Tourismus Branche attackiert Politik

Deutschen Veranstaltern und Reisebüros geht es besser denn je. Nun fordern sie mehr Gehör.

Zimmermädchen in einem Kölner Hotel Quelle: dpa

Die Deutschen sind Reise-Weltmeister und somit eine Wirtschaftsmacht. Doch bei den Politikern im eigenen Land scheint das nicht anzukommen. Jürgen Büchy, neuer Präsident des Deutschen Reiseverbandes (DRV), attackiert das Verhalten der deutschen Politik scharf. In seiner Grundsatzrede zur 61. Jahrestagung des Verbandes in Südkorea kritisierte er die letzten Entscheidungen der Bundesregierung als „moderne Wegelagerei.“ Luftverkehrsabgabe, Bettensteuer und die drohende Mehrwertsteuererhöhung für Flusskreuzfahrten hätten eindeutig gezeigt, dass die Branche nicht so wahrgenommen werde, wie die wirtschaftliche Bedeutung im Lande sei.

Die beliebtesten Urlaubsziele der Deutschen
Die Deutschen werden gerne als Reise-Weltmeister bezeichnet. Zu Recht: Im letzten Jahr reisten rund 49,0 Millionen Deutsche innerhalb Deutschlands und ins Ausland. Hier die "Top 10" der beliebtesten Reiseziele für das kommende Jahr. Quelle: Statista 2011 (mit ADAC) Quelle: AP
Auf Platz 10: Großbritannien. 1,3 Prozent der Deutschen planen im nächsten Jahr dorthin zu fahren. Bei einer London-Besichtigung darf das Regierungsviertel mit Big Ben und Westminster Bridge nicht fehlen. Quelle: REUTERS
Den 9. Platz besetzt Dänemark. Wer nach Kopenhagen fährt sollte sich auch mal den Hafen anschauen. 2012 wollen 1,4 Prozent Urlaub in Dänemark machen. Quelle: Fotolia
Die Top 8: Kroatien. Der Urlaubs-Klassiker "Adria" bleibt auch 2012 beliebt. 1,7 Prozent der Deutschen wollen im nächsten Jahr am adriatischen Meer urlauben. Quelle: dpa
Trotz oder wegen der Krise: 2 Prozent planen einen Urlaub in Griechenland, das damit Platz 7 in der Beliebtheitsliste belegt. Griechenland abseits der Demonstrationen - der Parthenon auf der Akropolis. Quelle: AP
Auf Platz 6: Skandinavien. 2,9 Prozent der Deutschen wollen im nächsten Jahr zu den Fjorden Norwegens und Schwedens - hier ein zugefrorener Fjord bei der Stadt Longyearbyen auf Spitzbergen. Quelle: REUTERS
Den 5. Platz belegt die Türkei. 3,2 Prozent wollen nächstes Jahr dorthin fahren. Beliebt sind die Strände bei Antalya, die auch meist ruhig sind - es sei denn es gibt einen Wirbelwind zu beobachten. Quelle: REUTERS

Schlagzeilen mit Bettensteuer

Die Branche stehe für drei Millionen Arbeitsplätze und sorge insgesamt für neun Prozent des Bruttoinlandsprodukt (BIP). Die ökonomische Bedeutung habe zudem in den vergangenen Jahren zugenommen. „Nehmen Sie diese Branche ernst“, appellierte Büchy an die Politik. Die Realität ist davon noch entfernt. Städte wie Köln und Berlin sorgen seit einiger Zeit mit einer Bettensteuer für Schlagzeilen. Die Hauptstadt verlangt fünf Prozent vom Übernachtungspreis. Büchy geißelte diese Form der Gewinnabschöpfung als „Selbstbedienungsmentalität“. Die Stadt kassiere bei Leuten, die sie als Wähler nicht fürchten müsse. Das wirke wie eine „klassische Fremdensteuer.“

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