 Millionen Euro anvisiert anstatt fünf Prozent.

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