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Werner knallhart
Irgendwann wird die FFP2 in unsere Tasche gehören wie Schlüssel, Handy und Kreditkarte. Quelle: imago images

5 Alltagsprodukte, deren Image dank Corona gewonnen hat – und 5 Verlierer

Neue Routinen, neues Konsumverhalten: Corona hat auch unsere Vorlieben von Produkten und Dienstleistungen verändert. Einiges wird sicher bleiben. Hier eine subjektive Top Fünf.

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Werden Sie etwas aus der Corona-Zeit vermissen? Rufen Sie jetzt nicht zu schnell Nein. Was ist etwa mit dem guten Gefühl von Zusammenhalt – ausgelöst durch die Erkenntnis, dass wir alle im selben Boot sitzen? Was ist mit dem guten Gefühl, in Lockdown-Zeiten rund um die Uhr Netflix streamen zu können, und dabei noch einen Dienst an der Gesellschaft zu verrichten? Nach Corona steht Netflix wieder für Antriebslosigkeit.

Ich kenne PR-Leute und Journalistenkolleginnen, die befreit aufgeatmet hatten damals, als sie nicht mehr zu all den zeitraubenden After-Work-Treffen und Küsschen-Küsschen-Events antapern mussten. Wird das so entspannt bleiben? Das eine oder andere war bei allen Zumutungen und Entbehrungen auch eine Offenbarung. Auch in Sachen Konsum. Was von all den neuen Gewohnheiten werden wir beibehalten, weil sie sich bewährt haben?

Der Umgang mit der FFP2-Maske ist aus meiner Sicht gesetzt. Warum sollten wir uns künftig in engen U-Bahnen und an Supermarktkassen ohne Maske hinstellen und krankmachende Keime einatmen, wenn gerade Erkältungszeit ist? Lieber zwei Minuten Maske als eine Woche Halskratzen. Was noch? Hier mal eine Top 5. Mal sehen, was Sie davon halten.

Platz 5: Die Moulinex Fresh Express

Oder besser: die elektrische Gemüsereibe. Wie oft bin ich vor Corona Salat essen gegangen, weil ich keine Lust hatte auf die ganze Schnippelei und Reiberei. Aber Möhren, Kohlrabi, Nüsse, Gurken in Sekunden durchdrücken und fertig: Das ist Genuss schon vor der Mahlzeit. Am vergangenen Wochenende war ich zum ersten Mal seit Oktober mal wieder vor einem Restaurant etwas essen und dachte mir: endlich mal wieder was anderes. Aber leckerer als daheim war es nicht. In aller Bescheidenheit: sogar im Gegenteil. Da war ich gedanklich schnell bei der Kosten-Nutzen-Rechnung: Was hätte ich für die 15 Euro zuhause dafür reiben können?

Aus dem Freundes- und Kollegenkreis weiß ich: Viele von uns haben ihr Küchenequipment in den vergangenen Monaten deutlich verbessert (Eiscreme-Maschine, Induktionskochfeld, weg von den Kaffeekapseln hin zur Kaffeebohnenmühlen). Und ihre Kochkünste auch.

Und ich befürchte, Verlierer sind hier die Gastronomen: Wir werden künftig essen gehen für mehr Geselligkeit. Aber zu oft auswärts widerspräche dann ja der neuen Heimkochehre.

Laut einer Insa-Umfrage für die „Bild"-Zeitung sagen aktuell 12,9 Prozent, sie wollen künftig öfter ins Café gehen. 15,2 Prozent wollen weniger gehen. Ähnliches Bild bei Kneipen und Restaurants.

Platz 4: Die Deutsche Bahn

Ok, nicht alles lief und läuft gut. Da werfen Mitarbeiter Fahrgäste aus dem Bordrestaurant mit der Begründung, irgendwo müssen sich die Zugbegleiter ja wohl bitte schön auch noch ohne Maske aufhalten dürfen.

Und die Fahrkarten der 1. Klasse kosten auch in der Pandemie den vollen Preis. Auch ohne den sonst üblichen 1.-Klasse-Am-Platz-Servier-Service, der vernünftigerweise eingestellt wurde, um Abstand halten zu können. Und dann natürlich die Corona-Leugner ohne Maske, deren Fake-Atteste sich unterwegs nicht mal eben schnell von echten unterscheiden ließen, und die andere Fahrgäste in Angst und Ekel versetzt haben.

Aber: Während der Pandemie hat die Bahn ganz still und endlich (!) einige neue ICE auf die Schiene gesetzt und den Fahrplantakt erhöht (etwa zwischen Berlin und Hamburg), die neuen schicken Uniformen eingeführt und auch das Bezahlen mit Karte am Esstisch klappt dank mobiler Kassen jetzt ganz gut. Auch mit Kreditkarte (nicht nur EC wie früher). Die Bahn ist fast unbemerkt moderner geworden. Auf ihre Art.



Verlierer sind natürlich die Airlines, die längst das Klimakiller-Image mit sich rumtragen, und weil die Fliegerei als Pandemietreiberei gilt (ohne Flugzeug kämen südafrikanische, brasilianische und indische Varianten nicht zu uns). Wer heute einen Inlandsflug machen muss, gilt irgendwie ja schon als Opfer seiner prekären Jobumstände.

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