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Touristikkonzern TUI kann aus Reiseboom kein Kapital schlagen

Rote Zahlen zum Stabwechsel bei Europas größtem Reisekonzern. Im vergangenen Quartal stand unterm Strich ein Verlust von 137 Millionen Euro, obwohl der Umsatz um gut ein Prozent auf 3,5 Milliarden Euro anstieg.

Wohin die Deutschen gerne reisen
Baden-WürttembergDer Schwarzwald und der Bodensee zählen unter anderem zur Region "Baden-Württemberg", die das viert-liebste Reiseziel der Deutschen im Inland ist. Mehr als ein Drittel der Befragten verbrachte ihren Urlaub innerhalb Deutschland. Das ergab eine repräsentative Studie der "Stiftung für Zukunftsfragen", in der 4.000 Bundesbürger ab 14 Jahren nach ihrem Urlaubsverhalten 2012 befragt wurden. Quelle: dpa
NordseeDie Nordseeküste, wie hier am Wattenmeer, erwies sich im Vergleich zum Vorjahr als relativ stabil. Knapp sechs von 100 Deutschen verbrachten hier ihren Jahresurlaub. Quelle: dpa
BayernZur Region "Bayern" zählen unter anderem die Alpen und das Allgäu. Während 2011 noch neun von 100 Personen ihren Urlaub im deutschen Süden verbrachten, waren es 2012 nur noch 8,6 Personen. Quelle: dpa
OstseeküsteGleichauf mit Bayern liegt die Ostsee. In den vergangen Jahren haben sich die beiden Reiseziel ein Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert: Lag die Ostseeküste 2010 vorne, war es 2011 Bayern. 2012 nun lagen beide auf gleichem Niveau, obwohl die Ostsee weiter zulegte. 8,6 von 100 Personen wählten die Ostseeregion in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein als Urlaubsziel. Quelle: dpa
TürkeiVom Schwächeln der anderen europäischen Auslandsziel profitiert vor allem die Türkei. Der Mittelmeerstaat kann einen Anstieg von 0,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr aufweisen. Hier ist es besonders billig: Die Tageskosten liegen rund zehn Prozent unter dem europäischen Durchschnitt. Durchschnittlich 1.093 Euro ließen sich die Bundesbürger ihren Urlaub in der vergangenen Reisesaison kosten. Das sind 80 Euro mehr als noch im vergangenen Jahr: Mit diesen Kosten sind nicht nur die reinen Reise- und Unterkunftskosten abgedeckt, sondern auch alle übrigen Ausgaben wie Tagesausflüge, Eintrittspreise und Restaurantbesuche. Quelle: REUTERS
Italien8,7 von 100 Befragten machten sich 2012 auf den Weg nach Italien. Damit schafft das Mittelmeerland Platz zwei unter den beliebtesten Reisezielen im Ausland. Während der Urlaub im Inland nur noch knapp 10 Tage dauert, waren es im europäischen Ausland knapp drei Tage länger. Quelle: dpa
SpanienDas populärste Auslandsreiseziel ist Spanien, insbesondere die Balearen, die genauso viele begrüßen konnten wie ganz Italien. 12 von 100 Reisenden flogen nach auf die spanische Seite der iberischen Halbinsel. Einen kleinen Wehmutstropfen gibt es allerdings auch: Der Anteil der deutschen Urlauber sank im Vergleich zum Vorjahr, um 1,2 Prozent. Quelle: dapd

Die Lust auf Urlaub beschert Europas größtem Reisekonzern TUI auch zum Abschied von Vorstandschef Michael Frenzel keine besseren Ergebnisse. Unterm Strich stieg der saisontypische Verlust im ersten Geschäftsquartal bis Ende Dezember nach Abzug von Minderheitsanteilen sogar um mehr als die Hälfte auf 137 Millionen Euro, wie TUI am Mittwoch mitteilte. Nachdem der Konzern ein Jahr zuvor von Zinseinnahmen aus der Rettung der Container-Reederei Hapag-Lloyd und einem positiven Steuereffekt profitiert hatte, zog diesmal eine veränderte Bilanzierung von Leerflügen bei der Veranstaltertochter TUI Travel das Ergebnis nach unten.

Bei der TUI-Hauptversammlung an diesem Mittwoch übergibt Frenzel den Chefposten nach 19 Jahren an den früheren Vodafone-Manager Fritz Joussen. Bei dem Aktionärstreffen stehen daher neben Frenzels umstrittener Bilanz die Pläne seines Nachfolgers im Fokus.

Im Reisegeschäft zeigte die Entwicklung in den vergangenen Monaten nach oben. Zwar ging die Zahl der Gäste zwischen Oktober und Dezember im Jahresvergleich um mehr als drei Prozent zurück. Weil sich TUI inzwischen auf exklusivere und gewinnträchtigere Reiseangebote konzentriert, konnte das Unternehmen im Schnitt jedoch höhere Preise durchsetzen.

Der Konzernumsatz wuchs im ersten Geschäftsquartal um gut ein Prozent auf 3,5 Milliarden Euro. Der um Sondereffekte bereinigte Verlust vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf Unternehmenswerte (EBITA) verringerte sich um vier Prozent auf 142 Millionen Euro. Dazu trug allerdings der Verkauf eines Riu-Hotels auf den Balearen bei. Dieser bescherte der Hotelsparte einen kräftigen Gewinnsprung. Das Kreuzfahrtgeschäft rutschte dagegen tiefer in die roten Zahlen.

Der Wahrheitsgehalt von Reise-Weisheiten
Der schiefste Turm der Welt steht in PisaWer hätte es gedacht, der weltbekannte schiefe Turm von Pisa, ist nicht der schiefste der Welt. Ein Kirchturm im ostfriesischen Suurhusen mit über fünf Grad Neigung macht dem italienischen Wahrzeichen harte Konkurrenz. Doch der aktuell schiefste Turm der Welt ist auch schief gewollt. Architekten haben ihn so geplant. Die Rede ist vom Capital-Gate-Hochhaus in Abu Dhabi. Es hat eine Neigung von 18 Grad. Quelle: Momondo.de Quelle: AP
Das Tote Meer ist das salzhaltigste Gewässer der ErdeIm Wasser schweben, beim Baden Zeitung lesen, nicht tauchen können – das alles ist Besuchern dank des etwa 28 prozentigen Salzgehaltes im Toten Meer möglich. Der salzigste See der Welt ist das Tote Meer dennoch nicht. Der Assalsee in Dschibuti, Ostafrika, hat etwa 35 Prozent Salzgehalt. Einige Seen in den antarktischen Trockentälern, wie der Don-Juan-See, sind sogar noch salziger. Mit über 40 Prozent Salzgehalt friert das Wasser hier sogar bei minus 30 Grad Celsius noch nicht ein. Quelle: AP
Das rote Tuch macht Stiere aggressivToreros wedeln mit ihren roten Tüchern vor dem Stier hin und her, bis dieser ganz wild und aggressiv wird und sie dann angreift. Es wird von Vielen angenommen, dass das rote Tuch der Grund ist, warum der Stier so wild wird. Tatsächlich sind Stiere aber farbenblind und reagieren nur auf die Bewegungen des Tuches und des Matadors. Quelle: dpa
Die Chinesische Mauer ist vom All aus zu sehenEin gigantisches Bauwerk, das sich über tausende Kilometer durch die Landschaft zieht, dass ist die Chinesische Mauer. Tatsächlich gibt es Bilder, die von der internationalen Raumstation ISS aus geschossen wurden, auf denen das Bauwerk zu sehen ist. So nehmen viele an, dass man die Chinesische Mauer tatsächlich vom Weltall aus ausmachen kann. Doch das stimmt nicht, zumindest nicht mit dem bloßen Auge. Denn für die Bilder wurden Tele-Objektive verwendet und so gut sind unsere Augen dann doch nicht. Quelle: dpa
Die Inuit leben in IglusDie um den Nordpol lebenden Völker sind umgeben von Eis und Schnee – so stellen wir uns das oft vor. Kein Wunder also, dass sich das Bild von in einem aus Eis gebauten Iglu wohnenden Inuit verbreitet hat. Tatsächlich wohnen sie eher in Hütten und Zelten. Die Hütten werden aus Stein, Gras, Holz und allem, was verfügbar ist gebaut. Im Sommer sind luftige Zelte aus Fellen und Walknochen der Unterschlupf der Wahl. In Iglus wird nur genächtigt, wenn die Inuit mehrere Tage auf der Jagd sind. Quelle: AP
Der Name Roter Platz kommt vom KommunismusOft wird angenommen, dass der Name Roter Platz mit dem Kommunismus zu tun hat. Dies liegt schließlich nicht allzu fern, denn der berühmte Platz vor der Basilius-Kathedrale in Moskau wurde von den Kommunisten einst so genannt. Manchmal halten auch die an den Platz angrenzenden roten Kremlmauern und –türme für Spekulationen um die Namensgebung her, doch bis ins 19. Jahrhundert waren diese tatsächlich weiß angestrichen. Es ist aber etymologisch belegt, dass Krasnaja Ploschtschad ursprünglich Schöner Platz bedeutete. Das Verb krasny bedeutete in Russisch ursprünglich sowohl rot als auch schön, wird heutzutage aber nur noch als rot gebraucht, was sich dann in allen anderen Sprachen so durchgesetzt hat. Quelle: AP
Die Sahara ist eine SandwüsteDenken wir an die Sahara, denken wir meist an riesige Sanddünen. Dabei ist die Sahara viel mehr, als nur Sanddünen. Denn sie ist größtenteils eine Steinwüste oder Felswüste, eine so genannte Hammada, zu etwa zehn Prozent eine Kies- und Geröllwüste, auch Serir genannt und nur ungefähr 20 Prozent machen die bekannte Sandwüste, die Erg, aus. Quelle: dpa

Reiseunternehmen schreiben im Winter in aller Regel Verluste. Ihre Gewinne fahren sie in der Hauptreisezeit im Sommer ein. Aber auch die Container-Reederei Hapag-Lloyd, an der TUI noch mit 22 Prozent beteiligt ist, lieferte von Oktober bis Dezember einen anteiligen Verlust von acht Millionen Euro ab.

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Für das gesamte Geschäftsjahr 2012/2013 (30. September) stellte die TUI-Führung weiterhin mehr Umsatz, ein stabiles, um Sondereffekte bereinigtes EBITA und ein positives Konzernergebnis in Aussicht. In dieser Prognose sind jedoch auch die Gewinnanteile der Minderheitsgesellschafter von TUI Travel eingerechnet.

Die wichtigste Tochter des Konzerns gehört der Hannoveraner TUI AG nur zu 56 Prozent, die übrigen Aktien von TUI Travel werden an der Londoner Börse gehandelt. Rechnet man die auf solche Minderheitsanteile entfallenden Ergebnisse ein, steckte TUI im ersten Geschäftsquartal sogar mit 184 Millionen Euro in den roten Zahlen.

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