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Urlaub Welche Rechte Flugreisende haben

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Koffer weg, zu spät am Quelle: REUTERS

Wenn die Beschwerde des Reisenden bei der Fluggesellschaft nicht zum gewünschten Erfolg führt, kann er sich an die Schlichtungsstelle Mobilität (siehe Info-Kasten Seite 1) wenden. Lufthansa, Air Berlin, Germanwings, Easyjet und Ryan Air sind jedoch nach wie vor nicht bereit, mit der Schlichtungstelle zusammenzuarbeiten. Der Grund: Die Unternehmen verweisen auf das firmeneigene Beschwerdemanagement, das sie als ausreichend empfinden.

Außerdem hat jeder die Möglichkeit, sich beim zuständigen nationalen Aufsichtsorgan beschweren. Bei den in Deutschland registrierten Airlines handelt es sich dabei um das Luftfahrtbundesamt. Welche Stelle für Fluglinien anderer Länder zuständig ist, erfährt man bei EuropaDirekt  unter der kostenfreien Rufnummer 00800/67891011. Das Luftfahrtbundesamt bietet darüber hinaus auf seiner Internetseite eine Reihe von Formularen an, auf denen die Beschwerde bei der Behörde eingereicht werden kann.

Natürlich helfen auch die Verbraucherzentralen oder ein im Reiserecht erfahrener Anwalt weiter: Die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht (DGfR) oder die örtliche Rechtsanwaltskammer geben über entsprechende Kanzleien Auskunft.

Das Münchner Ehepaar Michael und Petra Schubert, die ihre Trekking-Tour in Australien ohne eigenes Gepäck absolvieren mussten, wandten sich an die Schlichtungsstelle Mobilität. Immerhin über 84 Luftfahrtunternehmen, darunter auch Branchengrößen wie etwa Air France/KLM und British Airways, arbeiten mit der Schlichtungsstelle zusammen, nur die deutschen Airlines weigern sich bislang. Das Ehepaar hatte Glück: Emirates akzeptierte den Vorschlag der Schlichter und übernahm die Kosten für Ersatzkleidung und -ausrüstung der beiden. Ihre Rucksäcke wurden erst zwei Monate später auf dem Flughafen in Dubai aufgefunden und wieder nach München zurückgeschickt.

Neues Servicezentrum für Bahnkunden

Doch auch wer nicht mit dem Flugzeug, sondern mit der Bahn verreist, geht nicht leer aus: Für die Entschädigung bei Zugverspätungen richten die Bahnunternehmen in Deutschland ein zentrales Servicezentrum ein. Es soll am 29. Juli in Frankfurt mit rund 50 Mitarbeitern seine Arbeit aufnehmen, wie die Deutsche Bahn und ein Verband privater Bahnen heute in Berlin ankündigte.

Von diesem Tag an gilt das neue Entschädigungsrecht. Bei mindestens 60 Minuten Verspätung erhalten Bahnfahrgäste dann 25 Prozent des Fahrpreises erstattet. Bei zweistündigen Verspätung sind es sogar 50 Prozent. Im Dezember soll eine neue Schlichtungsstelle für den öffentlichen Verkehr ihre Arbeit aufnehmen. Der Trägerverein dafür wurde am Mittwoch gegründet.

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