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Schadenersatz Bahn fordert 50 Millionen von Siemens

Die Deutsche Bahn wartet seit Monaten vergeblich auf neue ICE-Züge. Nun fordert der Konzern laut einem Bericht Schadenersatz vom Hersteller Siemens. 45 bis 50 Millionen Euro sollen es sein.

ICE 3 Zug Bahn Quelle: APN

Die Deutsche Bahn fordert einem Bericht zufolge für die verspätete Auslieferung von 16 ICE-3-Zügen Schadensersatz von der Herstellerfirma Siemens. Laut einem Bericht der "Bild am Sonntag" will die Bahn 45 bis 50 Millionen Euro erhalten. Die Züge hätten schon seit Ende vergangenen Jahres fahren sollen. Ein Bahnsprecher wollte die Meldung auf dpa-Nachfrage am Sonntag nicht kommentieren. Das Unternehmen äußere sich nicht zu laufenden Verhandlungen. Siemens war zunächst für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Erst vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass die Bahn zum Fahrplanwechsel im Dezember mit den ersten längst überfälligen ICE 3 von Siemens rechnen könne. Dann sollen 8 bis 10 der 16 bestellten Hochgeschwindigkeitszügen einsetzbar sein, wie Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) am Mittwoch nach einem Spitzentreffen mit beiden Konzernen in Berlin sagte. Damit komme endlich Verstärkung für die Inlandsflotte, die vor allem im störanfälligeren Winter kaum Reserven hat. Die restlichen Züge sollen im Laufe des kommenden Jahres ausgeliefert werden.

Die größten Pannen der Deutschen Bahn
Juli 2015Wegen der großen Hitze sind die Luftkühlungen mehrerer IC-Züge ausgefallen. Anders als im Sommer 2010 reagierte die Bahn diesmal schnell: Sie stellte für die besonders betroffene Linie Berlin-Amsterdam zwei Ersatzzüge bereit. Sie sollen eingesetzt werden, wenn die Luftkühlung in anderen IC auf der Strecke versagt, wie ein Sprecher mitteilte. Außerdem wurden in Osnabrück mehrere Busse stationiert. Dort mussten insgesamt mehrere Hundert Fahrgäste in nachfolgende Züge umsteigen, weil in ihren Zügen die Klimaanlage ausgefallen war. Es habe aber kein Fahrgast gesundheitliche Probleme bekommen, so der Sprecher. Bei etwa einem Dutzend älterer Intercitys auf der Linie Berlin-Amsterdam hatten die Klimaanlagen ihre Arbeit eingestellt. Quelle: dpa
Oktober 2014Ein Warnhinweis sorgt für Lacher, Spott und eine Entschuldigung der Deutschen Bahn: „Cannstatter Wasen: Es ist mit Verspätungen, überfüllten Zügen und verhaltensgestörten Personen zu rechnen“ ist am Samstag auf den Anzeigetafeln an mehreren Bahnhöfen in der Region Stuttgart zu lesen gewesen, wo das Volksfest an seinem letzten Wochenende in diesem Jahr wieder Tausende Besucher anlockte. „Wir entschuldigen uns dafür“, sagte eine Bahn-Sprecherin am Sonntag und bestätigte Online-Berichte der „Stuttgarter Nachrichten“ und der „Stuttgarter Zeitung“. Ein Mitarbeiter habe den Text entgegen aller Vorgaben verfasst. Er werde Anfang der Woche zum Rapport bestellt. Dann solle auch der gesamte Vorgang aufgeklärt werden. Quelle: dpa
August 2013Ein ungewöhnlich hoher Krankenstand in der Urlaubszeit sorgte im August 2013 für ein Fahrplanchaos am Mainzer Hauptbahnhof - und für massiven Ärger bei den Fahrgästen. Die Deutsche Bahn hat für das Chaos am Mainzer Hauptbahnhof wegen massiver Personalprobleme auf Facebook um Entschuldigung gebeten. „Für die derzeitigen Einschränkungen möchte ich mich entschuldigen“, antwortete ein Mitarbeiter in dem Sozialen Netzwerk auf Beschwerden einer Nutzerin. Die Situation sei „wahrlich nicht schön“. Quelle: dpa
August 2013Um dem Problem der häufig verstopften und verdreckten Zugtoiletten Herr zu werden, setzt die Bahn ab sofort neue Reinigungskräfte, sogenannte Unterwegsreiniger, in ICE-Zügen ein. Die Reinigungskolonne, die auf der Fahrt die Toiletten putzt, wird um 50 Beschäftigte auf 250 aufgestockt, wie der Vorstandsvorsitzende DB Fernverkehr, Berthold Huber, ankündigte. Die Mitarbeiter sollen zugleich stärker entsprechend der Zugauslastung eingesetzt werden. Damit würden die Toiletten in besonders gefragten Bahnen mindestens zweimal und damit doppelt so oft auf der Fahrt gereinigt wie bisher. Der Fahrgastverband Pro Bahn und die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) lobten die Initiative, wiesen aber zugleich auf andere Probleme hin. „Neben den kaputten oder dreckigen Toiletten gibt es tagtägliche Kundenbeschwerden vor allem über die Klimaanlagen und Verspätungen“, sagte Pro-Bahn-Bundessprecher Gerd Aschoff. Und das sind nicht die einzigen Pannen der Deutschen Bahn... Quelle: dpa
November 2011Nach der persönlichen Anmeldung im neuen elektronischen Ticketsystem „Touch & Travel“ waren für nachfolgende Nutzer die Kundendaten sichtbar. Quelle: dpa
Juli 2010Am einem Wochenende fallen in mehreren ICE-Zügen die Klimaanlagen aus. Fahrgäste kollabierten, Schüler mussten dehydriert ins Krankenhaus eingeliefert werden. Im Zuge der Panne wurde bekannt, dass die Klimaanlagen der Bahn nur bis 32 Grad funktionieren. Damals fielen in Dutzenden Zügen die Klimaanlagen aus. Quelle: dpa
April 2010 - ICE verliert TürBei voller Fahrt verliert ein ICE auf dem Weg von Amsterdam nach Basel eine Tür. Das Stahlteil schlägt in einen entgegenkommenden ICE ein. Auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Frankfurt und Köln werden sechs Menschen leicht verletzt. Ursache für den Unfall ist eine lose Stellmutter an der Verriegelung. Foto: dpa

Bahnchef Rüdiger Grube sagte, es könne aber keine Entwarnung gegeben werden. "Ich mache aus meiner Enttäuschung kein Hehl", sagte Grube. Die insgesamt mehr als 500 Millionen Euro teuren Züge seien 2008 eigentlich für Einsätze auf internationalen Strecken bestellt worden. Sie seien "für Deutschland viel zu teuer", sagte Grube. Die Züge sollen aber die Reserve im Inland verstärken. Wann die ICE in Belgien und Frankreich fahren könnten, sei vorerst nicht zu sagen, sagte Grube. Eine ursprünglich für dieses Jahr zu den Olympischen Spielen angestrebte Verbindung nach London sei erst deutlich nach 2013 realistisch.
Hintergrund der Lieferverzögerungen sind ungeklärte technische Fragen und neue Genehmigungsauflagen. Dies betrifft laut Grube etwa Radsatzdrehgestelle, Klimaanlagen und Bremsen. Damit die ersten ICE am 9.Dezember fahren können, wird nun für den 23. November die Zulassung des Eisenbahn-Bundesamts angestrebt, die für den Inlandsbetrieb mit zwei zusammengekoppelten Zugteilen nötig ist. Der Chef der Siemens-Bahnsparte, Hans-Jörg Grundmann, bedauerte die Verzögerung. "Wir sind dem Anspruch verpflichtet, Qualität zu liefern." Auch bei Regionalzügen machen der Bahn Lieferverzögerungen zu schaffen.

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