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Überraschender Wechsel Kann Prock-Schauer, was Mehdorn nicht gelang?

Der neue Air Berlin-Chef Wolfgang Prock-Schauer braucht in seinem neuen Job noch mehr Glück als bei der defizitären ehemaligen Lufthansa-Tochter BMI oder der angeschlagenen indischen Jet Airways.

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Wenn ein börsennotiertes Unternehmen den Chef wechselt, versuchen alle Beteiligten die Sache möglichst entspannt aussehen zu lassen. Um Anleger und Kunden nicht zu verunsichern, wird der Neue Monate im Voraus angekündigt und vorgestellt. Außerdem bekommt der Alte noch eine ordentliche Abschiedsvorstellung.

Läuft die Sache dagegen so wie bei Air Berlin, ist das kein gutes Zeichen. Die schob den bisherigen Chef Hartmut Mehdorn am Montagmorgen mit sofortiger Wirkung in den Verwaltungsrat und hob seinen Vize Wolfgang Prock-Schauer auf den Chefsessel. Zwar galt der 56-jährige gebürtige Österreicher bereits seit seiner Berufung zum Strategievorstand im Oktober als Kandidat für die Mehdorn-Nachfolge. Doch am Ende war die Sache doch mehr als überraschend, auch wenn für Prock-Schauer bereit ein in der Industrie praktisch einmaliges Akronym erfunden der CSPO (Chef Stratege und Planer).

Ein trostloser Chefsessel

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    Denn angefragt hatten die vom Air-Berlin-Aufsichtsrat beauftragten Headhunter von Egon Zehnder in den vergangenen Monaten dem Vernehmen nach bei vielen anderen Chefs der Branche. Doch alle wie Germanwings-Chef Thomas Winkelmann, Condor-Boss Ralf Teckentrup, dem heutigen Emirates‚ Verkaufsvorstand und Ex-Lufthanseaten Thierry Antinori sowie wohl mindestens ein halbes Dutzend Andere haben offenbar dankend abgelehnt.

    Die wichtigsten Stationen von Wolfgang Prock-Schauer

    Aus gutem Grund: der Chefsessel in der Firmenzentrale an Berlins Saatwinkler Damm gehört zu den trostlosesten der ohnehin nicht besonders aufmunternden Flugbranche. Mehdorns Vorgänger Joachim Hunold hat die Linie zwar zu Europas drittgrößtem Billigflieger empor heraufgekauft. Doch Deutschlands zweitgrößte Fluglinie steckt tief in den roten Zahlen und hat hohe Schulden, die sie zu Rekordzinsen finanziert hat. Sie fliegt im Wesentlichen nur noch dank der Hilfe des Großaktionärs Etihad aus Abu Dhabi, die in den vergangenen 13 Monaten mehr als 300 Millionen Euro an die Tochter überwiesen hat.

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