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Stefan Oelrich Bayer bekommt neuen Pharma-Chef

Bayers neuer Pharma-Chef heißt Stefan Oelrich Quelle: PR

Pharmachef Dieter Weinand verlässt Bayer, aber ein Nachfolger steht schon bereit: Der derzeitige Sanofi-Vorstand Stefan Oelrich übernimmt den Posten als Chef des Pharma-Geschäfts.

Stefan Oelrich wird neuer Vorstand und Leiter der Division Pharmaceuticals von Bayer. Der Aufsichtsrat hat den 50-Jährigen am Donnerstag als Nachfolger von Dieter Weinand in den Vorstand berufen.

Weinand wechselt zum 1. November aus familiären Gründen in das Executive Committee von Sanofi in die USA. Auch sein Nachfolger Oelrich ist derzeit Mitglied des Committees und kümmert sich dabei vor allem um das globale Herz-Kreislauf-Geschäft. Er war aber auch viele Jahre im Pharma-Geschäft von Bayer tätig. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats der Bayer AG, Werner Wenning, hält Oelrich deshalb für „einen ausgewiesenen Experten mit internationaler Erfahrung“.

Stefan Oelrich hat bereits seine Ausbildung zum Wirtschaftsassistenten Ende der '80er und Anfang der 90er Jahre bei Bayer absolviert. Anschließend war er in unterschiedlichsten Funktionen für das Gesundheitsgeschäft des Unternehmens tätig. Er wurde 1998 etwa Leiter des Pharma-Geschäfts in Belgien, zwischen 2003 und 2005 Vize-Präsident für Marketing Pharma in den USA. Später übernahm er den Posten des „Healthcare and Diagnostics President“ in Frankreich und ab 2006 wurde er „Senior Vice President & General Manager“ für Frauengesundheit in den USA. 2011 wechselte er schließlich zu Sanofi und ist seit 2016 außerdem Mitglied im Aufsichtsrat des Berliner Instituts für Gesundheitsforschung. Oelrich ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Oelrich übernimmt seinen Chefposten bei Bayer zu einer Zeit, in der die Pharma-Sparte nicht mehr so rentabel ist. Jahrelang hatte Bayer vom Pharmageschäft profitiert. Im zweite Quartal ist das bereinigte Betriebsergebnis dagegen gesunken. Bayer begründet die Verluste mit höheren Ausgaben für Forschung, Marketing und Vertrieb. Zudem gab es eine Mängelrüge der US-Zulassungsbehörde FDA für die Pharmaproduktion in Leverkusen. Bayer musste daraufhin Abläufe korrigieren. Es kam deshalb zu Lieferausfällen beim Potenzmittel Levitra sowie dem Blutdrucksenker Adalat Oros. Anfang des Jahres ließ der Konzern dann verlauten, dass das Ergebnis dadurch mit rund 300 Millionen Euro belastet wird. Darüber hinaus schwinden bei vielen Bayer-Präparaten die Umsätze: Betaferon gegen multiple Sklerose und das Krebsmittel Nexavar verkaufen sich schlechter. Analysten äußern zudem Bedenken, ob Bayer rechtzeitig für genügend Nachschub sorgen kann, wenn in einigen Jahren die Patente der aktuellen Top-Medikamente Xarelto und Eylea auslaufen.

Der Aufsichtsrat verlängerte am Donnerstag auch das Vorstandsmandat des Leiters der Division Crop Science, Liam Condon, bis 2023. Auch der Vertrag von Klusik, Vorstand für die Bereiche Personal, Technologie und Nachhaltigkeit, wurde um ein Jahr bis Ende 2019 verlängert.

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