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Trotz Kostenexplosion Deutsche Bahn baut weiter an Stuttgart 21

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Erst stoppte der der Aufsichtsrat die Bahn

Die skurrilsten Durchsagen der Bahn
„Die Weiterfahrt wird sich in Leverkusen verzögern. Wir werden von einem hochwichtigen Zug überholt“, zwitscherte @BahnAnsagen beispielsweise in die Runde. Die - unbekannten - Betreiber des Accounts nehmen auf, was ihnen ihre Follower aus ganz Deutschland schicken. Auf unserem Bild sieht man übrigens, wie der französische TGV in Stuttgart ankommt und begeistert empfangen wird. Quelle: dpa
Auch der nächste Tweet nimmt die Verspätungen der Deutschen Bahn aufs Korn: „Durchsage im Zug am Bahnhof Hamm: 'Wir warten noch auf auf Fahrplanabweichungen'.“ Ein anderer Twitter-Nutzer antwortet mit ironischem Unterton: „Bei der S-Bahn in Stuttgart muss man da nicht drauf warten. Einfach an den Bahnsteig stellen, und sie sind da.“ Quelle: dpa
Dieser Tweet kommt wohl ohne Kommentare aus: „An das Zugpersonal: Bitte die Türen noch einmal öffnen, damit der Zugführer einsteigen kann!“ Quelle: dpa
Die armen Zugbegleiter haben es aber auch nicht immer leicht. Eigentlich wollen sie sich nur artig bedanken - und dann das: „Wir wünschen einen angenehmen Abend und danken, dass Sie uns benutzt haben.“ Quelle: AP
Dieser Tweet wird vor allem Pendler, die viel im Ruhrgebiet oder Düsseldorf unterwegs sind, zum Lachen bringen: „Ist etwas voll geworden. Sonst wären wir auch nicht die S1“, so eine Lautsprecherdurchsage in der S-Bahn-Linie 1. Im Ursprungs-Tweet war die Rede davon, dass die Ansage in Köln aufgeschnappt worden sein soll. Allerdings - in Köln gib es keine S1. Tatsächlich verkehrt die Bahn zwischen Solingen und Dortmund. Die beschriebene Situation dürfte allerdings trotzdem vielen bekannt vorkommen oder, wie @BahnAnsagen schreibt: „Der Inhalt der Aussage transportiert sich auch so, ob nun S1, U1 oder RE1.“ Quelle: AP
Und wieder eine Verspätung - und ein kleiner Versprecher: „Wie Sie gemerkt haben, sind wir 7,5 Minuten später gestartet. Wir bitten Sie, dies zu bedauern!“ Quelle: dpa
Auch Fotos zwitschert @BahnAnsagen. Wie zum Beispiel dieses hier (Screenshot) mit der Anmerkung: „Lässt die Bahn jetzt Raum für eigene Notizen?“ Quelle: Screenshot

Die Bahn hatte bereits Ende letzten Jahres dem Aufsichtsrat vorgeschlagen, das Projekt weiter zu bauen. Das Gremium lehnte damals eine Zustimmung jedoch ab und verlangte weitere Informationen vom Vorstand. Union und FDP hatten zudem befürchtet, die Kostenexplosion des von den in Baden-Württemberg regierenden Grünen abgelehnten Bahnhofs würde ihnen im Bundestagswahlkampf schaden. Regierungskreisen zufolge hatte sich aber auch das Kanzleramt für eine schnelle Entscheidung vor der Bundestagswahl im Herbst ausgesprochen.

Schwer taten sich mit der Entscheidung im Aufsichtsrat vor allem die Arbeitnehmer, die nach Angaben aus dem Gremium auch eine Unterbrechung der Sitzung beantragten. Die Gewerkschaften stehen derzeit in Tarifverhandlungen mit der Bahn und müssen das Ja zu den milliardenschweren Lasten für das Unternehmen den Mitgliedern vermitteln.

Das Unternehmen muss nun die Kosten zunächst selbst übernehmen. Zusatzprojekte wie eine veränderte Anbindung des Stuttgarter Flughafens, die mit mehr als 200 Millionen Euro zu Buche schlagen wird, will die Bahn nun ohne Beteiligung der Partner aber nicht mehr umsetzen. Notfalls erwägt das Unternehmen auch eine Klage gegen die Projektpartner. Es beruft sich auf eine sogenannte Sprechklausel, die im Vertrag bei Zusatzkosten eine Verständigung unter den Parteien vorsieht. Sie wird jedoch unterschiedlich interpretiert. Baden-Württemberg sieht darin keine Verpflichtung, über den früheren Rahmen von gut 4,5 Milliarden Euro hinaus zu zahlen.

Auch für den Bund wäre ein Ausstieg teuer gekommen

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    Den Konzernunterlagen zufolge hätte ein Ausstiegsbeschluss die Bahn für 2012 tief in die roten Zahlen gedrückt. Die Dividende für den Bund von 525 Millionen Euro müsste dann aus der Substanz bezahlt werden.

    Allerdings wird sich auch der Weiterbau auf die Bilanz der mit 16,8 Milliarden Euro verschuldeten Bahn auswirken. Bis 2017 werden die Verbindlichkeiten nicht wie geplant um über eine Milliarde sinken, sondern nur um etwa 300 Millionen Euro. Bei einem Ausstieg jedoch würden sie auf über 17 Milliarden Euro klettern, heißt es in den Unterlagen.

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