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SNCF Franzosen fordern Verschmelzung von Bahngesellschaften

Exklusiv

Die Bahnkonzerne in der EU sollen ihre Tochtergesellschaften für den Schienengüterverkehr zu einem oder zwei großen internationalen Güterverkehrsunternehmen verschmelzen.

Deutsche Bahn stellt den XXL-Güterzug vor
Der erste Güterzug der Deutschen Bahn (DB) mit 835 Meter Länge fährt in Seevetal auf dem Rangierbahnhof Maschen (südlich von Hamburg) ein. Auf der Strecke von Maschen nach Padborg an der dänischen Grenze fahren ab dem Fahrplanwechsel am 9. Dezember diese gigantischen Güterzüge. Quelle: dapd
Die Mega-Züge erhöhen die Kapazität auf der wichtigen Transitstrecke nach Skandinavien pro Zug um zehn Waggons, wie die Deutsche Bahn AG mitteilte. Quelle: dapd
Der erste 835-Meter-Güterzug ist mit PKW beladen. Rund zehn Millionen Euro steckte die Bahn in die erforderlichen Infrastruktur-Anpassungen auf der 210 Kilometer langen Strecke von Maschen bis Padborg. In Dänemark sind die überlangen Züge schon länger erlaubt. Bislang mussten sie an der Grenze zu Deutschland aufgeteilt werden. Quelle: dapd
Mirko Pahl, Vorstand für die Produktion bei der DB Schenker Rail Deutschland AG, nannte die überlangen Züge einen ersten und wichtigen Meilenstein. Die Megazüge seien zwingend notwendig, "um die Produktivität im Schienengüterverkehr auf ein besseres und wettbewerbsfähigeres Level zu heben". Quelle: dapd
Doch 835 Meter sind noch nicht das Ende der Fahnenstange. Langfristig will die Bahn sogar Güterzüge bis zu 1500 Metern Länge einsetzen. Ein erstes Forschungsprojekt für die 1500-Meter-Züge soll 2013 gestartet werden, sagte Pahl. Quelle: dapd
Zunächst sollen die Züge mit Überlänge nur einmal in der Woche nach Padborg fahren, später dann häufiger, wie der "NDR" berichtete. Quelle: dapd

Das fordert Pierre Blayau, der Chef von SNCF Geodis, der Frachtsparte des französischen staatlichen Bahnkonzerns SNCF. „Unsere wahre Konkurrenz ist der Güterverkehr mit Lastwagen. Dem muss man ein oder zwei europäische Bahnanbieter entgegensetzen, die die nötige Größe, das Know-how und die finanzielle Ausstattung haben, um insbesondere die Verbindung zwischen den europäischen Häfen zu gewährleisten“, sagte Blayau.

Derzeit lieferten sich die Güterbahnen in Europa einen „selbstmörderischen“ Konkurrenzkampf. „Keiner der Anbieter verdient heute Geld“, sagte Blayau. Um den Güterverkehr auf der Schiene zu stärken, fordert er zudem für den Güterverkehr reservierte Schienenwege. Der SNCF-Manager sieht in einem solchen Projekt auch die Chance, langfristig etwa eine Verbindung zwischen Asien und Europa aufzubauen. Er hoffe, dass Deutschland und Frankreich dabei voranschreiten könnten. Blayaus Vorstoß erfolgt vor dem Hintergrund eines Streits zwischen der SNCF und Euro Cargo Rail (ECR), der französischen Tochter der Deutschen Bahn, über wettbewerbswidrige Praktiken. Erst im Dezember hatte das französische Kartellamt SNCF zu einer Geldstrafe von 60,9 Millionen Euro verurteilt. Nun will ECR-Chef Alain Thauvette erneut die Wettbewerbshüter einschalten wegen fortgesetzter Dumpingpreise. Umgekehrt hat SNCF Geodis im Namen ihrer deutschen Tochter Captrain drei Klagen gegen die Deutsche Bahn laufen.

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