Tarifstreit Lufthansa geht auf Flugbegleiter zu

Bis zum 1. November hatten die Flugbegleiter der Lufthansa ein Ultimatum gestellt: Der Konzern soll im Tarifkonflikt neue Vorschläge vorlegen. Nun reden beide Parteien wieder miteinander. Gelingt ein Durchbruch?

Was Piloten bei Lufthansa, Condor & Co. verdienen
Pilot müsste man sein: Die ganze Welt sehen und dafür noch ordentlich Geld bekommen. Doch Pilot ist nicht gleich Pilot. Zwischen den einzelnen Fluggesellschaften gibt es ein deutliches Preisgefälle. Laut Pilotenvereinigung Cockpit bekommt ein Erster Offizier oder Kopilot anfangs ein Monatsgehalt zwischen 1500 Euro und 5000 Euro brutto. „Ein Kapitän – das wird man nach etwa 3 bis 20 Jahren als Erster Offizier – erhält je nach Luftverkehrsgesellschaft ein Anfangsgehalt zwischen 3000 Euro und 10.000 Euro“, so die Gewerkschaft. Quelle: dpa, Handelsblatt, Unternehmen Quelle: dpa
RyanairDie Piloten des irischen Billigfliegers gehören im Vergleich eher zu den Niedrigverdienern der Branche. 25.000 Euro bezahlt Ryanair seinen Kopiloten zu Beginn. Flugkapitäne ab dem 12. Berufsjahr erhalten anfangs 53.000 Euro. Ihr Maximalgehalt beläuft sich auf 85.000 Euro. Quelle: dpa
Air BerlinDie zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft zahlt seinen Kopiloten zum Einstieg 45.000 Euro. Piloten bekommen bei Air Berlin zu Beginn 80.000 und in der Spitze bis zu 115.000 Euro. Quelle: dpa
Condor5050 Euro bekommt ein Condor-Kopilot zum Einstieg im Monat. Das macht eine jährliche Gesamtvergütung von 60.600 Euro. Ein Kapitän verdient zunächst 8700 Euro im Monat beziehungsweise 104.400 Euro im Jahr. In der Spitze kann sein Gehalt auf 135.600 Euro klettern. Quelle: dpa
British AirwaysDas Einstiegsgehalt der BA-Co-Piloten liegt bei 61.000 Euro. Piloten ab dem 12. Berufsjahr erhalten zunächst 77.000 Euro im Jahr. Im Laufe der Zeit kann ihr Gehalt auf bis zu 181.000 Euro steigen. Quelle: REUTERS
LufthansaLufthansa-Kapitäne gehören zu den Bestverdienern und können in der Spitze ein Jahresgehalt von bis zu 255.000 Euro bekommen – Zulagen inklusive. Schon zum Einstieg verdient ein Erster Offizier / Kopilot rund 55.500 Euro, mit Zulagen bis zu 73.000 Euro. Das Einstiegsgehalt eines Flugkapitäns ab dem 12. Berufsjahr beträgt 120.000 Euro. Quelle: dpa

Kurz vor Ablauf des Ultimatums der Flugbegleitergewerkschaft Ufo hat die Lufthansa einen neuen Lösungsversuch gestartet. Dabei gehe es „relativ überraschend“ um konkrete Inhalte, sagte Ufo-Vorstandschef Nicoley Baublies am Freitag. „Das ist nicht nur Geplänkel.“

Das Zeitfenster sei noch nicht geschlossen. Die Gespräche dauerten am Abend an. Zu den Inhalten wollte sich Baublies nicht äußern. Es sei Stillschweigen vereinbart worden.

Eine Lufthansa-Sprecherin bestätigte die Gespräche. „Es ist schon mal positiv, dass geredet wird“, sagte sie. Zu den Aussichten wollte aber auch sie sich nicht äußern.

Die sechs größten Baustellen der Lufthansa

„Die Lufthansa hat uns eingeladen, um uns einen Vorschlag über Inhalte und den weiteren Ablauf der Verhandlungen zu unterbreiten“, hatte Baublies am Mittag in Frankfurt gesagt. Die Fluggesellschaft versucht über die Sondierungsgespräche einen Weg zurück an den Verhandlungstisch zu finden.

Mitte Oktober hatte Ufo ein Angebot der Lufthansa als Provokation zurückgewiesen und das Unternehmen aufgefordert, die Vorschläge bis zum Ende der ursprünglich gesetzten Verhandlungsfrist am 1. November nachzubessern. Anderenfalls drohten Streiks.

Das gelte nach wie vor, sagte Baublies. Zwar bemühten sich beide Seiten, sich bis Sonntag zu einigen. „Gelingt das nicht, sind Streiks in der kommenden Woche das wahrscheinlichste Szenario.“ Mit der Ankündigung eines Arbeitskampfes sei aber nicht vor Montag zu rechnen.

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