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Vergleichsportale Verivox schließt Vertriebstöchter Preis24 und TopTarif

Mit dem Aus von Preis24 und TopTarif wird der Dschungel von Vergleichsportalen nur ein wenig übersichtlicher. Quelle: dpa

Nicht mehr profitabel und sogar verlustbringend seien die Tochter-Onlineportale gewesen, begründet Verivox die Schließung. In Düsseldorf und Berlin werden wohl die meisten bisherigen Mitarbeiter arbeitslos.

Der harte Wettbewerb bei Online-Preis- und Vergleichsportalen fordert weitere Opfer. In einer E-Mail an die Mitarbeiter der beiden zur Verivox-Gruppe gehörenden Portale Preis24.de und TopTarif.de, teilte Chris Öhlund, der Chef der Verivox-Gruppe, den Mitarbeitenden heute mit, dass die Angebote geschlossen werden und nur noch die Markennamen erhalten bleiben sollen. Preis- und Tarifvergleiche sollen dann nur noch über die Technologieplattform von Verivox berechnet, eigene redaktionelle Inhalte nicht weiter produziert werden.

„Weil beide Unternehmen rückläufige Umsätze verzeichnen und mit Verlust arbeiten“, heißt es in Öhlunds Schreiben, das der WirtschaftsWoche vorliegt, „werden wir umfangreiche Restrukturierungsmaßnahmen vornehmen und den Geschäftsbetrieb der beiden Töchter beenden.“ Das solle, so heißt es aus der Gruppe, möglichst kurzfristig geschehen.

Alle Versuche, die Geschäft wieder profitabel zu machen, seien in den vergangenen Monaten gescheitert. Mit der Einstellung des Geschäfts müsse auch allen derzeit dort Beschäftigen gekündigt werden, schreibt Öhlund. "Wir werden uns zukünftig [...] noch stärker auf die Marke Verivox [...] konzentrieren". Der Plan, über die beiden alternativen Plattformen vor allem eine jüngere Kundschaft zu erreichen, sei gescheitert, heißt es aus dem Unternehmen.

Insgesamt ist von der Schließung eine höhere zweistellige Zahl an Arbeitsplätzen bei Preis24.de in Düsseldorf und bei TopTarif.de in Berlin betroffen. In Einzelfällen sollen Beschäftigte Arbeitsplätze bei Verivox angeboten bekommen. Speziell im technischen Bereich gebe es zahlreiche Vakanzen, heißt es in der Zentrale in Heidelberg. Daneben will das Unternehmen „Beendigungsangebote“ machen, nennt aber keine Details. Künftige Wechselaufträge für Internetanschlüsse, Strom- und Gas-Verträge, Versicherungen oder Kredite sowie Bestellungen, etwa von Mobiltelefonen, die Kunden über Preis24 und TopTarif erteilten, sollen unverändert abgewickelt werden und fließend auf die Verivox-Plattform übernommen werden. Auch bestehende Kundenbeziehungen, heißt es in der Verivox-Zentrale, würden künftig von dort aus weiter betreut.

Im Juli 2014 hatte Verivox den Konkurrenten TopTarif von den Gesellschaftern Holtzbrinck Digital und Rocket Internet für eine ungenannte Summe gekauft. Verivox selbst war Ende Juni 2015 für mindestens 170 Millionen Euro vom Medienkonzern ProSiebenSat.1 übernommen und mit der im März 2015 mehrheitlich erworbenen Plattform Preis24 zusammengeführt worden.

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