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TV-Rechte für Olympia Zuschauer sitzen bei ARD und ZDF nur in der zweiten Reihe

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Deutlich mehr Reklame

Stattdessen können sie sich jetzt, da sie nicht mehr Rechtepartner des IOC und seines deutschen Präsidenten Thomas Bach sind, noch mal um einiges unabhängiger um ihren Auftrag kümmern und beispielsweise Machenschaften und Mauscheleien hinter den Kulissen der globalen Sportsause noch gründlicher ausleuchten. Besonders die ARD hat sich mit ihrem Experten Hajo Seppelt hier bereits einen international hoch beachteten Ruf erarbeitet.

Die Zuschauer wiederum müssen sich jetzt nicht sorgen, dass Athleten oder Wettbewerbe auf dem Bildschirm unsichtbar für sie bleiben: Olympische Spiele gehören wie die Fußball-WM zu jenen Großereignissen, die laut Gesetz im frei empfangbaren Fernsehen gezeigt werden müssen. Eurosport dürfte das hinkriegen. Der Sender garantiert jedenfalls schon mal „eine umfassende Verbreitung der Olympischen Spiele in Deutschland“, mit der er „Anforderungen des IOC sowie die rechtlichen Vorgaben“ sogar noch übertreffe.

Klar ist aber auch, dass Eurosport deutlich stärker darauf angewiesen sein wird, die teuren Rechtekosten über Werbeerlöse zu refinanzieren, als die aus Beiträgen finanzierten ARD und ZDF. Heißt im Klartext: Rund um Skirennen und Bobfahren im Winter und Weitsprung und 100 Meter Freistil im Sommer wird der Zuschauer deutlich mehr Reklame zu sehen bekommen als bisher und vielen lieb ist. Wer mehr sehen möchte als Zusammenfassungen in Sport- und Tagesschau, wird damit leben müssen.

Auf Eurosport kommt die Aufgabe zu, praktisch stellvertretend für die Privatsender den Nachweis zu führen, die Übertragungen vom Spektakel Olympia tatsächlich stemmen zu können. Und das nicht nur praktisch und vor Ort.

Denn noch mal spannender wird nun die Frage, wie Eurosport und seine Mutter Discovery mit Olympia Geld verdienen wollen; die 1,3 Milliarden Euro, die sie Bach und seiner Truppe für die Ringe-Rechte rübergeschoben haben, zahlen die Amerikaner nicht mal eben aus der Portokasse. Zwar sind ihnen schon einige Vertragsabschlüsse mit Sendern in Europa geglückt. So hatte die BBC bereits im Februar eine Einigung mit Eurosport-Chef Peter Hutton erzielt und eine Sublizenz gekauft. Doch mit ARD und ZDF bricht ein wichtiger Baustein aus der Rechte-Refinanzierung weg. Findet Hutton hierzulande nicht doch noch Partner etwa bei den Privatsendern wie RTL oder Sat.1, droht ihm womöglich ein Finanzloch.

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