Tarifkonflikt Lufthansa prüft Berufung gegen Streik-Entscheid

Das Kräftemessen im Tarifstreit der Lufthansa mit ihren Flugbegleitern geht weiter. Die erbitterte Auseinandersetzung wird auch vor Gericht ausgetragen. Nachfolgend die wichtigsten Entwicklungen vom Mittwoch im Überblick.

Essen und Getränke – nach drei Stunden Wartezeit
Grundsätzlich gibt es nur dann Geld, wenn die Fluggesellschaft für die Verspätungen, Umbuchungen oder Flugannullierungen selbst verantwortlich ist. Beispiele sind etwa technische Probleme oder Schwierigkeiten, rechtzeitig Crews vor Ort zu schaffen. Quelle: REUTERS
Doch nicht für alles können die Airlines in die Pflicht genommen werden. Kein Anspruch auf Entschädigung besteht etwa bei Streiks oder Verzögerungen durch Wetter. Quelle: dpa
Vorhersehbare Folgen der Witterung, auf die Airline reagieren kann, setzen die Fluggastrechte nicht außer Kraft. Kommt es zum Beispiel bei der Enteisung der Maschinen zu Verzögerungen, müssen die Fluggesellschaften zahlen. Quelle: dpa
Die Höhe der Entschädigung richtet sich nach der Strecke, die geflogen wird. Das meiste Geld gibt es bei Langstrecken ab 3500 Kilometern. Dann kann der Fluggast 600 Euro fordern. Bei Strecken zwischen 1500 und 3500 Kilometern werden 400 Euro fällig, darunter 200 Euro. Quelle: dpa
In allen Fällen gilt: Geld gibt es erst dann, wenn die Verspätung mindestens drei Stunden beträgt. Quelle: dpa
Auch bei Verspätungen etwa wegen des Wetters oder wegen eines Streiks haben bestimmte Fluggäste Rechte. So müssen sie ausreichend mit Essen und Getränken versorgt werden. Zudem haben sie das Recht auf ein kostenloses Telefonat. Bei sehr langen Wartezeiten muss sogar eine Hotelübernachtung gestellt werden. Quelle: AP
Die genannte Unterstützung richtet sich nach der Flugstrecke und der Dauer der Verspätung. Die Regel greift bei Kurzstrecken unter 1500 Kilometern erst ab einer Wartezeit von zwei Stunden, zwischen 1500 bis 3500 Kilometern ab drei Stunden und bei noch längeren Flügen nach vier Stunden. Quelle: dpa

Die Lufthansa prüft nach den Angaben eines Sprechers weiterhin, ob sie beim Landesarbeitsgericht Hessen Berufung gegen das Urteil des Arbeitsgerichtes Darmstadt einlegt. Die Vorinstanz hatte in der Nacht eine Eilklage der Lufthansa gegen den Ausstand der Flugbegleiter abgewiesen.

Welche Rechte Fluggäste bei Streik haben

Lufthansa-Chef Carsten Spohr will im Tarifstreit mit den Flugbegleitern nicht klein beigeben. "Wir müssen das durchstehen, um unsere Position zu sichern", sagt er bei einer Veranstaltung in Frankfurt. "Der Widerstand gegen Veränderungen im Unternehmen ist groß, insbesondere bei bestimmten Beschäftigtengruppen."

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Der Konzern habe aber keine Wahl als sich zu ändern. Vor allem Air Berlin profitiere von den Streiks der Flugbegleiter bei der Konkurrenz, sagt der Chef von Deutschlands zweitgrößter Fluglinie, Stefan Pichler, auf einer Pressekonferenz in Berlin.

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