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Werner knallhart

Lufthansa: Was die Flugbegleiter täglich ertragen müssen

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Ausbaden, was andere verbockt haben

2. W-Lan funktioniert nicht ordentlich

Schon vor der Reise pries die Lufthansa per E-Mail ihr sagenhaftes W-Lan an Bord an. Ich war auf sagenhafte Gebühren gefasst, aber zu meiner Überraschung gab es gerade ein Angebot: Wer mit Paypal bezahlt, zahlt für 24 Stunden knapp 13 Euro. Ohne Kontingent-Begrenzung. Wunderbar, ich wollte an Bord ein bisschen arbeiten und chatten über den Wolken macht Spaß.

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Das Blöde: Eine Bezahlung per Paypal war nicht möglich. Der Telekom-Hotspot forderte uns ständig auf, ein neues Konto anzulegen. Ein Login ins bestehende Paypal-Konto war einfach nicht erlaubt. Zigfach haben wir es probiert: Bevor man auch nur den ersten Buchstaben in die Anmeldemaske eintippen wollte, wurde man plötzlich umgeleitet. Das Spezialangebot war also Schrott. Kein Verlass. Dazu passt das hilflose Schulterzucken des Stewards. Er stand doof da. Denn er fliegt für den Laden und kann doch den Fehler im System nicht korrigieren.

3. Das falsche Essen

Das ist nun wirklich Standard und das können selbst runtergekommene Gammel-Airlines. Bei der Buchung fragen: "Was wollen Sie an Bord essen?" und es dann auch an Bord servieren. Aber Lufthansa hat das überfordert. Das war mir bislang nur einmal passiert. Bei Emirates. Als das an Bord auffiel, füllten die peinlich berührten Stewards Formulare aus, um sicherzustellen, dass der Fehler wenigstens nicht auf dem Anschlussflug und dem Rückflug wiederholte. Mit Erfolg.

Und so lief es bei Lufthansa:

"Wir hatten das vegetarische Asia-Menü bestellt."

Die wirklich sehr freundliche und außerdem sehr hübsche Stewardess: "Oh. Davon weiß ich nichts. Haben Sie sich umgesetzt?" (erster Selbstschutz-Impuls: Hoffentlich ist wenigstens einmal der Kunde schuld.)

"Nein."

"Wo und wann haben Sie das denn bestellt?" (Nächste Chance: Das Reisebüro hat den Fehler gemacht.)

"Auf Ihrer Seite vor einer Woche."

"Tut mir leid, das hat uns an Bord nicht erreicht." (Lufthansa ist schuld.)

Von weitem hörte ich es danach immer wieder sehr freundlich: "Sorry,... no special meal, tut mir leid,... häufiger heute."

Es gab dann Nudeln mit Tomatensoße. Ein Kompromiss, für den an Bord einige Entschuldigungen fällig waren. Für die Kunden eine weitere kleine Lufthansa-Enttäuschung. Für das Kabinenpersonal eine Demütigung. Ausbaden, was andere verbockt haben.

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