Vorfeldarbeiter-Streik Streik wird ausgesetzt

Rückkehr an den Verhandlungstisch: Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) nimmt ein Gesprächsangebot von Fraport an - und setzt den Streik aus.

Die Forderungen der GDF im Verhältnis zu vergleichbaren Tätigkeiten in anderen Bereichen sei so hoch, „dass sie in keiner Relation mehr zu diesen stehen und das Gehaltsgefüge insgesamt sprengen“, sagte Stefan Schulte, Vorstandsvorsitzender der Fraport AG am Mittwoch. Quelle: dpa

Mit Beginn der Nachtschicht wird nach Gewerkschaftsangaben wieder normal gearbeitet werden. Damit regiert die Gewerkschaft auf das neue Gesprächsangebot des Flughafenbetreibers Fraport. GdF-Sprecher Matthias Maas sagte, die Verhandlungen sollten möglichst zügig beginnen, „am besten morgen“. Es werde so lange verhandelt, bis ein Ergebnis erzielt werde oder eine Seite die Gespräche für gescheitert erkläre.

Zuvor hatte Fraport hat schriftlich ein Gesprächsangebot gemacht. Vorstandschef Stefan Schulte sagte: "Dass diese Auseinandersetzung weiter zu Lasten der Passagiere und Fluggesellschaften geht, muss ein Ende haben“, betonte Schulte. Fraport sei bereits in einigen Punkten auf die hohen Forderungen der Gewerkschaft eingegangen. So habe sie die für die Vorfeldkontrolle nahezu erfüllt. Für die beiden in Frankfurt von der GdF an Flughäfen erstmals verhandelten Bereiche Verkehrszentrale und Vorfeldaufsicht seien die Forderungen im Verhältnis zu vergleichbaren Tätigkeiten in anderen Bereichen aber so hoch, „dass sie in keiner Relation mehr zu diesen stehen und das Gehaltsgefüge insgesamt sprengen“, fügte Schulte hinzu.

Er äußerte die Erwartung, dass die GdF in den Gesprächen Kompromissbereitschaft zeige, um einen adäquaten Ausgleich für beide Seiten zu finden.

Neue Debatte über betriebliche Tarifeinheit gefordert

Der stellvertretende CDU/CSU-Fraktionschef Michael Fuchs hat indessen eine neue Debatte über die Tarifeinheit in Betrieben gefordert. „Es kann nicht sein, dass eine Minigewerkschaft erpressen kann“, schreibt der CDU-Politik auf Twitter mit Hinweis auf den Streik auf dem Frankfurter Flughafen. „Solche Streiks darf es nicht geben. Weniger als 200 Leute legen den Flugverkehr halb lahm mit unerfüllbaren Forderungen“, kritisierte Fuchs. Es sei eine Unverschämtheit, 70 Prozent Lohnerhöhung zu fordern. „Wir müssen intensiv über Tarifeinheit in einem Betrieb diskutieren“, forderte Fuchs.

In Arbeit
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Seit vergangenem Donnerstag streiken am größten deutschen Flughafen 200 Flugzeugeinweiser, um ihre Lohnforderungen durchzusetzen. Am Mittwoch - dem fünften Tag des Arbeitsausstands - sollten vorläufig nur noch 165 der geplanten 1260 Flüge gestrichen werden.

Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport hat sich bereits seit zwei Jahren auf einen Streik der Vorfeldmitarbeiter vorbereitet. Die Ersatzleute für die Lotsen seien seitdem im Simulator ausgebildet worden, berichtete Fraport-Chef Stefan Schulte am Mittwoch in Frankfurt. „Safety first. Wir werden die Sicherheit nie opfern“, erklärte der Manager in Reaktion auf Vorwürfe der streikenden Gewerkschaft der Flugsicherung.

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