Vergleichsstudie Deutsche Kliniken versagen bei Herzinfarkten

Exklusiv

Wer in Berlin nachts einen Herzinfarkt erleidet, hat schlechtere Überlebenschancen als zum gleichen Zeitpunkt in der österreichischen Hauptstadt Wien.

Rettungsstelle in einem Berliner Krankenhaus Quelle: dpa

Das ist das Ergebnisse einer vergleichenden Studie durch den Gesundheitsökonomen Reinhard Busse von der TU Berlin, die der WirtschaftsWoche vorliegt. Der Grund für die unterschiedliche Versorgung: Während die Patienten in Berlin in 20 Kliniken mit Herzkatheter-Laboren behandelt werden, gibt es in Wien nur sechs solcher Kliniken, in denen Herzspezialisten auf diese Behandlungen spezialisiert sind.

Von diesen sechs Herzkliniken in Wien leiste auch nur eine Klinik Nachtdienst, dafür aber mit qualifizierten und ausgeruhten Ärzten. In Berlin dagegen würden Infarktpatienten nachts oft von Assistenzärzten behandelt, die schon seit dem Morgen im Einsatz sind, so Busse.

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„In Deutschland haben wir mehrere tausend Tote im Jahr mehr als sein müssten“, sagt Busse der WirtschaftsWoche. „Es ist auch Steuerverschwendung, wenn die staatliche Krankenhausplanung nicht entscheidet, wer welche Leistung bieten soll.“ Von 100 Infarktpatienten stürben bei uns neun, in Österreich weniger als acht, in Tschechien knapp sieben.

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