WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

Umstrittener Fifa-Präsident Blatter startet Rachefeldzug

Seite 2/2

Fifa-Verfahren gegen Beckenbauer geht weiter

Unterdessen geht das Verfahren der Fifa gegen Beckenbauer weiter. „Die Ethikkommission äußert sich nicht zu einer Dauer von Verfahren. Aber ich kann bestätigen, dass Berichte, dass das Verfahren ergebnislos eingestellt wird, falsch sind“, sagte Andreas Bantel, der Sprecher des Vorsitzenden der Untersuchungskommission, Cornel Borbély, am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. „Das Verfahren läuft weiter“, ergänzte Bantel. Über Inhalte der Ermittlungen wollte er sich nicht äußern.

Beckenbauer hatte wie alle Mitglieder des Fifa-Exekutivkomitees, die bei der skandalumwitterten WM-Vergabe an Russland 2018 und Katar 2022 im Dezember 2010 beteiligt gewesen waren, vor den Ermittlern der unabhängigen Fifa-Kommission aussagen müssen. Als er dies zunächst verweigerte, wurde er im Sommer 2014 provisorisch für 90 Tage für alle Fußball-Aktivitäten gesperrt. Nach seiner danach erfolgten Aussage wurde diese Sperre aufgehoben. Beckenbauer war am Sonntag für eine Reaktion vorerst nicht zu erreichen.

Neben den Fifa-Ermittlungen muss Beckenbauer auch noch mit einer Befragung der Schweizer Justizbehörden rechnen. Nach dem Strafantrag der Fifa vom 18. November 2014 im Zuge der Korruptionsverdächtigungen um die WM-Turniere wollen die staatlichen Ermittler alle 22 Personen verhören, die an der WM-Abstimmung beteiligt waren.

Am vergangenen Mittwoch hatte die Schweizer Polizei in diesem Zusammenhang im Fifa-Hauptquartier Dokumente beschlagnahmt. Zudem sollten alle wegen des Kongresses in Zürich weilenden Funktionäre sofort verhört werden, die 2010 abgestimmt haben und keinen Wohnsitz in der Schweiz haben. Beckenbauer war 2011 aus dem Gremium ausgeschieden. Fifa-Funktionäre, die in der Schweiz ansässig sind wie Präsident Blatter oder Uefa-Chef Platini, sollen offenbar zu einem späteren Zeitpunkt von den Ermittlern einbestellt werden.

Bereits am Samstag hatte sich Blatter nach seiner Wiederwahl kämpferisch gezeigt und Gegnern im Weltfußballverband gedroht. „Ich vergebe jedem, aber ich vergesse nicht“, sagte Blatter. Der Uefa warf er vor, Hass zu säen. Im Schmiergeldskandal, der die Fifa seit Mittwoch erschüttert, unterstellte er den US-Ermittlern, die Verhaftung einflussreicher Funktionäre bewusst kurz vor seine Wiederwahl gelegt zu haben. Die „New York Times“ berichtete unter Berufung auf die Strafverfolger, dass sich der Fall aller Wahrscheinlichkeit nach ausweiten und es zu weiteren Festnahmen kommen wird.


Jetzt auf wiwo.de

Sie wollen wissen, was die Wirtschaft bewegt? Hier geht es direkt zu den aktuellsten Beiträgen der WirtschaftsWoche.
Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
Zur Startseite
Diesen Artikel teilen:
  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Benachrichtigung aktivieren
Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Themen der WirtschaftsWoche informieren? Sie erhalten 1 bis 3 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft
Erlauben Sie www.wiwo.de, Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert
Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Themen der WirtschaftsWoche auf dem Laufenden. Sie erhalten 1 bis 3 Meldungen pro Tag.
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%