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Ungeklärte Personalfragen Typisch EADS

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Durch-choreographiertes Spiel

Der Vorstandsvorsitzende von Airbus, Thomas Enders Quelle: dapd

Denn die Verzögerung liegt vor allem dran, dass der französische Staat, der 15 Prozent am Unternehmen hält, in letzter Minute das sensible deutsch-französische Gleichgewicht zu seinen Gunsten verändern will. Zudem gab es heute auf dem Podium das gewohnte durch-choreographierte Spiel der Top-Manager. Enders  gab den Ungeduldigen, dem allmählich die Hutschnur platzt und so tat, als könne er sich einen Job auch außerhalb des Konzerns vorstellen. Gallois hingegen gab den Diplomaten und beruhigte. „Der Verwaltungsrat muss darüber ja erst im April entscheiden.“

Denn – und das wäre dann wirklich keine Veränderung zu der bisherigen Praxis - am Ende wird das Spiel sicher so ausgehen wie immer. Es gibt eine Lösung in letzter Minute und sie fällt aus wie erwartet. Das ist auch überfällig.

Sparprogramme beginnen zu greifen

Denn in all dem Durcheinander geht unter, dass die EADS wirtschaftlich auf einem guten Weg ist und in diesem Jahr endlich bei den finanziellen Ergebnissen an die Erfolge der Flugzeuge anknüpft. So könnte das Unternehmen den Gewinn in 2012 auf bis zu zwei Milliarden Euro steigern. Denn besonders bei Airbus sind die größten Kosten für den verspäteten A380 vorbei und es werden mehr Flugzeuge denn je zu besseren Preisen ausgeliefert. Dazu greifen bei den anderen Töchtern wie dem Cassidian genannten Rüstungsgeschäft oder der Hubschraubertochter Eurocopter die Sparprogramme.

Staatseinfluss zurückschrauben

Voraussetzung dafür ist freilich eine grundlegende Veränderung: Dass es dem EADS-Chef im Gegensatz zu seinen Vorgängern gelingt, den Staatseinfluss zurück zudrehen und die bisherigen lustlosen Großaktionäre wie den Autohersteller Daimler und den französischen Verleger Lagardère durch Anteilseigner zu ersetzen, die das Unternehmen auf Gewinn und Effizienz trimmen wollen und darin nicht nur ein Jobmaschine für das eigene Land sehen.

 

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