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Werbesprech

Zurück in die Zukunft - so war das Werbejahr 2014

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Wenig Beachtung von sozialer Verantwortung

Die verrücktesten Werbeaktionen
U-Boot in MailandFür eine Versicherung, die ihre Kunden dafür sensibilisieren wollte, dass wirklich alles passieren kann, tauchte in Mailand ein U-Boot auf. Und zwar mitten in der Stadt. Es rammte einen Smart und riss den Asphalt auf. Die verwirrten Matrosen, die dem Boot entstiegen, wurden von Sanitätern abtransportiert. Quelle: Screenshot
Nacktshopping Quelle: dpa
Sexspielzeug für die Spielfreak-Frauen Quelle: dapd
Brötchen wie Brüste Quelle: Screenshot
Guerilla-MarketingSchon fast ein Klassiker sind die Guerilla-Marketingkampagnen von Nike, bei denen der Sportartikelhersteller übergroße Fußbälle so arrangierte, als seien sie in Gebäude oder Autos eingeschlagen. Auch gigantische Turnschuhe sollten auf die Produkte des Unternehmens aufmerksam machen. Quelle: Screenshot
Vorname gegen Gratis-Games Quelle: Screenshot
Die Kostenlos-Zeitung Quelle: dapd

Transparenz

Marketingweek dagegen greift mit dem Thema Transparenz und Warenherkunft einen durchaus interessanten Aspekt auf. Sie glauben, dass wir uns stärker für die Zusammensetzung und Herkunft der Waren interessieren werden, die wir kaufen - dass die Bedeutung von Ethik und sozialer Verantwortung steigen wird. Für Deutschland dürfte das kaum gelten. Hierzulande gilt, siehe oben, nur der günstigste Preis. Die Mehrheit unserer Verbraucher kümmert (leider) nicht, ob dazu Frauen und Kinder in den Herstellungsländern ausgebeutet werden. Selbst die NSA-Affäre lässt deutsche Internet-Nutzer weitgehend kalt. Von Ethik und sozialer Verantwortung in Deutschland: Keine Spur.

Native Advertising

Den Trend-Vogel schießt Axel Springer ab, in dem sie Native Advertising zu einem der Trends für 2014 erklären. Die Einbettung von Werbung als „natürliches Element“ in den redaktionellen Content heißt seit jeher Textteilanzeige und datiert vermutlich zurück ins 19. Jahrhundert. Aber schön, dass die Online-Werber sie nun auch für sich entdeckt haben.

(No) Big Data

In den zahlreichen Aufzählungen der bevorstehenden Trends vermisst man einen Begriff: Big Data. Es bezeichnet das Sammeln und Analysieren der Daten, die jeder von uns bei jedem Schritt im Internet und bei jedem Kauf hinterlässt. Gern reden die Marketing- und Werbeleute nicht darüber, dass sie Millionen investieren, um uns auszuspähen. Auch nicht darüber, dass sich immer mehr Verbraucher gegen dieses Stalken zur Wehr setzen. Den wahren Data-Trend hingegen entdeckt Trendwatching: „No Data“ bedeutet seinen Kunden einen brillanten Service zu liefern ohne dabei gleichzeitig Daten über sie einzusammeln - und dies zur Alleinstellung zu nutzen.

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Boykott

Und wenn die Werbung wieder einmal nervt, bleibt dem Verbraucher zumindest die Möglichkeit, Marken zu boykottieren. Nach einer britischen Studie geht inzwischen jeder vierte Brite Marken aus dem Weg, deren Reklame einfach nur stört: Allen voran offenbar Versicherungen und Vergleichsportalen mit endlosen Wiederholungen, nervigen Jingles und Charakteren. Das sollte deutschen Werbern zu denken geben.

Vorfreude auf 2015

Was wird nun von diesen Trends am Jahresende übriggeblieben sein? Nicht viel. Unsere Marketing- und Werbewelt wird sich in zwölf Monaten leider noch genauso anfühlen wie heute. Doch das ist kein Grund zu verzweifeln. Es ist eine wunderbare Gelegenheit, das eigene Kommunikations-Konzept zu überdenken. Das eigene Marketing endlich und wirklich an den Bedürfnissen und Wünschen seiner Kunden auszurichten. Und die eigene Werbung so zu gestalten, dass wir nicht vor ihr davonlaufen müssen. Ein paar, wenige Beispiele aus dem vergangenen Jahr gab es, an denen man sich orientieren könnte.

Dann hätte wenigstens das Jahr 2015 die Chance, ein besseres Werbejahr zu werden. Für die Verbraucher - ebenso wie für die Hersteller.

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