Studie von Transparency International Großkonzerne sind zu intransparent

Die Nichtregierungsorganisation Transpareny International kritisiert Großkonzerne für ihre mangelnde Offenheit - vor allem im Hinblick auf ihre Steuerzahlungen.

Großkonzerne sind nach Einschätzung der Organisation Transparency International zu wenig transparent wenn es um Aktivitäten im Ausland geht. Quelle: dpa

Die weltweit größten Unternehmen geben nach Ansicht der Nichtregierungsorganisation Transparency International (TI) nach wie vor zu wenig finanzielle Informationen preis - vor allem über ihre Aktivitäten im Ausland. Nach einer in Berlin vorgestellten Studie der Antikorruptions-Organisation veröffentlichen 90 von 124 untersuchten Großkonzernen keine Informationen zu den Steuern, die sie im Ausland zahlen.

54 der analysierten Unternehmen informierten nicht über ihre Umsätze in anderen Ländern. Europäische Firmen, darunter auch einige deutsche Dax-Konzerne, schnitten in der Studie am besten ab. Sechs der elf Unternehmen, denen TI die schlechtesten Transparenznoten verlieh, waren chinesische Konzerne.

"Wir brauchen mehr Transparenz von multinationalen Unternehmen, deren Macht in der Weltwirtschaft knapp an die größten Länder heranreicht", forderte TI-Chef Jose Ugaz. Es sei wichtig, die Geldströme zwischen Regierungen und Unternehmen zu verfolgen, bei denen Korruption auftreten könne.

In der TI-Studie wurden die Unternehmen danach bewertet, inwieweit sie über Schritte zur Verhinderung von Korruption sowie über ihre Tochterfirmen und Holdingstrukturen berichten. Ob sie wichtige Finanzdaten zu ihren Auslandsgeschäften veröffentlichen, floss ebenfalls in die Beurteilung ein. Die Bewertungen rangierten zwischen null und der Bestnote zehn.

Von den zehn Unternehmen, die nach der TI-Studie die höchsten Transparenznoten erhielten, waren sieben europäische Konzerne. Die beste Bewertung erhielt der italienische Ölkonzern Eni (Note: 7,3) gefolgt vom britischen Mobilfunkriesen Vodafone (6,7). Von den deutschen Konzernen schnitt die Deutsche Telekom (5,8) auf Platz sieben am besten ab, gefolgt vom Energiekonzern E.On (5,7) auf Platz acht. Der Chemieriese BASF (5,5) belegte Platz elf.

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Eine Hand reicht einen Umschlag mit Bargeld über einen Schreibtisch. Quelle: dpa/dpaweb
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A woman leaves a government job center in Madrid Quelle: dapd
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Das Parlament in Athen ist am Donnerstag (30.06.2011) durch eine Griechenlandfahne zu sehen. Quelle: dpa
A Somali woman with a Somali flag stuck into her veil Quelle: AP

Die schlechteste Bewertung von allen 124 Konzernen erhielt die Bank of China (1,0). Eine Stellungnahme vom Unternehmen war dazu zunächst nicht erhältlich. Aber auch der japanische Autokonzern Honda Motor (1,3) landete nur auf dem vorletzten Platz. Der Autobauer wollte sich nicht zu der Einstufung äußern.

Enttäuschend haben laut TI auch große Technologie-Konzerne abgeschnitten. Technologie-Unternehmen würden die Veränderungen vorantreiben, die unsere Gesellschaften offener machten, beklagte TI-Geschäftsführer Cobus de Swardt: "Sie sollten für andere Unternehmen ein Beispiel abgeben in puncto Transparenz."

In der Studie erhielten die US-Technologieriesen Amazon, Apple, Google und IBM alle nur magere Transparenznoten von weniger als 3,0. Die US-Unternehmen waren entweder für eine Stellungnahme nicht zu erreichen oder wollten sich zunächst nicht äußern.

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