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Werbesprech

Cannes Lions – die Preisverleihung wird zur Farce

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89 Prozent der Werbung wird nicht wahrgenommen

Dave Trott erinnert daran, dass nur 4 Prozent der Werbekampagnen positiv erinnert werden, 7 Prozent immerhin negativ (!), dass aber 89 Prozent der Werbung überhaupt nicht wahrgenommen würde. Kein Wunder also, dass die Unternehmen immer häufiger die Kraft der klassischen Werbung in Frage stellen und einen sinkenden Return-on-Investment beklagen. Tatsächlich rutschte denn auch der deutsche Werbemarkt im Mai, einem der traditionell stärksten Werbemonate, ins Minus.

Die Marketingchefin von Diageo, Syl Saller, bemängelt das fehlende Vertrauen: „Es herrscht nicht genügend Ehrlichkeit zwischen Kunden und Agenturen.“ Und der Chief Creative Officer von Vice, Eddy Moretti, sagt zum Verhältnis zwischen Agenturen, Kunden und Medien „It’s a bloddy mess.“

Es läuft etliches schief in der Werbebranche. Und es geht schief, was nur schief gehen könnte. Verbraucher, die bei einer Promotion von Heinz Ketchup mitmachen wollten, landeten via QR-Code auf einem Pornoportal. Heinz entschuldigte sich, konnte aber weder den Shitstorm („Pornogate“) noch den Skandal verhindern.

Die Unternehmen mit den meisten Views auf Youtube

Lug und Betrug

Klickbetrug, in den USA längst ein großes Thema, beginnt nun endlich auch die deutschen Werber zu beschäftigen. Die für Online-Verhältnisse hohen Margen bei Bewegtbildwerbung locken zunehmend Kriminelle an. Und so nimmt der Klickbetrug auch in Deutschland zu. Die von Maschinen erzeugten Klicks, schreibt Horizont, sind seit Jahren ein Problem: „Betrüger versuchen, Kunden und Agenturen Inventar zu verkaufen, das nur noch von Computern gesehen wird, nicht mehr von Menschen.“

In Arbeit
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Marketing Daily meldet, dass in Einzelfällen nur 8 Prozent aller Page Impressions die Chance haben, von einem echten Menschen gesehen zu werden. Und Ferrero-Marketer Uwe Storch sagte jüngst auf dem Radio Advertising Summit zur Messbarkeit von Onlinewerbung, er habe „noch nie jemand erlebt, der so viel verspricht und so wenig hält.“

Die deutschen Werbeagenturen gewannen in diesem Jahr immerhin 74 Löwen in Cannes, noch mehr als in den Jahren zuvor. Dazu sei ihnen gratuliert. Gönnen wir ihnen den Ausflug nach Cannes. Gönnen wir ihnen die Berge von Inspiration und Cannes Löwen, die sie im (Über-) Gepäck mit nach Hause tragen.

Aber jetzt, wo alle wieder zurück sind, wird es Zeit, die wahren Probleme der Branche anzugehen und sie zu lösen. Let’s do it.

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