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Streik bei Germanwings Was die Lufthansa nun tun muss

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Konzernchef Spohr hat zwei Möglichkeiten

Manche Piloten sehen ein, dass die Lufthansa steigende Kosten wettmachen muss und im Kampf gegen die effizienteren Airlines vom Billigflieger Easyjet bis zu Emirates aus Dubai die Preise senken muss. Aber kein Pilot sieht ein, warum er sparen soll. Soll die Linie doch anderswo sparen und bei anderen Berufsgruppen. Wenn die sich nicht wehren können, ist das aus Sicht der Piloten offenbar deren Pech.

Diese Einstellung zu ändern galt bisher eher als Nebensache im Konzern. Doch tatsächlich ist es angesichts der ständigen Streikdrohungen eine Hauptaufgabe.

Welche Rechte Fluggäste bei Streik haben

Hier hat Konzernchef Carsten Spohr zwei Möglichkeiten. Er kann wie Willie Walsh als Chef von British Airways die harte Tour fahren. Dazu kann Spohr Ausstände hinnehmen bis die Piloten nachgeben, weil die Streikkasse leer ist. Flankiert davon, die Piloten in der Gesellschaft so zu ächten, dass ihnen keine Drückerkolonne mehr die Hand geben will und sich die Flugzeugführer erst kurz vor Flug im Cockpit umziehen, damit sie Passagiere oder Flughafenarbeiter auf dem Weg zum Jet nicht beschimpfen, mit Unrat bewerfen oder Autos mit VC-Aufklebern demolieren.

Das wäre zwar nicht so schwer, weil die VC durch ein paar imageschädigende Steilvorlagen hilft. Etwa indem sie es sozialen Kahlschlag nennt, wenn es neben den Topjobs eine größere Leichtlohngruppe gibt, Gehaltserhöhungen nicht so hoch sind wie das Einstiegsgehalt einfacher Schaltermitarbeiter oder Piloten nur noch vier statt sieben Jahren vor anderen Arbeitnehmern in Rente gehen dürfen.

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Doch so launig diese Option manchem auch erscheint, besser ist wohl der zweite Weg: überzeugen. Sie muss den Piloten immer und immer wieder vor Augen führen, wie die Lage ist, warum ein Unternehmen Gewinn machen sollte und dass Pilotengehälter dabei doch einen Unterschied machen. Keine gute Idee war jedenfalls der Vorstoß, eine neue Billiglinie oder Sparstrecken unter ein Lufthansa-Logo auflegen zu wollen, bei denen wegen der dafür vorgesehenen Uraltmaschinen vom Typ Airbus A340 die Mehrkosten für Sprit und Wartung höher sind, als die Pilotengehälter.

Ein Anfang ist dagegen die aktuelle Art der Tarifverhandlungen mit Hilfe eines Moderators, der statt über Forderungen zu reden jeder Seite die Interessen der anderen vermitteln will. Aber das aktuelle Effizienzprogramm Score will ja alle Prozesse im Unternehmen langfristig verbessern.

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