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Werbesprech

Nur Loser müssen werben

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... warum Werbung umso lauter schreit, je weniger sie zu sagen hat?

Welche Firmen am meisten für Werbung ausgeben
Szene aus einer Volkswagen-Werbung
Einkaufskorb von Rewe
McDonalds-Filiale
Szene aus einer Zalando-Werbung
Screenshot der Zalando-Seite
Schlange vor einer Netto-Filiale
Szene aus einer Sky-Werbung mit Karl Lagerfeld

Helfen all die obigen Tricks und Gimmicks, die das Gegenteil von guter, gewinnender Werbung sind, nicht, greift das Marketing in seiner Verzweiflung zu 'Outspending Competition'. Man erhöht den Werbedruck solange bis man das Konkurrenzumfeld dominiert - oder böse gesagt: bis nicht nur 50 Prozent, sondern eher 100 Prozent nutzlos aus dem Fenster geworfen verpuffen.

Fataler Teufelskreis

Nur wer lauter schreit, hat deshalb noch lange nicht recht. Nirgendwo. Auch wenn dies die der traditionellen Mechanik verhafteteten Marketer immer noch verinnerlicht haben.
Zudem setzt man einen Teufelskreis in Gang: In Kürze erhöhen die anderen wieder. Und man zieht nach. Und die anderen. Ganz schön schlau diese seit Jahrzehnten geübte Tragik des Verschwendens fremder Gelder. Man selbst, privat, wäre niemals so dumm. Aber das ist eine eigene Kolumne wert.

Aus purer Verzweiflung begibt man sich in diesen Teufelskreis der sich selbst erhöhenden Budgets. Doppelt schlimm sogar: Man wird zum Sisyphus in diesem Teufelskreis. Man kann nicht gewinnen.

In Arbeit
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Dabei könnte alles so einfach sein: Fazit oder Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum Werbung immer noch versucht, das Grundrauschen quantitativ zu durchdringen?

Quantitäten sind kein Argument, das den Konsumenten überzeugen kann. Ein bloßes Mehr an Werbung ist keine Lösung.

Werbung kann kein schlechtes Produkt retten - wie jeder weiß, der sich seine Erstkauf- und Wiederkaufs-Raten ansieht. Denn schließlich werden nicht nur bei der Tiefkühlfertigkost 85%(!) aller eingeführten (und mit Werbung unterstützten) Produkte im ersten Jahr wieder vom Markt genommen.

Werbung kann auch kein schlechtes Marketing ersetzen. Vor allem keinen ahnungslosen Marketer!

Und es wäre so einfach, auszubrechen: Wir brauchen nicht 'bessere Werbung', wir brauchen bessere Realitäten. Wir brauchen eine qualitative Durchdringung des Grundrauschens. Nicht nur der Werbung, sondern von Produkt und Marke in Ganzheitlichkeit.

Marketing ganzheitlich sehen

Bedenken Sie, wie Bionade, Fritz Cola und Co. angefangen haben. Lokal. Vor Ort. Beim Konsumenten. Ohne Werbung. Einen nach dem anderen vom qualitativ überlegenen Produkt überzeugend. Auf Mundpropaganda setzend. Auf hochwertige Distribution setzend. Premium-Preise bildend. Sich die Zeit nehmend, eine Marke organisch zu entwickeln, wachsen zu lassen.

Hören Sie auf, Werber zu sein. Werden Sie Marketer. Das steht schließlich auf Ihrer Visitenkarte.

Beginnen Sie, Marketing wieder ganzheitlich zu sehen. Gehen Sie zu den R&D-Leuten im Innovations-Elfenbeinturm und zerren Sie sie ans Licht der Erkenntnis, zeigen Sie ihnen die Welt von Morgen. Lassen Sie sich von ihnen Produkte - relevante Lösungen für die Probleme von Morgen - zeigen. Erobern Sie damit neue Märkte. Entdecken Sie neue Horizonte.

Entwickeln Sie Apps, Services, Nutzen, Dialoge und Konversationen, die idealerweise die klassische Kampagne überflüssig machen. Idealerweise! Denn natürlich geht dies nicht zu 100%.

Machen Sie Lösungen, Nutzen und Relevanz - eben nicht stereotype Werbe-Bilder, nicht austauschbare Klischees - zum Helden. Gewinnen Sie Ihre Konsumenten! Im wahrsten Sinne des Wortes.

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