Tschechen kaufen Unister-Reiseportale Wer steckt hinter Rockaway Capital?

Der Käufer von fluege.de und Ab-in-den-Urlaub.de steht fest: Es ist der tschechische Internetkonzern Rockaway Capital. Doch im Hintergrund zieht ein chinesischer Investor die Fäden.

Quelle: Presse

Dank Rainer Calmund und Fußballspieler Michael Ballack kennt so gut wie jeder Deutsche die Reiseportale fluege.de und Ab-in-den-Urlaub. Jahrelang warben Calmund und Ballack für die Reiseportale, die Spots flimmerten zur besten Sendezeit durch das Fernsehen. Die beiden Internetportale gelten deshalb als Kronjuwelen im ramponierten Reich des finanziell angeschlagenen Internetkonzerns Unister. Seit der Unister-Insolvenz nach dem Flugzeugabsturz von Gründer Thomas Wagner stehen sie zum Verkauf. Nun steht fest, wie es mit den Portalen weitergeht.

Die Unister-Insolvenz - Ein Wirtschaftskrimi?

Der Name des Käufers ist eine Überraschung: Ab-in-den-Urlaub und fluege.de gehen an den tschechischen Internetinvestor Rockaway Capital - einen völligen Neuling auf dem deutschen Markt. Dabei sollen auch deutsche Konzerne wie Pro7Sat1 und Holidaycheck um die Unister-Firmen geboten haben.

Rockaway Capital übertrumpfte sie alle. Die Tschechen gelten als eines der größten Internetunternehmen in Mittel- und Osteuropa. Doch bei dem Unister-Deal spielt vor allem ein stiller Partner die entscheidende Rolle. Denn mit Rockaway steigt auch CEFC, einer der zehn größten Privatkonzerne Chinas, bei fluege.de und Ab-in-den-Urlaub ein. Der Plan: Die beiden Investoren wollen bald auch chinesische Urlauber mit Hilfe der Unister-Portale nach Deutschland locken.

Das Kerngeschäft von CEFC ist Öl und Gas, doch die Chinesen beteiligen sich auch als Investoren an diversen Unternehmen. Bei Rockaway heißt es offiziell, die Chinesen nähmen keinen Einfluss und seien nur finanziell beteiligt. Doch CEFC hat in den vergangenen Jahren ein Standbein in Tschechien und der Slowakei aufgebaut.

Vor allem das Interesse der Chinesen am Tourismus scheint groß: CEFC ist an Hotelketten und Fluglinien beteiligt. Die chinesischen Investoren bauen hier so Strukturen für die fast 1,4 Milliarden reisewilligen Einwohners Chinas auf. Und in Europa verankerte Onlineportale könnten dabei eine Schlüsselrolle spielen.

Für die beiden Investoren ist deshalb besonders Ab-in-den-Urlaub.de interessant. Schließlich hat CEFC gerade erst die Mehrheit an dem Rockaway-Portal Invia aufgekauft, das sehr ähnlich funktioniert wie Ab-in-den-Urlaub.de. In der tschechischen Republik, Polen, Ungarn und der Slowakei ist Invia nach eigenen Angaben bereits Marktführer. Doch seit dem vergangenen Jahr ist Invia im fernen Osten aktiv und lockt chinesische Urlauber nach Mitteleuropa. Dabei profitiert das Unternehmen besonders von drei Direktflügen, die von China nach Prag führen.

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