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Uber-Deutschland-Chef Freese "Die Taxi-Innung will keinen neuen Wettbewerber"

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"Längerfristig arbeiten wir an Delivery-Diensten"

In China hat sich aber schon eine schlagkräftige Konkurrenztruppe formiert: Der Fahrdienst Didi Kuaidi, an dem die staatliche chinesische Investmentagentur beteiligt ist, kooperiert mit ihrem US-Konkurrenzen Lyft. Da drohen Sie bereits ausgebremst zu werden…

Nein, wir wachsen in China schnell, wir denken, dass der Markt dort auf jeden Fall groß genug für zwei, wenn nicht gar drei Player ist. Das sehen wir auch in den USA, wo es Luft gibt, etwa in San Francisco oder L.A. Dort steigen unsere Umsätze ja auch weiter. Letztlich entscheidet der Verbraucher, welche Plattform er nutzen möchte, um eine Fahrt zu bestellen. Die Wechselkosten für den Verbraucher sind dabei denkbar gering. Er kann – im Übrigen genauso wir unsere Fahrer-Partner – mehrere Apps gleichzeitig verwenden. Die Akzeptanz solcher Vermittlungsdienste steigt und bringt auch Menschen in unsere Autos, die bisher mit dem eigenen PKW gefahren sind. In Chicago etwa testen wir seit kurzem einen speziell für Pendler zugeschnittenen Dienst, der sehr gut angenommen wird. Und uberPOOL, bei dem man sich den Fahrpreis teilen kann, in dem man dem Fahrer erlaubt, kleine Umwege für einen zweiten Fahrgast zu machen, der ebenfalls ein Auto in dieselbe Richtung angefordert hat, läuft super in L.A. und San Francisco. Pool bieten wir in flächenmäßig großen europäischen Städten wie Paris oder neuerdings auch London an. Dieser Service zeigt ganz besonders, was Uber für Städte tun kann. Mit uberPOOL sorgen wir nicht nur dafür, dass die vorhandenen Autos mehr unterwegs sind und nicht mehr so viel rumstehen, wir sogen ebenfalls dafür, dass sie während ihrer Fahrzeit mehr Menschen gleichzeitig transportieren. Das bedeutet weniger Autos auf Parkplätzen und weniger Autos auf den Straßen.

Wie lange hält Uber noch durch? Uber weltweit soll in einigen Quartalen 2013 und 2014 fast genauso viel Verlust wie Umsatz geschrieben haben. Geht Ihnen das Geld aus?

Nein, da kann ich Sie beruhigen. Da die Zahlen nicht öffentlich sind, kann ich sie nicht en Detail kommentieren. Es ist sicher richtig, dass wir noch Verluste schreiben, aber Gewinne sind für jetzt auch noch nicht geplant.

Welche Weiterentwicklungen?

Zunächst wollen wir uberPOOL weltweit etablieren. Längerfristig arbeiten wir an Delivery-Diensten: Wenn ein Uber-Fahrer seinen Fahrgast abgesetzt hat und keine direkte Anschlussfahrt hat, kann er zum Beispiel für ein Restaurant Essen ausliefern oder für einen Supermarkt ein Paket ausliefern. Die App kann das technisch schon, wir akquirieren im Moment Partner dafür. Im Grundprinzip geht es bei unseren Diensten immer um das Gleiche: dem Verbraucher das Leben erleichtern und gleichzeitig die vorhandenen Ressourcen besser ausnutzen.

Dann legen Sie sich gleich mit der nächsten Branche an, den Paketdiensten?

Im Gegenteil, wir eruieren im Moment die Möglichkeiten einer Zusammenarbeit. Die letzte innerstädtische Meile ist für die klassischen Paketdienste sehr teuer. Das können wir schneller und billiger mit einer Flotte von Partnern, die ohnehin in der Stadt unterwegs sind. Die Paketdienste könnten ebenfalls effizienter werden und bessere Margen einfahren, indem wir ihnen die für sie nervige und teure letzte Meile abnehmen.

In Arbeit
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Wann kommt Uber an die Börse? 2016 ?

Da müssen Sie in der Zentrale in San Francisco fragen, aber ich denke, dass es noch dauern wird. Was ich ihnen aber bestätigen kann, ist, dass es keinerlei Druck und Drängen zu einem schnellen IPO gibt.

Weder seitens unserer Gründer, noch seitens der Investoren. 

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