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Übernahme Weichen für Etihad-Einstieg bei Alitalia sind gestellt

Acht Monate haben die Verhandlungen gedauert, mehrfach drohten sie zu scheitern. Jetzt ist der Deal zwischen Etihad und Alitalia perfekt - bis auf das grüne Licht der Kartellwächter zum Einstieg der Araber.

Jetzt fehlt nur noch das grüne Licht der Kartellwächter. Quelle: REUTERS

Die Weichen für den Ende Juni vereinbarten Großeinstieg des Air-Berlin-Aktionärs Etihad bei der angeschlagenen italienischen Alitalia sind gestellt. Die Chefs von Etihad und Alitalia, James Hogan und Gabriele Del Torchio, besiegelten am Freitag in Rom nach achtmonatigen schwierigen Verhandlungen ihren Schulterschluss.

Zuvor hatten die Aktionäre der Alitalia den Vertrag mit der arabischen Airline aus Abu Dhabi und eine weitere Kapitalerhöhung gebilligt. In den nächsten Jahren wollen die Araber insgesamt rund 1,76 Milliarden Euro investieren - auch um die Flotte zu modernisieren und das Personal fortzubilden.

Beide Seiten hatten vereinbart, dass Etihad 49 Prozent der Alitalia übernimmt. Das muss nun noch von den Kartellbehörden genehmigt werden. Auch Brüssel hat ein Auge darauf: Nach europäischem Recht müssen bei EU-Fluggesellschaften nationale Anteilseigner die Mehrheit behalten. Auch wenn außereuropäische Investoren lediglich Minderheitsanteile besitzen, könnten sie die Airlines kontrollieren, befürchtet die EU-Kommission. Die Lufthansa hatte bereits scharfe Kritik an der europäisch-arabischen Allianz geübt und unfaire Wettbewerbsvorteile der staatlichen Golf-Airline bemängelt.

Die Alitalia-Aktionäre hatten am Freitag auch der nochmals um 50 Millionen Euro aufgestockten Kapitalerhöhung von 300 Millionen Euro zugestimmt. Italiens staatliche Post will 75 Millionen Euro in die marode einstige Staatsfluglinie Alitalia investieren - eine zuletzt nochmals erhöhte Summe. Etihad wird in einem ersten Schritt 560 Millionen Euro Kapital und damit dringend benötigtes frisches Geld in das Unternehmen pumpen. Die Araber hatten den Abbau von mehr als 2000 Jobs sowie die Beteiligung anderer bei der Sanierung verlangt.

Das Ziel wurde in zähen Verhandlungen mit Gewerkschaften und Banken erreicht. 2171 der insgesamt etwa 13 000 Alitalia-Arbeitsplätze sollen verschwinden, was bereits zu Streikmaßnahmen unter den Beschäftigten geführt hat. Die italienische Regierung sieht den Etihad-Einstieg als große Chance für den kriselnden Standort Italien. Verkehrsminister Maurizio Lupi hatte betont, die Airline bleibe vor allem auch dank des Anteils von Air France-KLM in europäischer Hand. Die Franzosen wollten bislang nicht mehr Geld investieren.

Alitalia fliegt seit Jahren Verluste ein. Die Aktionäre hatten erst im Oktober vergangenen Jahres einer Kapitalerhöhung um bis zu 300 Millionen Euro zugestimmt, um eine drohende Zahlungsunfähigkeit abzuwenden. Jetzt sollen eine Umwidmung der hohen Alitalia-Schulden, sieben neue internationale Destinationen bis 2018 sowie sieben neue Langstreckenflugzeuge dazu beitragen, Alitalia bis 2017 - erstmals seit dem Jahr 2002 - wieder aus den roten Zahlen fliegen zu lassen.

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