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Sicherheitsbericht Bahn von Attacken auf Mitarbeiter alarmiert

Für die Bahn ist es ein Alarmzeichen. Körperliche Angriffe auf Mitarbeiter haben 2013 um 20 Prozent zugenommen. Unklar ist, ob die steigende Zahl tatsächlich mehr Gewalt widerspiegelt.

Die größten Pannen der Deutschen Bahn
Juli 2015Wegen der großen Hitze sind die Luftkühlungen mehrerer IC-Züge ausgefallen. Anders als im Sommer 2010 reagierte die Bahn diesmal schnell: Sie stellte für die besonders betroffene Linie Berlin-Amsterdam zwei Ersatzzüge bereit. Sie sollen eingesetzt werden, wenn die Luftkühlung in anderen IC auf der Strecke versagt, wie ein Sprecher mitteilte. Außerdem wurden in Osnabrück mehrere Busse stationiert. Dort mussten insgesamt mehrere Hundert Fahrgäste in nachfolgende Züge umsteigen, weil in ihren Zügen die Klimaanlage ausgefallen war. Es habe aber kein Fahrgast gesundheitliche Probleme bekommen, so der Sprecher. Bei etwa einem Dutzend älterer Intercitys auf der Linie Berlin-Amsterdam hatten die Klimaanlagen ihre Arbeit eingestellt. Quelle: dpa
Oktober 2014Ein Warnhinweis sorgt für Lacher, Spott und eine Entschuldigung der Deutschen Bahn: „Cannstatter Wasen: Es ist mit Verspätungen, überfüllten Zügen und verhaltensgestörten Personen zu rechnen“ ist am Samstag auf den Anzeigetafeln an mehreren Bahnhöfen in der Region Stuttgart zu lesen gewesen, wo das Volksfest an seinem letzten Wochenende in diesem Jahr wieder Tausende Besucher anlockte. „Wir entschuldigen uns dafür“, sagte eine Bahn-Sprecherin am Sonntag und bestätigte Online-Berichte der „Stuttgarter Nachrichten“ und der „Stuttgarter Zeitung“. Ein Mitarbeiter habe den Text entgegen aller Vorgaben verfasst. Er werde Anfang der Woche zum Rapport bestellt. Dann solle auch der gesamte Vorgang aufgeklärt werden. Quelle: dpa
August 2013Ein ungewöhnlich hoher Krankenstand in der Urlaubszeit sorgte im August 2013 für ein Fahrplanchaos am Mainzer Hauptbahnhof - und für massiven Ärger bei den Fahrgästen. Die Deutsche Bahn hat für das Chaos am Mainzer Hauptbahnhof wegen massiver Personalprobleme auf Facebook um Entschuldigung gebeten. „Für die derzeitigen Einschränkungen möchte ich mich entschuldigen“, antwortete ein Mitarbeiter in dem Sozialen Netzwerk auf Beschwerden einer Nutzerin. Die Situation sei „wahrlich nicht schön“. Quelle: dpa
August 2013Um dem Problem der häufig verstopften und verdreckten Zugtoiletten Herr zu werden, setzt die Bahn ab sofort neue Reinigungskräfte, sogenannte Unterwegsreiniger, in ICE-Zügen ein. Die Reinigungskolonne, die auf der Fahrt die Toiletten putzt, wird um 50 Beschäftigte auf 250 aufgestockt, wie der Vorstandsvorsitzende DB Fernverkehr, Berthold Huber, ankündigte. Die Mitarbeiter sollen zugleich stärker entsprechend der Zugauslastung eingesetzt werden. Damit würden die Toiletten in besonders gefragten Bahnen mindestens zweimal und damit doppelt so oft auf der Fahrt gereinigt wie bisher. Der Fahrgastverband Pro Bahn und die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) lobten die Initiative, wiesen aber zugleich auf andere Probleme hin. „Neben den kaputten oder dreckigen Toiletten gibt es tagtägliche Kundenbeschwerden vor allem über die Klimaanlagen und Verspätungen“, sagte Pro-Bahn-Bundessprecher Gerd Aschoff. Und das sind nicht die einzigen Pannen der Deutschen Bahn... Quelle: dpa
November 2011Nach der persönlichen Anmeldung im neuen elektronischen Ticketsystem „Touch & Travel“ waren für nachfolgende Nutzer die Kundendaten sichtbar. Quelle: dpa
Juli 2010Am einem Wochenende fallen in mehreren ICE-Zügen die Klimaanlagen aus. Fahrgäste kollabierten, Schüler mussten dehydriert ins Krankenhaus eingeliefert werden. Im Zuge der Panne wurde bekannt, dass die Klimaanlagen der Bahn nur bis 32 Grad funktionieren. Damals fielen in Dutzenden Zügen die Klimaanlagen aus. Quelle: dpa
April 2010 - ICE verliert TürBei voller Fahrt verliert ein ICE auf dem Weg von Amsterdam nach Basel eine Tür. Das Stahlteil schlägt in einen entgegenkommenden ICE ein. Auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Frankfurt und Köln werden sechs Menschen leicht verletzt. Ursache für den Unfall ist eine lose Stellmutter an der Verriegelung. Foto: dpa

Sicherheitsleute und Zugbegleiter der Deutschen Bahn werden nach einer internen Übersicht häufiger körperlich attackiert. Im vergangenen Jahr zählte das Unternehmen 1200 Fälle von Körperverletzung gegen Bahnangestellte, 200 mehr als 2012, wie ein Sprecher am Montag mitteilte. Er bestätigte damit einen Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ (Montag).

Ob es tatsächlich mehr Übergriffe gegen Bahnpersonal gab, ist aber nicht klar. Denn die Bahn habe ihre Leute verstärkt aufgefordert, alle relevanten Fälle anzuzeigen, sagte der Sprecher. „Das sind keine Kavaliersdelikte“, fügte er hinzu. Außerdem würden Sicherheitskräfte gezielter an Brennpunkten eingesetzt, etwa zur Überwachung des Partyverkehrs am Freitag- und Samstagabend auf größeren Bahnhöfen. Dort sei die Wahrscheinlichkeit von Konflikten höher.

Nach Einschätzung der Bahn ist die Gewaltbereitschaft insgesamt nicht gestiegen, aber „der Respekt vor Amtspersonen“ nehme offenkundig ab. „Unsere Kollegen sind kein Freiwild“, sagte Bahnvorstand Gerd Becht der Zeitung. „Wir dulden keine Gewalt.“ Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hat beobachtet, dass „die Fahrgäste aggressiver werden“. „Wo früher gepöbelt wurde, wird jetzt gespuckt. Wo früher gespuckt wurde, wird jetzt gerempelt und auch mal zugeschlagen“, berichtete EVG-Sprecher Uwe Reitz über die Erfahrungen der Eisenbahner.

Als größten Problembereich sieht die Bahn den „Disco-Verkehr“ an den Wochenenden, wenn angetrunkene Jugendliche in Regionalzügen mit Bahnpersonal aneinandergeraten. Typische Konfliktsituationen entstünden auch durch Fahrgäste, die trotz Verbots rauchten oder durch ertappte Schwarzfahrer, die rabiat werden. Bei Körperverletzungen sind laut Bahn in etwa zwei Dritteln der Fälle Sicherheitsleute betroffen, zu einem Drittel sind Zugbegleiter die Opfer.

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Schon seit einigen Jahren tauschen sich Bahn, Gewerkschaft und Betriebsrat in dem Projekt „Sicher unterwegs“ über die Probleme aus. Die Bahn will die Attacken nun tiefer analysieren: Es geht um die Orte, Uhrzeiten und die Gruppen, die für Gewalt verantwortlich sind. Entsprechend soll das Verhaltenstraining für Bahnbeschäftige verbessert werden. Die EVG beklagte, dass die Bahn das Angebot solcher Trainingskurse zuletzt verringert habe. Sie sieht auch ein Defizit in der mittleren Führungsebene. Dort würden Übergriffe häufig nicht ernst genug genommen. Im Bahnvorstand hingegen sei das Problem angekommen. An diesem Mittwoch stellt die Bahn ihren Sicherheitsbericht 2013 vor.

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