Die Gewerkschaft der Lokomotivführer (GDL) hat mit der Auszählung ihrer Urabstimmung über einen Arbeitskampf bei der Deutschen Bahn begonnen. „Wir erwarten über 90 Prozent Zustimmung zum Streik“, sagte GDL-Chef Claus Weselsky am Montag in Frankfurt am Main zum Auftakt der Zählung.
Das Ergebnis der Briefwahl will die GDL erst am Dienstag verkünden. Notwendig sei die Zustimmung von 75 Prozent der abgegebenen Stimmen. Weselsky ließ offen, ob am Dienstag bereits konkrete Termine für Arbeitsniederlegungen genannt werden. Man werde auf jeden Fall den Bahn-Passagieren ausreichend Vorlauf einräumen, damit sich diese auf die Situation vorbereiten könnten.
Die Tarifrunde zwischen der Bahn und der Gewerkschaft GDL steckt fest. Weselsky schloss erneut aus, beim gegenwärtigen Stand an den Verhandlungstisch zurückzukehren.
Die GDL fordert unter anderem Lohnerhöhungen wie im öffentlichen Dienst von rund 3,2 Prozent sowie eine deutliche Corona-Prämie im laufenden Jahr. Wegen der Pandemie will sich die Bahn aber am „Notlagentarifvertrag“ der Flughäfen orientieren, der eine ähnliche Erhöhung um 3,2 Prozent auf einen längeren Zeitraum und spätere Stufenzeitpunkte verteilen würde, bei einer Vertragslaufzeit von 40 Monaten. Hinzu kämen Leistungen zur Altersvorsorge und der Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen.
Mehr zum Thema: Am 6. August endete eine Urabstimmung bei der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer. Die Zeichen stehen auf Streik – auch, weil die Organisation vor deutschen Arbeitsgerichten eine empfindliche Niederlagenserie einstecken musste.