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Schnäppchenportal Groupon stürzt Partner ins Rabattchaos

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Groupon schreibt erstmals schwarze Zahlen

Christian Schoenberger - Stardrinx: Der Getränkehändler beschuldigt Groupon, Rechnungen nicht zu bezahlen. Deshalb weigert er sich, Kunden des Portals zu beliefern - Groupon streitet ab Quelle: Stefan Kröger für WirtschaftsWoche

Fraglich ist, wie lange Groupon sich solche Vorwürfe leisten kann. Das Gutschein-Portal hat nach eigenen Angaben über 33 Millionen Kunden in 48 Ländern, und arbeitet mit über 250.000 Vertragspartnern zusammen. Im ersten Quartal dieses Jahres konnte Groupon-Gründer Andrew Mason einen Umsatz von 430 Millionen Euro und erstmals schwarze Zahlen melden. Dagegen fiel der Aktienkurs seit Börsengang im November 2011 bis heute um fast zwei Drittel.

Aktien-Info zu Groupon (zum Vergrößern bitte Bild anklicken)

In Deutschland läuft das Geschäft nicht sonderlich gut. 2010 erwirtschaftete das Unternehmen hier einen Verlust in Höhe von rund 28,5 Millionen Euro. Aktuellere Geschäftsberichte wurden im Bundesanzeiger bislang nicht veröffentlicht.

Für Trubel sorgt zum Beispiel Stardrinx-Geschäftsführer Christian Schoenberger, der Mitte Juli im Interview mit wiwo.de schwere Vorwürfe gegen Groupon erhob. Schoenberger erklärte, dass er sich ab sofort weigere, Groupon-Kunden zu bedienen, weil der Gutscheinanbieter seine offenen Rechnungen – angeblich in der Größenordnung eines Einfamilienhauses – nicht bezahle.

Um seine Behauptung zu untermauern, legte Schoenberger der WirtschaftsWoche eine Liste vor, die seinen Angaben zufolge, alle seine abgewickelten Groupon-Deals umfasst. Daraus geht hervor, dass Stardrinx zwischen dem 12. Juni und dem 12. Juli dieses Jahres 2.515 Sendungen über den Paketdienst dpd an Groupon-Kunden verschickte. Laut Auszug von Schoenbergers Geschäftskonto bei der Deutschen Bank hat er allerdings letztmalig am 15. Juni Geld von Groupon erhalten, also einen Monat vor der bis dahin letzten Warenlieferung am 12. Juli.

Kunden zwischen den Stühlen

Groupon-Deutschland-Chef Hutzschenreuter hält dagegen: „Bei einer internen Prüfung mussten wir feststellen, dass wir Herrn Schoenberger für Tausende Gutscheine Geld überwiesen haben, er die entsprechenden Waren aber nie verschickt hatte.“ Groupon habe über eine halbe Million Euro zu viel gezahlt. „Wir schulden Stardrinx definitiv kein Geld.“ Schoenberger hält das für einen schlechten Scherz. „Wenn Groupon eine solche Summe nicht unter Kontrolle hätte, wäre das äußerst blamabel. Vielleicht haben sie jemand anders eine halbe Million zu viel gezahlt. Mir jedenfalls nicht.“ Die Situation ist mittlerweile so verfahren, dass beide Parteien gegen den jeweils anderen rechtliche Schritte einleiten wollen.

Von Zahlungsverzögerungen berichtet auch der Inhaber der Gecko-Bar in Hamburg, Mehdi Zarkesch. Von 350 Gutscheinen, die er einem Außendienstmitarbeiter von Groupon zur Abrechnung und Überweisung des entsprechenden Anteils mitgegeben habe, seien nur 49 bezahlt worden. Der Groupon-Mitarbeiter habe ihm versprochen, dass das Geld komme, wenn erst einmal der nächste Deal aufgesetzt sei. Darauf habe er sich auch eingelassen, das ausstehende Geld sei trotzdem nicht geflossen. Das bestreitet Groupon: „Vonseiten der Gecko-Bar wurden bei uns 696 Gutscheine eingereicht, die alle bezahlt wurden. Es gibt keinerlei Außenstände.“


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