WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

WDR Weißer Rauch über der Domstadt – Habemus Tom

Der „Tagesthemen“-Mann Tom Buhrow ist neuer WDR-Intendant. Er muss nicht nur das Profil der Anstalt schärfen und was für die Stimmung tun, vielmehr muss er sich im Kampf ums Digitale etwas trauen.

Tom Buhrow ist neuer WDR-Intendant, aber was wissen wir eigentlich über ihn? Quelle: dpa

Eigentlich schade – da wählt der Rundfunkrat des WDR in einer fast sieben Stunden währenden Prozedur einen neuen Intendanten und schon bevor er seine Wahl überhaupt bekannt gibt, herrscht ein gelindes Gefühl der Enttäuschung. Ob Tom Buhrow, Jan Metzger oder Stefan Kürten – keiner der drei Kandidaten, die es in die Endrunde geschafft hatten, brachte spontan die Massen in Wallung. Ein Nachrichtenmann, der Chef von Radio Bremen und ein Manager der hierzulande  weitgehend unbekannten EBU? So what? Mehr haben die nicht zu bieten? Nun ist es also Tom Buhrow geworden, mit gewaltigem Vorsprung vor den beiden übrigen Kandidaten und mancher im WDR hat jetzt die Hoffnung, dass der „Tagesthemen“-Mann und frühere USA-Korrespondent im Haus zunächst auch etwas für die Stimmung tut. Die, so ist zu hören, soll unter seiner bereits Ende April ausgeschiedenen Vorgängerin Monika Piel wahrlich nicht gut gewesen sein. Also muss er stark nach innen wirken, und dafür sorgen, dass die Riesen-Anstalt mit ihren 4500 festen und gut 15000 freien Mitarbeitern neues Selbstbewusstsein und Zusammenhalt gewinnt.

Neue Fernsehwelt

Zugleich muss er dringend daran arbeiten, dem WDR wieder mehr Profil zu geben. Denn wofür steht das öffentlich-rechtliche Riesenunternehmen eigentlich? Was ist das besondere Profil der Anstalt, die nun einmal aus dem und über das wohl heterogenste(n) aller Bundesländer berichtet? Was sind die besonderen Highlights made in Köln etwa im Programm der ARD, abgesehen jetzt mal von den im Übrigen mittlerweile arg inflationär über die Republik verstreuten „Tatorten“ aus Köln, Münster und Dortmund? Ist es eine Sendung wie „Hart aber fair“? Schon nicht schlecht. Aber viel mehr fällt dem Zuschauer kaum auf. Buhrow wird sich aber um noch mehr kümmern müssen als die interne Stimmung und das Programm-Profil. Vieles ist liegengeblieben unter Piel. So steht im Streit um die Tagesschau-App noch immer eine Einigung mit Zeitungsverlegern aus. Was Buhrow darüber denkt? Zwar bewarb er sich um ein öffentliches Amt. Doch in Wahrheit weiß die Öffentlichkeit doch eigentlich von keinem der Kandidaten wirklich, wie er sich zu vielen der Konfliktthemen positioniert, die sein neues Amt in petto hält. Das hätte man schon ganz gern vorher gewusst, es wäre interessant gewesen. Zugute halten muss man dem Rundfunkrat, der nun die Wahl durchzog, immerhin, dass parteipolitischer Einfluss diesmal eher gedämpft daherkam. Wie überhaupt der ganze Prozess schon kurz vor der Langeweile stand.

Die umsatzstärksten Filme aller Zeiten
Platz zehn: The Dark Knight RisesDer dritte Teil der Batman-Trilogie spielte rund 1,084 Milliarden US-Dollar ein. Quelle: StatistaStand: 18.7.2014 Quelle: dpa
Platz neun: James Bond SkyfallDer neuste Bond mit Daniel Craig in der Hauptrolle brillierte nicht nur durch den Soundtrack von Adele. Auch die Einspielergebnisse können sich sehen lassen. Insgesamt wurden 1,108 Milliarden US-Dollar eingespielt. Quelle: dpa
Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs Quelle: dpa
Transformers 3 Quelle: dpa
Platz sechs: Iron Man 3Der dritte Streifen über Tony Stark und sein Heldenleben spielte insgesamt 1,215 Milliarden US-Dollar ein. Der Erfolgreichste Film 2013 wurde er so aber nicht... Quelle: AP
Platz fünf: Die Eiskönigin Völlig unverfrorenDer neuste Erfolg aus den Pixar-Studios wurde der erfolgreichste Film 2013. Er spielte insgesamt 1,259 Milliarden US-Dollar ein. Quelle: AP
Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 2 Quelle: dpa

Das wäre womöglich anders gelaufen mit Kandidaten, die stärker polarisiert hätten. Öffentlich genannt worden waren Kandidaten wie der ZDF-Chefredakteur Peter Frey – das hätte spannend werden können, gilt der doch als fähiger Manager und Journalist, der sich auch anzuecken traut. Ein ZDF-Mann an der Spitze des größten ARD-Senders? Hätte interessant sein können. Lustig hätte auch ein echtes Experiment werden können – was wäre denn passiert, hätte ein Journalist wie Mathias Müller von Blumencron auf der Liste der möglichen Intendanten gestanden, ein Mann, der weiß, wie Medienwelten heute funktionieren und dem mancher durchaus zugetraut hätte, den WDR aufzumischen.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%