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Sanierungsplan Wie Stefan Pichler Air Berlin retten will

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Die nächsten Phasen des Pichler-Plans

Phase 2: Mehr Einnahmen

Beginn: 1. Mai 2015, Ende März 2016

Weil aus Sicht von Konzernchef Pichler nach den kaum erfolgreichen Sparprogrammen ein weiteres wenig bringt, setzt er auf im Schnitt höhere Preise. Das beginnt am 1. Mai mit einem neuen Tarifkonzept mit vier Gruppen von Branded Fares genannten Tarifen mit beruhigenden Namen wie "JustFly". Hinter dem in der Branche „Shut up and fly“ (Mundhalten und Fliegen) genannten Tarif steckt ein klassisches Billigflieger-Ticket ohne Extras wie Koffer oder Sitzplatzwahl. Damit, so Pichlers Hoffnung, bucht jeder der mit Gepäck reisen will einen teureren Tarif und packt weitere Extras dazu.

Es folgen gestaffelt weitere Klassen mit kostenloser Gepäckbeförderung, Umbuchbarkeit, mehr Meilen im Bonusprogramm, Loungezugang und bevorzugter Abfertigung – aber ohne die Extras der quasi-Business-Class bei Germanwings oder Vueling. Die bieten mehr Platz und Gratis-Essen.

Weltweit rastlos: Der Lebenslauf des Stefan Pichler

Mehr Einnahmen verspricht sich Pichler auch von einem besseren Flugplan. Dabei kürzt er selten beflogene Routen, besonders solche abseits seiner Hauptflughäfen Düsseldorf, Berlin oder München. Im verbleibenden Netz will er im Schnitt höhere Preise durchsetzen, indem er Tickets nicht mehr in großem Stil billiger als die Konkurrenz verkauft.

Phase 3: Sparen

Beginn: April 2016, Ende: Winter 2016/17 (und eigentlich nie)

Ohne Sparprogramme als Klassiker der Betriebswirtschaft kommt auch Pichler nicht aus. So verzichtet er symbolträchtig auf Bonuszahlungen für Führungskräfte. Darüberhinaus sollen wohl die Preise bei Lieferanten gedrückt und mehr Arbeit mit der gleichen Zahl an Beschäftigten erledigt werden - die klassischen Instrumente eben. Zudem geht es auch die Strukturen.

Im Geschäftsbericht sind die Details zur Kostenkürzung ein Jahr vor der heißen Phase des neuen Sparplans noch ein wenig blass, wie die Schrift auf dem Titelblatt des Reports.

Doch klar ist: Pichler will bislang in Berlin erledigte Arbeit an günstige Dienstleister vergeben, von denen künftig mehr in Niedriglohnländern in Osteuropa sitzen sollen. Eine Strategie, die die Billigkonkurrenten Norwegian und Vueling bereits länger nutzen.

Gleichzeitig will er durch eine moderne IT die heutigen Reibungsverluste in der Verwaltung abbauen und die verbliebene Belegschaft produktiver machen.

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