WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen
Werbesprech

Werbung muss wieder Kunst werden

Seite 2/2

Marke kontra Mainstream

Die verrücktesten Werbeaktionen
U-Boot in MailandFür eine Versicherung, die ihre Kunden dafür sensibilisieren wollte, dass wirklich alles passieren kann, tauchte in Mailand ein U-Boot auf. Und zwar mitten in der Stadt. Es rammte einen Smart und riss den Asphalt auf. Die verwirrten Matrosen, die dem Boot entstiegen, wurden von Sanitätern abtransportiert. Quelle: Screenshot
Nacktshopping Quelle: dpa
Sexspielzeug für die Spielfreak-Frauen Quelle: dapd
Brötchen wie Brüste Quelle: Screenshot
Guerilla-MarketingSchon fast ein Klassiker sind die Guerilla-Marketingkampagnen von Nike, bei denen der Sportartikelhersteller übergroße Fußbälle so arrangierte, als seien sie in Gebäude oder Autos eingeschlagen. Auch gigantische Turnschuhe sollten auf die Produkte des Unternehmens aufmerksam machen. Quelle: Screenshot
Vorname gegen Gratis-Games Quelle: Screenshot
Die Kostenlos-Zeitung Quelle: dapd

Ich sage es ungern, aber Marke und Mainstream widersprechen sich geradezu.

Werbung muss verkaufen und gleichzeitig Markenpersönlichkeit kreieren. Wie aber soll das gehen, wenn sie keine Ecken und Kanten haben darf? Wenn sie aalglatt sein muss? Wenn sie jedem gefallen muss, um möglichst viele Menschen anzusprechen? Und genau damit am Ende keinen so richtig?

Es mag der Wunsch des Markenmanagers sein, jedem zu gefallen, um keinen Ärger zu bekommen. Der Wunsch der Marke ist es bestimmt nicht. Wer will schon jedem gefallen? Wahre Persönlichkeiten können gar nicht jedem gefallen. So wie Kunst weder jedem etwas sagt, noch jedem gefällt.

Anders gefragt: Wann war das letzte Mal eine Musik so eingängig, dass wir sie nicht mehr aus dem Kopf bekamen und ständig summten?

„Kleider nicht am Körper bügeln!“
Get hot: „ Das Gebläse nicht als Fön verwenden“ von Robin Nonnweiler Mit absurden Warnhinweisen dieser Art beschäftigt sich eine Ausstellung im Frankfurter Museum für Kommunikation. Sie ist in Zusammenarbeit mit einer Zeitschrift für Bildbearbeitung entstanden, die zu diesem Thema einen Wettbewerb ausgeschrieben hatte. Die 50 besten Einsendungen sind vom 16. August bis 21. Oktober am Frankfurter Museumsufer zu sehen.
Handsäge: „ Versuchen Sie nicht, die Säge mit den Händen anzuhalten“ von Christian Roithner Einen besonders makabren Warnhinweis hat sich Christian Roithner einfallen lassen. Auch, wenn diese Warnung vielleicht übertrieben ist, gibt es auch in der Realität bizarre Schilder. Viele davon haben wir den Amerikanern zu verdanken, erklärte Museums-Chef Helmut Gold bei der Vorbesichtigung am Dienstag. US-Hersteller wollen sich damit gegen Klagen wappnen, falls Kunden das Produkt falsch benutzen und dadurch zu Schaden kommen. Humoristisch nähert sich dieser Gefahr der „Stella-Award“. Dieser ehrt – beziehungsweise brandmarkt – die absurdesten Schadenersatzforderungen. Benannt wurde er nach einer Frau, die eine halbe Million Dollar Schadenersatz plus Schmerzensgeld erhielt, nachdem sie sich bei McDonald's mit heißem Kaffee verbrüht hatte.
Do not iron clothes on body: „ Kleidung nicht auf Körper bügeln“ von John Wilhelm So absurd, wie der Warnhinweis „Kleidung nicht auf Körper bügeln“ von John Wilhelm klingt, ist er gar nicht. Denn in der Folge der Rechtsprechung für Stella Liebeck sind die Warnhinweise an US-Produkten immer kurioser geworden. Initiativen wie M-Law sammeln und veröffentlichen sie im Netz. Auf der Hitliste der „Wacky Warnings“ ganz oben: Der Ratschlag auf einem Kinderwagen „Baby vor dem Zusammenfalten entfernen“ und der Hinweis auf einer Klobürste „Nicht für die Körperhygiene geeignet.“ Ein Hersteller rät sogar, den Rohrreiniger besser nicht zu verwenden, „wenn Sie diese Warnung nicht verstehen oder nicht lesen können“. Quelle: dpa
Darf ich bitten?: „ Brennende Kerzen nicht unbeaufsichtigt lassen“ von Jana Gragert Einen der ersten Preise – es gab mehrere erste Plätze für Profis, Semiprofis, Auszubildende und Amateure – gewann Jana Gragert aus Reichenberg mit der Warnung „Brennende Kerzen nicht unbeaufsichtigt lassen“. Wenn Kerzen unbeaufsichtigt sind, so ihre These, fangen sie nämlich an zu tanzen. In ihrer Bildmontage „Darf ich bitten?“ wiegen sich zwei weiße Kerzen feuersprühend im Tangoschritt.
Pinguine wachsen in Alaska: „ Gentechnisch verändert – nicht füttern – nicht streicheln“ von Stefan Bungart Stefan Bungart aus Stuttgart lässt Auberginen wie Pinguine über den Südpol wackeln. Auf ihrem Rücken prangt der Aufkleber „Gentechnisch verändert“.
Pool: „ Nicht vom Beckenrand springen“ von Markus T. Winkelmann Ob es die Hinweise wirklich gibt oder ob sie nur gut erfunden sind, habe für die Jury keine Rolle gespielt, erklärte der Chefredakteur der Zeitschrift, Christoph Künne. Für sie zählte nur die perfekte technische Umsetzung und die originelle Bildidee. Wie die von Markus Winkelmann aus Düsseldorf, der an einen leeren Pool den Warnhinweis „Nicht vom Beckenrand springen“ angebracht hat. Oder auch die Illustration von Jaroslaw Reisig aus Kressbronn: Der dachte sich einen unglücklichen Graffiti-Sprayer aus, der nicht an der Milchprodukte-Unverträglichkeit Laktoseintoleranz leidet, sondern an „Lackdoseintoleranz“.
Zeitangabe: „ Zeitangabe kann von Abbildung abweichen“ von Marcus Fessler Es ist nicht immer sieben nach drei: Diesen Tipp gibt Marcus Fessler aus Bruchsal mit in seiner Illustration „Zeitangabe kann von Abbildung abweichen“.

Mäzen kontra Manager 

Das Unternehmen, der Auftraggeber der Werbung muss wieder mehr Mäzen des Neuen als Manager des Bekannten sein. Dazu gehören Mut und Rückgrat, aber auch ein Wissen um die Dinge. Erfahrung, Intuition, gesunder Menschenverstand.

Der Mäzen wagt etwas. Er investiert in die Jugend, in das Ungestüme, ja auch in das Erfolgversprechende. Er investiert, das ist der Unterschied, in die Zukunft. Der Manager lebt im Hier und Jetzt - das ist und war und wird immer sein größtes Problem sein.

Dienstleister



Gute Werbung braucht Mäzene, Fürsprecher, leidenschaftliche Partner des Kreativen, des Künstlers, der Werbung nicht als Mittel zum Zweck sieht, sondern als Selbstzweck, der ihm einen Platz in der Geschichte sichert, bewusst oder unbewusst.

Nur so kann Werbung wieder über sich hinauswachsen, Großes schaffen, selbstbewusst und erfolgreich sein, ihre Bestimmung erfüllen, Kult(ur)faktor werden und erfolgreicher Player im Business.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
Zur Startseite
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%