Tarifkonflikt bei der Bahn Auch die EVG droht mit Streik

Die Konfliktlinien ziehen sich nicht nur zwischen Deutsche Bahn und GDL. Auch die Gewerkschaft EVG bläst zum Widerstand: gegen Bahn und Lokführer.

Alexander Kirchner Quelle: dpa

Wenn sich zwei streiten, freut sich der Dritte – das könnte man auch im Tarifkonflikt zwischen Deutsche Bahn und Lokführergewerkschaft GDL annehmen. Denn um die EVG ist es erstaunlich ruhig geworden, so, also wolle sie nur zuschauen, wie sich die beiden Kontrahenten Bahn und GDL aneinander abarbeiten. Doch weit gefehlt. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) rüstet sich im Hintergrund für ihren Kampf gegen Bahn und GDL.

Ein erstes Signal an die Streikfront sendete EVG-Chef Alexander Kirchner heute aus dem Berliner Hotel Scandic: „Wir kritisieren das Vorgehen der Bahn“, sagte Kirchner. Es sei nicht akzeptabel, dass der Konzern versuche, Streiks zu unterbinden. „Wir kritisieren aber auch die GDL“, so Kirchner. Sie verweigere sich einem fairen Dialog.

Was die GDL erreichen will

Einvernehmen mit der GDL aus Sicht der EVG nicht absehbar

Der Konflikt um die Tarifhoheit bei der Deutschen Bahn erweitert sich damit um eine dritte Front. Am 21. November findet eine weitere Verhandlungsrunde zwischen EVG und Deutsche Bahn statt, in der es um konkrete Forderungen zu Lohn und Arbeitszeiten gehen soll. „Wir erwarten ein Angebot der Bahn zu Lohnerhöhungen und einer sozialen Komponente“, sagte Kirchner. „Wenn die Bahn uns kein Angebot macht, werden wir streiken müssen.“

Nach dem 100-Stunden-Streik der GDL könnte es also Ende des Monats auf einen weiteren Stillstand auf der Schiene hinauslaufen. Einvernehmen mit der GDL ist aus Sicht der EVG derzeit nicht absehbar. Die EVG bleibt bei ihrer Linie, dass es in einem Betrieb auch nur einen Tarifvertrag pro Berufsgruppe geben dürfe. Es sei „ein hohes Gut, die Tarifeinheit zu erhalten“, sagte Kirchner.

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Gemeinsamer Tarifvertrag?

Die EVG bot erneut an, dass auch die GDL für Zugbegleiter Tarifverhandlungen führen dürfe. Am Ende müsse aber ein gemeinsamer Tarifvertrag stehen, den sowohl EVG als auch GDL unterzeichnen. Für die GDL ist das Angebot jedoch nicht akzeptabel. Sie pocht auf Tarifpluralität und will für die Zugbegleiter, die bei ihr Mitglied sind, einen eigenständigen Tarifvertrag aushandeln.

Als einzige Lösung stellt die EVG derzeit eine Schlichtung in Aussicht. Sollte es zur Bereitschaft einer Mediation über ein Verhandlungsverfahren zwischen Deutsche Bahn und GLD kommen, „ist eine Beteiligung der EVG unter der Voraussetzung der Freiwilligkeit und der Einbeziehung eines eigenen Schlichters der EVG möglich“, schreibt Kirchner in einer Stellungnahmen gegenüber der Deutschen Bahn.

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