WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

TV-Rechte Endspiel-Stimmung in der Bundesliga

Die Spitze der Fußball-Bundesliga steht vor entscheidenden Weichenstellungen - für die Zukunft des deutschen Profi-Fußballs wie für die deutsche Medien-Landschaft.

Der Kampf um die Bundesliga-Rechte geht in die heiße Phase - Und ganz vorne dabei die Deutsche Telekom und Sky. Quelle: dpa

Bleiben am nächsten Wochenende die dicken Überraschungen aus und setzt sich das Führungsduo der höchsten deutschen Spielklasse durch, erlebt die Fußball-Bundesliga am Mittwoch kommender Woche ein wahres Endspiel: Borussia Dortmund gegen Bayern München, Tabellenführer gegen den direkten Verfolger heißt die Partie, die am 11. April um 20 Uhr im ehemaligen Westfalenstadion angepfiffen wird.

Fußballfreunde freuen sich drauf: Die Partie wird maßgeblich entscheiden, wer im Rennen um die Meisterschale die Nase vorn hat. Es geht um Ruhm und Ehre - und viel Geld. Denn der Meister sichert sich zugleich üppige Zulagen auf Sponsorengelder und einen höheren Anteil an den Fernseherlösen, die nach einem erfolgsabhängigen Schlüssel an die Profi-Clubs ausgeschüttet werden.

Das Rechte-Ringen beginnt
Während Borussen und Bayern um die Meisterschaft kicken, läuft im Hintergrund ein nicht weniger brisantes Spiel: der Poker um die künftigen Einnahmen aus dem Verkauf der Medienrechte der Liga für den Zeitraum ab Herbst 2013 bis Ende der Saison 2016/2017. Kassierte die Liga bislang mehr als 1,6 Milliarden Euro von den Rechtekäufern wie Sky, ARD, ZDF, Deutsche Telekom für die laufende Vier-Jahres-Periode, schielen alle Beteiligten in der Kicker-Branche jetzt auf noch höhere Erlöse - möglich und wahrscheinlich scheint ein Abschluss nördlich der Zwei-Milliarden-Euro-Marke.

Seit gestern liegen dem Liga-Vorstand die Angebote von maximal 15 Bietern vor. Dem Vernehmen nach will Liga-Chef Christian Seifert mit seinen engsten Mitarbeitern nach Ostern loslegen, die Gebote bewerten und spätestens Anfang Mai entscheiden, in wessen Hände die Liga ihre lukrativsten Rechte vergibt.

Welche Fußballclubs ihre Sponsoren glücklich machen
Platz 20Die Wolfsburger landeten auf Platz 20. Auch Sponsor VW kann dem VfL offenbar nicht dabei helfen, über sein dauerhaft mieses Image hinwegzukommen. In einer weiteren Studie des Marktforschungsinstut mafo.de verbanden die Befragten den Verein mit Schlagworten wie „Söldnerverein“ und „Geld“. Markenindex: 39,82 Quelle: dpa
Platz 24Für den FC Augsburg wird es schwer, hochzukommen. Trotz Aufstieg in die erste Liga reicht es für die Augsburger nur für den vorletzten Platz. Keine Überraschung also, dass Augsburgs Marcel De Jong sich schon vor Scham auf den Boden wirft. Auch Sponsor AL-KO wird sich darüber kaum freuen können. Markenindex: 38,22 Quelle: dapd
Platz 16Der FC Freiburg hat die Wende geschafft. In der Hinrunde noch Tabellenletzter liegen die Freiburger jetzt im Mittelfeld. Das gilt auch für das Ranking der bekanntesten und beliebtesten Fußballvereine Deutschlands. Markenindex: 43,32 Quelle: dapd
Platz 13Der 1. FC Kaiserslautern hat den Abstiegskampf verloren. Bei der Markenmeisterschaft landet der Verein trotzdem noch im Mittelfeld. Dort tümmeln sich auch andere erfolgslose Vereine. Markenindex: 44,72 Quelle: dpa
Platz 14Kein Grund zur Freude auch bei Maskottchen Herthinho und Roman Hubnik: Die Hertha hätte sich wohl einen besseren Platz erhofft. Da ist vielleicht auch für Trikotsponsor Deutsche Bahn der Zug bald abgefahren. Markenindex: 44,48 Quelle: dpa
Platz 18Vielleicht hatte 1899 Hoffenheim einfach noch nicht genug Zeit, sich ein gutes Image zu erarbeiten. Mit dem „Retortenklub“-Ruf im Rücken ist das aber auch nicht einfach. Der Schriftzug des Solarherstellers Suntech brachte die Spieler bisher auch noch nicht zum strahlen. Da hilft nur: Am Ball bleiben. Markenindex: 41,96 Quelle: dpa
Platz 15Torjubel bei den Hannoveranern Jan Schlaudraff (l.) und Karim Haggui. In der Bundesliga liegt Hannover 96 aktuell auf Platz 7, auf das Markenranking färbte das jedoch nicht ab. Markenindex: 44,35 Quelle: dpa

Sky gegen Telekom

Ähnlich wie auf dem Platz läuft beim Endspiel um die Rechte die Entscheidung offenbar ebenfalls auf ein brisantes Duell zweier Riesen hinaus: Der Bezahlfernsehkonzern Sky, der zum 25 Milliarden-Euro schweren Medienreich News Corp. des US-australischen Medienmoguls Rupert Murdoch gehört, tritt an gegen die mehr als doppelt so umsatzstarke Deutsche Telekom.

Beide wollen den Fußball als Lockstoff für die umworbene Kundschaft einsetzen: Der noch immer mit hohen Verlusten operierende Unterföhringer Konzern Sky für seine TV-Pakete, die Telekom mit Sitz in Bonn vor allem, um ihre TV- und Telefonkundschaft bei der Stange zu halten oder neue zu ködern. Für beide geht es um sehr viel, entsprechend groß ist offenbar der Wille, tief in die Tasche zu greifen.

Geschickte Manöver

Sky, heißt es, will im Vergleich zum derzeit noch laufenden Vertrag noch einmal mindestens 70 Millionen Euro pro Saison drauflegen und am Ende gut 360 Millionen Euro pro Spielzeit für die Übertragungsrechte lockermachen. Öffentlich zitieren lässt sich damit niemand, es ist die Zeit der Gerüchte und Manöver.

Die Telekom immerhin ließ gestern durchblicken, dass sie tatsächlich auf alle angebotenen mehr als 20 möglichen Rechtepakete bieten will, die Seifert und Co. fein geschnürt haben – für die Live-Übertragung im TV, für die via Satellit und Kabel, im Internet, für die Zusammenfassung auf welchen Wegen auch immer. Anschließend, so ein Telekom-Sprecher, wolle man die Rechte, die man nicht selber auswerten wolle, in einem Großhandels-Modell an andere Interessenten weiterverkaufen.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%