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Touristikkonzern Friedrich Joussens Radikalkur für TUI

Heute tritt Friedrich Joussen den Chefposten bei TUI an. Auf seiner Agenda steht ein radikaler Umbau des Touristikkonzerns – und die Frage, ob der Hauptsitz in Hannover bleibt.

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Friedrich Joussen Quelle: dpa

Friedrich Joussen versucht es mit Humor. „Ich bin der Neue und habe nicht viel Ahnung vom Geschäft“, witzelt der Vorstand des Touristikkonzerns TUI zu Beginn seiner Rede vor rund 100 Betriebsräten Ende Januar. 30 Minuten lang spricht der Zwei-Meter-Mann aus Duisburg im schönsten Ruhrpott-Platt im Best Western Hotel in Berlin-Mitte. Er philosophiert über die „Strahlkraft“ der Marke TUI, die „Bedeutung“ der Reisebüros und das „Know-how“ der Belegschaft. Konkretes über die Strategie erfahren die Anwesenden nicht. „Viel Show“, urteilt ein TUI-Veteran, der im Publikum saß.

Interessanter ist da schon, was Joussen nicht erwähnt. Der Name Michael Frenzel fällt kein einziges Mal. Auch der Abschiedsparty am Abend für Frenzel, der 19 Jahre lang Europas größten Reisekonzern steuerte, bleibt er fern. Stattdessen trifft er sich mit Entscheidern auf einer Veranstaltung des Bundesverbandes der Deutschen Industrie. Arbeitnehmervertreter werteten das als Signal: Joussen ist unzufrieden damit, wie Frenzel TUI hinterlässt.

Mit dem Chefwechsel stehen dem Reisekonzern aus Hannover ungemütliche Zeiten bevor, erfuhr die WirtschaftsWoche aus Unternehmenskreisen. Wenn die Hauptversammlung Joussen am Mittwoch zum Vorstandschef kürt, bleibt anschließend kaum ein Stein auf dem anderen. Auf der Agenda des früheren Deutschland-Chefs des Telekomkonzerns Vodafone steht ein Totalumbau. Insider berichten, dass Joussen sämtliche Beteiligungen der TUI auf den Prüfstand stellt: die konzerneigenen Hotels und Resorts, Container- und Kreuzfahrtschiffe, Reisebüros und Flugzeuge.

Veränderungen sind dringend nötig, denn der von Frenzel angeschobene Umbau blieb auf halber Strecke stehen. Aus dem Stahlkonzern Preussag formte der Manager 2002 einen Reiseanbieter – eine wirtschaftshistorische Leistung. Doch Strategieschwenks und Fehlkäufe sorgten für Frust bei Anteilseignern. Seit der Umbenennung von Preussag in TUI fiel der Aktienkurs um 65 Prozent. Heute wirkt die Aktiengesellschaft mit Sitz in der Karl-Wiechert-Allee 4 wie eine orientierungslose Holding mit angeschlossenem Hotel- und Reedereigeschäft, die weniger wert ist als die britische Pauschalreisetochter TUI Travel, an der der Konzern 56 Prozent hält.

Wohin die Deutschen gerne reisen
Baden-WürttembergDer Schwarzwald und der Bodensee zählen unter anderem zur Region "Baden-Württemberg", die das viert-liebste Reiseziel der Deutschen im Inland ist. Mehr als ein Drittel der Befragten verbrachte ihren Urlaub innerhalb Deutschland. Das ergab eine repräsentative Studie der "Stiftung für Zukunftsfragen", in der 4.000 Bundesbürger ab 14 Jahren nach ihrem Urlaubsverhalten 2012 befragt wurden. Quelle: dpa
NordseeDie Nordseeküste, wie hier am Wattenmeer, erwies sich im Vergleich zum Vorjahr als relativ stabil. Knapp sechs von 100 Deutschen verbrachten hier ihren Jahresurlaub. Quelle: dpa
BayernZur Region "Bayern" zählen unter anderem die Alpen und das Allgäu. Während 2011 noch neun von 100 Personen ihren Urlaub im deutschen Süden verbrachten, waren es 2012 nur noch 8,6 Personen. Quelle: dpa
OstseeküsteGleichauf mit Bayern liegt die Ostsee. In den vergangen Jahren haben sich die beiden Reiseziel ein Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert: Lag die Ostseeküste 2010 vorne, war es 2011 Bayern. 2012 nun lagen beide auf gleichem Niveau, obwohl die Ostsee weiter zulegte. 8,6 von 100 Personen wählten die Ostseeregion in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein als Urlaubsziel. Quelle: dpa
TürkeiVom Schwächeln der anderen europäischen Auslandsziel profitiert vor allem die Türkei. Der Mittelmeerstaat kann einen Anstieg von 0,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr aufweisen. Hier ist es besonders billig: Die Tageskosten liegen rund zehn Prozent unter dem europäischen Durchschnitt. Durchschnittlich 1.093 Euro ließen sich die Bundesbürger ihren Urlaub in der vergangenen Reisesaison kosten. Das sind 80 Euro mehr als noch im vergangenen Jahr: Mit diesen Kosten sind nicht nur die reinen Reise- und Unterkunftskosten abgedeckt, sondern auch alle übrigen Ausgaben wie Tagesausflüge, Eintrittspreise und Restaurantbesuche. Quelle: REUTERS
Italien8,7 von 100 Befragten machten sich 2012 auf den Weg nach Italien. Damit schafft das Mittelmeerland Platz zwei unter den beliebtesten Reisezielen im Ausland. Während der Urlaub im Inland nur noch knapp 10 Tage dauert, waren es im europäischen Ausland knapp drei Tage länger. Quelle: dpa
SpanienDas populärste Auslandsreiseziel ist Spanien, insbesondere die Balearen, die genauso viele begrüßen konnten wie ganz Italien. 12 von 100 Reisenden flogen nach auf die spanische Seite der iberischen Halbinsel. Einen kleinen Wehmutstropfen gibt es allerdings auch: Der Anteil der deutschen Urlauber sank im Vergleich zum Vorjahr, um 1,2 Prozent. Quelle: dapd

Seit vier Monaten tourt Kronprinz Joussen durch die TUI-Welt. Der Elektroingenieur mit Faible für alles Technische spricht mit Anteilseignern und Arbeitnehmervertretern. Drei Tage lang absolviert er am Frontdesk eines Reisebüros in Mülheim unweit seines Heimatortes Duisburg einen Schnellkurs in Sachen Reiseverkehrskaufmann. Der Nicht-Touristiker studiert Provisionsmodelle, Buchungssysteme und Kunden. Langsam kristallisiert sich dabei die Agenda heraus, mit der Joussen an den Start gehen wird. Nach Informationen der WirtschaftsWoche sind dies seine fünf wichtigsten Projekte:

Joussen glaubt an die Kraft der Reisebüros. Derzeit besitzt TUI bundesweit rund 465 eigene, die aber auch Pauschalreisen von Alltours, Thomas Cook und FTI verkaufen. Joussen wolle das ändern, um die Marge zu steigern, sagt ein ihm nahestehender Manager. TUI-Reisebüros sollen in Zukunft nur TUI-Urlaube verticken. Einzig hochpreisige Konkurrenzprodukte wie Aldiana-Cluburlaube oder Aida-Kreuzfahrten bleiben erlaubt. Gleichzeitig soll der provisionsgetriebene Vertrieb von TUI-Produkten in veranstalterunabhängigen Reisebüros reduziert werden.

Das sind die längsten Strände der Welt
Praia do Cassino (Brasilien)Der Weltrekordler unter den Stränden: Stolze 254 Kilometer misst die Praia do Cassino. Der Strand liegt im Süden Brasilliens, zwischen Molhes da Barra und Barra do Chuí an der Grenze zu Uruguay. Wandern, Angeln, Surfen - alles ist möglich. Als Strandspaziergänger kann es aber mal länger dauern. Quelle: Tripadvisor
Ninety Mile Beach (Australien)Da ist der Name Programm: Der Ninety Mile Beach liegt im australischen Bundesstaat Victoria. Der Strand ist tatsächlich etwa 90 Meilen lang, umgerechnet 151 Kilometer. Die starke Brandung mach das Baden am Strand jedoch fast unmöglich. Surfer kommen hier eher auf ihre Kosten. Quelle: Tripadvisor
Cox' Bazar (Bangladesch)Der Strand in Bangladesch verdankt seinem Namen einen britischen Offizier, Leutnant Cox. Der südasiatische Sandstrand ist rund 120 Kilometer lang. Der gleichnamige Badeort im Süden des Landes ist der größte des Landes und ist bei in- sowie ausländischen Touristen beliebt. Quelle: Tripadvisor
Ninety Mile Beach (Neuseeland)Der Name ist im Gegensatz zu seinem australischen Namensvetter irreführend: Denn der Strand an der Westküste im äußersten Norden Neuseelands ist tatsächlich „nur“ 55 Meilen (88 Kilometer) lang. Quelle: Tripadvisor
Virginia Beach (USA)Laut dem Guinness-Buch der Rekorde ist er der längste Vergnügungsstrand der Welt. Der Virginia Beach liegt - wie der Name vermuten lässt - in Bundestaat Virginia. Der 45 Kilometer lange Sandstrand mit seiner fünf Kilometer langen Strandpromenade ist bei Touristen und Einheimischen besonders beliebt. Quelle: Tripadvisor
Strand von Muizenberg (Südafrika)Rund 25 Kilometer südlich von Kapstadt liegt Muizenberg mit seinem fast 30 Kilometer langem Sandstrand. Als Wahrzeichen von Muizenberg gelten die vielen bunten Strandhäuschen. In den Buchten des Strandes werden oft weiße Haie gesichtet. Quelle: Tripadvisor
Marina Beach (Indien)Der Sandstrand ist die bekannteste Sehenswürdigkeit in seiner Umgebung. Der 13 Kilometer lange Marina Beach liegt nahe der Stadt Chennais in Indien. Vor allem am Abend und an den Wochenenden bevölkern Anwohner und Touristen den Strand. Der große Besucheransturm führt mittlerweile zunehmend zur Vermüllung des Gebietes. Quelle: Tripadvisor

Der Vertriebsschwenk kann nur funktionieren, wenn TUI die Zahl konzerneigener Verkaufsstellen sowie exklusiver Franchisepartner erhöht. Joussen schwebt offenbar insgesamt eine Reisebüro-Zahl von 1200 bis 1600 vor – angelehnt an die Shop-Zahl bei Vodafone. Den Prozess will er „behutsam“ einleiten, heißt es.

TUI ist mit 248 Feriendomizilen und 160.000 Betten Europas größter Hotelier. Der Umsatz mit Übernachtungen stieg 2012 um sechs Prozent auf 826 Millionen Euro. Auch die Auslastung wuchs teils kräftig: Bei Grecotel, Grupotel und Riu lag sie bei mehr als 80 Prozent. Robinson Clubs kamen auf 74 Prozent, Iberotel auf 66 Prozent. Trotz der guten Ergebnisse plant Joussen eine Bereinigung. Denn das Hotelgeschäft bindet Kapital in Form von Reparaturen und Erneuerungsinvestitionen. Hohe Zinszahlungen machen Objekte teils unrentabel. Joussen spielt mit dem Gedanken eines internen Rankings, das die profitabelsten Hotels hervorhebt und die schwächsten Häuser brandmarkt. Ein Verkauf unwirtschaftlicher Häuser ist wahrscheinlich.

Flotte: Flexibilität und hohe Kosten

Die schönsten Sonnen-Reiseziele im Winter
SüdafrikaDas Gastgeberland der Fußball-WM 2010 hat seine Aufgabe anscheinend mit Bravour bestanden: 83 Prozent der damaligen WM-Besucher gaben laut FIFA Marketing Research nach ihrer Reise an, Südafrika wieder besuchen zu wollen. Vergangenes Jahr nahm das Land 9,6 Milliarden Euro durch Touristen ein. Südafrika bietet seinen Besuchern eine atemberaubende Natur und Metropolen, wie Kapstadt und Johannesburg. Generell ins südliche Afrika führten laut ADAC-Reisemonitor vergangenes Jahr 1,1 Prozent der deutschen Fernreisen. Quelle: gms
MexikoAzteken-Tempel und Strandparadiese, wie Cancun, zogen 2011 rund 23,4 Millionen Touristen an. Der World Tourism Organisation nach ist Mexiko somit das zehntbeliebteste Reiseziel der Welt. Von deutschen Fernreisenden führte es 0,2 Prozent nach Mexiko. Quelle: REUTERS
SeychellenDie Seychellen im Indischen Ozean leben vom Fremdenverkehr. 30 Prozent der arbeitenden Bevölkerung sind hier beschäftigt und erwirtschaften 70 Prozent des Volkseinkommens. Investoren setzten in den vergangenen Jahren vor allem auf den Fünfsternebereich, wo Hotels neu- oder ausgebaut worden sind. Quelle: dpa
AustralienNatur-Highlights, wie das Great Barrier Reef und der Ayers Rock, sowie Millionenmetropolen, wie Sydney und Melbourne, locken jährlich zahlreiche Touristen nach Australien. Bei den deutschen Fernreisenden waren es laut ADAC Reise-Monitor vergangenes Jahr 0,2 Prozent (gemeinsam mit Neuseeland und der Südsee). Damit landet Australien auf Platz elf der beliebtesten Fernreiseziele der Deutschen 2011.   Quelle: gms
Karibische InselnDie Bahamas und die Antillen – allein die Namen klingen traumhaft. An den Stränden von Kuba bis Jamaika ließen es sich 2011 rund 0,8 Prozent der deutschen Fernreisenden gut gehen. Quelle: dpa
MalaysiaDer Staat im südchinesischen Meer lockte laut der World Tourism Organisation vergangenes Jahr 24,9 Millionen Besucher an. Damit war Malaysia das weltweit neuntbeliebteste Reiseland. Davor liegt Deutschland mit 28,4 Millionen Besuchern. Zu den Sehenswürdigkeiten gehören außer Stränden und Tempeln die Petronas Towers in der Hauptstadt Kuala Lumpur. Mit ihrer Höhe von 452 Metern hatten sie zweitweise den Status der höchsten Bürogebäude der Welt inne. Quelle: REUTERS
MauritiusDer Tourismus ist Hauptfaktor des mauritischen Wachstums. Rund 965.000 Touristen besuchten 2011 den Inselstaat im Indischen Ozean. Im Vorjahr waren es 935.000. Deutschland lag mit 5,65 Prozent der ausländischen Touristen an sechster Stelle. Das Land besticht vor allem durch seine Badestrände. Quelle: AP

Die 140 Flieger von TUI Fly schweben einer ungewissen Zukunft entgegen. Die Flotte sichert der Konzerntochter TUI Travel zwar Flexibilität, weil der Flugplan an die Veranstalter-Bedürfnisse angepasst wird. Doch sie verursacht hohe Kosten. Selbst in Spitzenzeiten, wo Fluggesellschaften wie Air Berlin und Easyjet ihre Tickets zu Höchstpreisen verkaufen, fliegt die hauseigene Airline teilweise teurer als die zugekauften Tickets. Ohnehin stelle sich für einen Reiseveranstalter die Frage nach dem Sinn eigener Maschinen: Flüge würden das Urlaubsempfinden der Reisenden kaum beeinflussen. Ausschlaggebend seien hingegen Qualität und Atmosphäre der Hotels. Eine Reduzierung scheint realistisch.

Joussen ist Markenfetischist, doch das TUI-Portfolio aus 200 unterschiedlichen Marken ist ihm zu unübersichtlich. Auf den Fluren der Konzernzentrale stellt er die Frage, ob Kunden eigentlich wüssten, was sich hinter Berge & Meer, First Choice oder Sensimar verberge? Ungläubig äußert er sich über die Farbwahl der rot-gelben TUI-Fly-Flieger, obwohl die TUI-Hausfarbe rot auf blau ist. Joussen wird die Marken daher straffen und bündeln. Vorstellbar ist etwa, dass er Hapag-Lloyd Kreuzfahrten und TUI Cruises zusammenlegt. Erfolgreiche Marken wie die Robinson Clubs dagegen tastet er wohl nicht an.

In seinen ersten vier Monaten hat sich Joussen vor allem den Heimatmarkt der TUI in Deutschland angeschaut. Die Umsatzrendite der Landesgesellschaft ist mit zwei Prozent vergleichsweise niedrig. Der Marktanteil sank von 23 Prozent 2007 auf heute 18 Prozent. Grund sind Mittelständler wie Alltours, FTI und Schauinsland, die günstiger sind, aber ähnliche Qualität bieten.

Mit TUI-Deutschland-Chef Christian Clemens trifft sich Joussen daher regelmäßig. Der Schwede, der seit einem Jahr das deutschsprachige TUI-Reisegeschäft steuert, soll an die Leistungen der Töchter in Großbritannien (sechs Prozent Rendite) und Skandinavien (neun Prozent) herankommen.

Die Treffen mit Clemens entlarven das eigentliche Dilemma der TUI: Clemens berichtet nicht an Joussen, sondern an Peter Long, Chef der TUI Travel in Crawley, 50 Kilometer südlich von London. Das Touristik-Urgestein hält die Hand über sämtliche Veranstalteraktivitäten der TUI. Joussen gibt über das Kontrollgremium der TUI Travel zwar die Strategie vor. Die operativen Entscheidungen aber trifft Long.

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Joussen will daher bald in England mitregieren. Jüngste Gespräche über eine Fusion von TUI und TUI Travel in Form eines Aktientauschs scheiterten aber. Für einen Barkauf fehlt Hannover das Geld. Selbst eine Übernahme der TUI AG durch TUI Travel wurde durchgespielt – damit stünde plötzlich auch die Standortfrage zur Debatte. Die Beteiligten brachen die Verhandlungen ab; britisches Aktienrecht schließt eine Fusion sechs Monate lang aus. Die Synergien wären immens. Allein die Schließung eines Standortes würde umgerechnet 50 Millionen Euro sparen, rechnet Jamie Rollo vor, Analyst bei der Investmentbank Morgan Stanley. Hinzu kämen Steuerersparnisse sowie Umsatzsteigerungen durch bessere Hotelvermarktung. Alles in allem dürfte eine Fusion den Unternehmenswert der TUI um rund eine Milliarde Euro steigern, schätzt Morgan Stanley.

Will Joussen die Hoheit über den Fusionsprozess behalten, muss er zunächst den Aktienkurs der TUI AG nach oben treiben. Ansonsten würde er gegenüber Kontrahent Long Hausmacht einbüßen. TUI-Großaktionäre wie der Russe Alexej Mordaschow würden den Deal daher derzeit kaum durchwinken. Ein Kursplus von 30 Prozent bis zum nächsten Übernahmeversuch soll TUI wieder in eine bessere Verhandlungsposition bringen.

Eilig hat Joussen es nicht. Schon einmal hat er bewiesen, dass er geduldig auf einen guten Deal warten kann. Als Deutschland-Chef von Vodafone kaufte er 2008 den Festnetzanbieter Arcor – nach zwei Jahren Warterei.

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