Vonovia Gagfah-Übernahme zahlt sich aus

Schneller als erwartet zahlt sich für Deutschlands größten Immobilienkonzern Vonovia der Zukauf des Konkurrenten Gagfah aus. Vonovia kann die Gewinnerwartungen für das Gesamtjahr anheben.

Das neue Firmenschild

Die Übernahme des Konkurrenten Gagfah zahlt sich für den größten deutschen Wohnungskonzern Vonovia rascher aus als erwartet. "Die Eingliederung der Gesellschaft wird bis Jahresende 2015 abgeschlossen sein. So können wir die Synergien schneller als erwartet heben", sagte Vonovia-Chef Rolf Buch am Dienstag. Dadurch könne der Dax-Neuling die Gewinnerwartungen für das Gesamtjahr anheben: Das Bochumer Unternehmen verspricht nun einen operativen Gewinn (FFO I) von 590 bis 600 Millionen Euro; das sind 20 bis 30 Millionen Euro mehr als bisher in Aussicht gestellt. Nach neun Monaten standen 432 (Vorjahr: 205) Millionen Euro zu Buche.

Die Vonovia-Aktionäre könnten für 2015 wie geplant mit einer Dividende von 94 Cent je Aktie rechnen. Im kommenden Jahr, wenn die Mieteinnahmen der in diesem Jahr übernommenen Gagfah, Südewo und Franconia voll in die Kassen von Vonovia fließen, soll das operative Ergebnis auf 690 bis 710 Millionen Euro steigen. Ende September bewirtschaftete die ehemalige Deutsche Annington Immobilien im Wert von 23,1 Milliarden Euro, das Portfolio ist damit fast doppelt so wertvoll wie ein Jahr zuvor.

Derzeit buhlt Vonovia um den kleineren Konkurrenten Deutsche Wohnen, dessen Vorstand die 14 Milliarden Euro schwere Offerte aber für zu niedrig hält. Vonovia-Chef Rolf Buch will jedoch nur als Mehrheitseigentümer einsteigen. "Wenn wir nicht 50 Prozent plus eine Aktie - Wandelanleihen eingerechnet - bekommen, wird unser Angebot nichtig", betonte Buch am Dienstag in einer Telefonkonferenz. Eine Aufstockung schloss er aus: "Das ist unser bestes und endgültiges Angebot."

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Damit muss Vonovia bei der geplanten Übernahme zwei Hürden überwinden: Die eigenen Aktionäre müssen ihr auf der Hauptversammlung Ende November mit 75 Prozent zustimmen, danach müssen mindestens die Hälfte der Anteilseigner von Deutsche Wohnen das Bar- und Aktienangebot akzeptieren. Buch zeigte sich zuversichtlich: "Sie machen so eine Offerte nicht, wenn sie sich nicht vergewissert haben, dass einige ihrer Investoren das gut finden."

Außerdem steht Vonovia vor dem Verkauf von 20.000 Wohnungen im Westen und Norden Deutschlands. LEG Immobilien zahlt für 13.800 Wohnungen in Nordrhein-Westfalen 600 Millionen Euro, wie das Düsseldorfer Unternehmen am Montagabend mitgeteilt hatte. Der Rest geht an einen nicht genannten Käufer. Mit dem Erlös will Vonovia seine Verschuldung reduzieren.

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