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Sean Connery: 90. Geburtstag James Bond – die Lizenz zum Kassieren

Sean Connery, der heute seinen 90. Geburtstag feiert, verkörperte für Filmfreunde lange den einzig wahren Bond. Quelle: imago images

Für viele ist er noch immer der einzig wahre Bond: Sean Connery, der den Geheimagenten ein halbes Dutzend Mal spielte, wurde gerade 90 Jahre alt. Doch auch ohne ihn floriert das Bond-Business prächtig.

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Das Datum lautet November, 12. November. Dann startet die nächste, die 25. Verfilmung einer der wertvollsten Reihen der Filmgeschichte um den Agenten im Auftrag Ihrer Majestät in den Kinos. Für viele Fans bedeutet „Keine Zeit zu sterben“ einen Abschied – Daniel Craig, der 2006 mit „Casino Royal“ seinen Einstand in der Rolle des Mannes mit der Lizenz zum Töten feierte, schlüpft dann zum letzten Mal in den sehr körpernah geschnittenen dunklen Anzug des Gentleman-Killers.

Nicht nur für die Bond-Gemeinde, auch für die Produktionsfirma Eon, bedeutet Craigs Abschied einen Einschnitt. Für die Anhänger, weil viele von ihnen im smarten Engländer den legitimen Nachfolger des Schotten Sean Connery sehen. Connery, der heute seinen 90. Geburtstag feiert, verkörperte für Filmfreunde lange den einzig wahren Bond. Nicht zuletzt, weil er 1962 bei der Premiere „James Bond jagt Dr. No“ den Doppelnull-Agenten als erster verkörperte – obwohl Bond-Schöpfer Ian Fleming ursprünglich eigentlich einen ganz anderen Schauspieler für die Rolle favorisiert hatte. Fleming dachte eher an den Amerikaner Cary Grant.

Auf Connery, der 1983 noch einmal für einen einzigen Film zurückkehrte, folgten vier weitere Bond-Darsteller: George Lazenby, Roger Moore, Timothy Dalton und Pierce Brosnan. Bis 2006 Craig zum ersten Mal muskelbepackt aus den Wellen stieg und mit seinem lakonischen Humor und stoischem Auftritt seitdem vielen Bond-Freunden als einzig würdiger Nachfolger Connerys gilt.

Daher bedeutet Craigs bevorstehende Demission gerade auch für Eon einen tiefen Einschnitt – und ein nicht zu unterschätzendes Risiko. Denn mit Craig hatten sie einen echten Zuschauermagneten. Kein anderer Bond spielte mehr Geld an den Kinokassen ein als „Skyfall“ aus dem Jahr 2012. 1,1 Milliarden Dollar brachte der Streifen mit seinem spektakulären Finale in den schottischen Highlands weltweit ein, nicht eingerechnet die Verkäufe als DVD oder die Erlöse der Streamingdienste.

Unter dem Strich, das haben Fanseiten errechnet, spielten die 25 Verfilmungen fast sieben Milliarden Dollar ein – macht man die Rechnung allerdings inflationsbereinigt auf, beläuft sich das Ergebnis auf mehr als 16,4 Milliarden Dollar. Kein schlechter Schnitt bei einem vergleichsweise bescheidenen Gesamtproduktionsbudget von 1,6 Milliarden Dollar. Doch auch die sieben Milliarden sorgen für eine Platzierung unter den Top Ten der erfolgreichsten Filmreihen aller Zeiten. Bond bringt es hier immerhin auf Rang 6. Angeführt wird die Liste von Disneys Marvel-Verfilmungen. Die 23 Filme brachten dem Micky-Maus-Konzern mehr als 22,5 Milliarden Dollar ein.

Die tatsächlichen Einnahmen, die die 007-Rechteinhaber jedoch mit den Abenteuern des Agenten erzielten, liegen weit höher als die bloßen Ticketverkäufe. Denn wie kaum eine andere Filmfigur bot sich Bond von Anfang an als Werbeträger an – kein Bond, der ohne Produktplatzierungen auskommt. Tatsächlich sind die Filme und das Bond-Universum ein wahres Eldorado für Marken, denn von Alkohol über Uhren und Anzüge bis Autos erfüllen sie durchaus einen Zweck: Sie definieren zu einem wesentlichen Teil Bonds Charakter und seinen Lebensstil. Damit gehen sie über plump-plakative Requisiten, die halt irgendwie im Hintergrund der Filmszene herumstehen weit hinaus – für Marketingprofis ein gefundenes Fressen. Die Liste der Marken, die sich in den vergangenen fast 70 Jahren an Bond banden ist daher schier endlos und reicht von englischen Ikonen wie Aston Martin, Land Rover und Barbour über Champagner der Marke Bollinger bis zu den wechselnden Uhrenmarken von 007. Die Namen seiner Zeitmesser reichen von Rolex über Seiko bis Omega. Um die Lizenz zum Ankleiden balgten sich unter anderem die Edelschneider Brioni und Tom Ford. Und auch der bayerische Autobauer BMW nutzte die Strahlkraft der Filmfigur für seine Zwecke – noch heute stehen im BMW-Museum in München einige der Filmfahrzeuge.


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Wie viel Geld in den Placements steckt, wird gehütet wie eines der vielen nützlichen Spielzeuge, die Q. für Bond bastelt. Doch als der Agent in „Skyfall“ zum Entsetzen vieler Hardcore-Fans zur Heineken-Flasche griff, soll das dem Bierbrauer 45 Millionen Dollar wert gewesen sein. Aus Sicht der Produktionsfirma ein mehrfach cleverer Zug – denn allein die Bekanntgabe, dass Heineken im neuen Bond auftaucht, verschaffte auch dem Film reichlich PR und weltweite Presseaufmerksamkeit. So spannt Eon die Dutzenden von Marken und ihre je eigenen Werbemaschinen ein in den Dienst von James Bond – 007-Influencer in nicht eben geheimer Mission.

Sean Connery war da zu seiner Zeit noch vergleichsweise bescheiden – in „Dr. No“ ist die Liste der Sponsoren noch recht kurz. Darauf stehen die Fluggesellschaft PanAm – und Waffenhersteller Smith and Wesson.

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