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Werner knallhart

GDL macht Lokführer zu Deppen der Nation

Ist es Hass, ist es Geltungssucht oder ist es einfach nur dämlich? Die Gewerkschaft der Lokführer versaut den Deutschen das Wochenende und schafft das fast Unmögliche: Wir bekommen Mitleid mit der Deutschen Bahn.

GDL-Chef Claus Weselsky trägt sein Streben nach mehr Macht auf dem Rücken der Fahrgäste aus – und lässt seine Lokführer wie Deppen da stehen. Quelle: dpa

Normalerweise hört man bei Straßenumfragen im Morgenmagazin ja beide Seiten: "Der Streik ist blöd. Weil jetzt hänge ich hier fest." Aber eben auch: "Klar, die Streikenden müssen ja irgendwie ihre Ansprüche durchsetzen."

Jetzt allerdings hört man Sätze wie: "Wird Zeit, dass Züge automatisch ohne Lokführer fahren." Wobei: Schlägt womöglich heute schon kein Herz mehr da vorne in der Lokomotive? Kein Herz für uns Passagiere?

Natürlich sollen auch Lokführer ab und an mehr Geld bekommen. Und wie andere sollen auch Lokführer dafür und für bessere Arbeitszeiten streiken dürfen. Die Lokführer der Deutschen Bahn haben nur das Pech, dass sie ausgerechnet von GDL-Chef Claus Weselsky vertreten werden. Und dieser Mensch, naja, sagen wir mal so, kommt irgendwie nicht so cool rüber.

Die wichtigsten Rechte von Fahr- und Fluggästen
Fluggesellschaften dürfen für aufgegebenes Gepäck Zusatzgebühren verlangen. Das hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg am 18. September entschieden. Eine spanische Regelung, die solche Aufschläge zumindest für den ersten Koffer verbietet, sei nicht mit EU-Recht vereinbar, urteilten die Richter (Rechtssache C-487/12). Für Handgepäck oder am Flughafen gekaufte Waren dürfen indes keine Zusatzkosten anfallen, unterstrichen die Richter - vorausgesetzt, normale Maße werden nicht überschritten. Das Geschäftsmodell insbesondere von Billigflug-Anbietern bestehe darin, die Flüge selbst zu niedrigen Preisen anzubieten und für ergänzende Dienstleistungen zusätzliches Geld zu verlangen, so der EuGH. Dabei sei es „nicht auszuschließen, dass einige Fluggäste es vorziehen, ohne aufgegebenes Gepäck zu reisen, wenn dies den Preis ihres Flugtickets verringert.“ Allerdings müssten die Kosten bei der Buchung klar vorherzusehen sein. Ob dies der Fall ist, müssten bei Bedarf nationale Behörden prüfen. Quelle: dpa
Reiseveranstalter müssen in einer Reisebestätigung nicht die genaue Uhrzeit von Hin- und Rückflug angeben. Das entschied der Bundesgerichtshof (BGH) am Dienstag in Karlsruhe und wies damit eine Klage von Verbraucherschützern zurück (Az: X ZR 1/14). Der Bundesverband der Verbraucherzentralen und der Verbraucherverbände wollte erreichen, dass ein Reiseveranstalter den Abschluss ein Vertrages nicht ohne genaue Uhrzeiten der Flüge bestätigen darf. In den Vorinstanzen waren die Verbraucherschützer gescheitert; auch die BGH-Richter folgten dem nicht. Die Angabe „Genaue Flugzeiten noch nicht bekannt“ sei nicht zu beanstanden, urteilten sie. Wenn beim Abschluss des Vertrags lediglich das Datum vereinbart worden sei, müsse auch die Bestätigung keine genaueren Angaben enthalten. Quelle: dpa
Ein Flugzeug ist erst bei Öffnung einer Tür wirklich angekommen - und dieser Zeitpunkt ist maßgeblich für die Bestimmung von Flugverspätungen. Das hat der Europäische Gerichtshof am 4. September 2014 in Luxemburg klargestellt (Rechtssache C-452/13). Denn solange die Türen geschlossen sind, könnten Reisende nur eingeschränkt mit der Außenwelt kommunizieren. Dies ende erst, wenn Reisende den Flieger verlassen könnten. Hintergrund war ein Streit zwischen Germanwings und einem Passagier. Bei einer Verspätung von über drei Stunden steht Reisenden gemäß einem früheren Urteil des Europäischen Gerichtshofs eine Ausgleichszahlung von 250 Euro zu. Quelle: AP
Billig-Fluggesellschaften dürfen aller Voraussicht nach auch künftig eine gesonderte Gebühr für den Transport von Gepäckstücken verlangen. Der Generalanwalt des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) kommt in einem am Donnerstag in Luxemburg vorgelegten Gutachten zu dem Schluss, diese Art der Preis-Zusammensetzung dürfe in der EU nicht verboten werden. Die Unternehmen dürften selbst entscheiden, ob sie die Gepäckkosten gleich in den Grundpreis des Flugscheins einrechnen oder aber dafür eine Zusatzgebühr verlangen. Das höchste EU-Gericht folgt meist, aber nicht immer dem Gutachten seines Generalanwalts. Das Urteil des EuGH wird erst in einigen Monaten erwartet. Das Gericht muss zu einem Fall aus Spanien Stellung nehmen: Dort sind Zusatzkosten für Gepäck untersagt. Dagegen hatte sich die Billig-Fluggesellschaft Vueling gewendet, die von einer Kundin wegen 40 Euro verklagt worden war. Quelle: dpa
Annullierte Flüge, beschädigte Koffer: Flugreisende beschweren sich in Massen über Ärger mit den Airlines. Innerhalb von nur zehn Wochen sind bei der Schlichtungsstelle für den öffentlichen Nahverkehr (SöP) in Berlin knapp 700 Anträge auf Schlichtung eingegangen. Bei zwei Dritteln der Beschwerden sei es um Verspätungen oder gestrichene Verbindungen gegangen, sagte SöP-Geschäftsführer Heinz Klewe. Die Zahl der Anträge überrascht. Flugreisende können sich erst seit November an die Schiedsstelle wenden, sofern ihre Klagen bei den Fluglinien zuvor erfolglos blieben. Schätzungen gehen nun von jährlich 30.000 Anträgen auf Schlichtungen im Flugverkehr aus. Zum Vergleich: Im gesamten vergangenen Jahr hatten 3000 Bahnkunden die SöP um Hilfe gebeten. Quelle: dpa
Geld zurück bei VerspätungenOb Unwetter oder Streik: Bahnreisende haben auch bei höherer Gewalt Anspruch auf Entschädigung für Verspätungen. Das hat der Europäische Gerichtshof in Luxemburg am Donnerstag entschieden. Reisende haben laut EU-Gesetz bei Verspätungen von ein bis zwei Stunden ein Recht auf Erstattung von mindestens einem Viertel des Preises der Fahrkarte. Ab zwei Stunden muss das Bahnunternehmen mindestens die Hälfte des Preises erstatten. Diese Regelung steht im Einklang mit internationalem Recht, entschied das Gericht nun zu einem Fall aus Österreich. Quelle: dpa
Schäden durch VögelFluggäste müssen Verspätungen wegen Vogelschlags ohne Entschädigung hinnehmen. Wenn Vögel das Triebwerk ihrer Maschine beschädigen, haben die Passagiere kein Anrecht auf eine Ausgleichszahlung von etwa 600 Euro, entschied der Bundesgerichtshof (BGH) am Dienstag in Karlsruhe. Juristisch betrachtet gehöre Vogelschlag zu den „außergewöhnlichen Umständen“, die von den Fluggesellschaften nicht beeinflusst werden können. Deshalb seien sie auch nicht dafür verantwortlich zu machen. Der BGH schloss sich mit seinem Urteil den Vorinstanzen an. Verhandelt wurden zwei Fälle von Touristen, die im afrikanischen Gambia und in Fuerteventura festsaßen, weil Vögel in das Triebwerk der Flieger geraten waren. In Fuerteventura geschah dies beim Start, der daraufhin abgebrochen werden musste. Die Kläger wurden auf eine andere Fluggesellschaft gebucht und nach Hamburg statt nach Hannover geflogen. Sie erreichten ihr Zuhause mit einem Tag Verspätung. In Gambia wurde das Triebwerk des Flugzeuges beim Landeanflug von Vögeln so stark zerstört, dass ein Rückflug ausgeschlossen war. Es musste ein neues Flugzeug aus Europa angefordert werden, das erst nach mehreren Stunden eintraf. Diesen Fall wiesen die BGH-Richter nochmals ans Landgericht zurück, um Detailfragen zu klären. Den Hinweis der Kläger, dass solche Unfälle mit sogenannten Vergrämungsaktionen für Vögel mit Falken oder Böllern verhindert werden könnten, hielt der Vorsitzende BGH-Richter Peter Meier-Beck nicht für relevant. Solche Aktionen lägen nicht in der Verantwortung der Fluggesellschaften sondern der Airports. „Zudem können Vögel ja auch außerhalb des Geländes ins Triebwerk geraten.“ Auch die Forderung der Kläger, die Fluggesellschaften hätten für schnelleren Ersatz zu sorgen, hielt Meier-Beck nicht für umsetzbar. Die Fluggesellschaften könnten nicht an jedem Airport Ersatzflieger samt Mannschaft vorhalten. Dies sei nicht zu finanzieren. Quelle: dpa

In Fernsehinterviews wirkt Weselsky wie ein sächsischer Schulbub mit Schnurrbart, der sein allererstes Gedicht aufsagen muss. Aber intern gilt er manchem Kenner als cholerisch.

Weselsky sagt "was Behindertes", wenn er etwas Ungewolltes, etwas Schlechtes meint. Als Kopf einer Gewerkschaft sagt er: "Ich bin keiner, der ständig im Team arbeiten muss."

Größenwahn an der GDL-Spitze

"Der duldet keinen Widerspruch", sagen Weggefährten. Kritiker in seinen Reihen sägt er gnadenlos ab. Sein Vorgänger Manfred Schell sagt: "Der tut so, als würde er in den Heiligen Krieg ziehen."

All das wirkt ganz schön größenwahnsinnig. Und das bei einer solch popelig-kleinen Gewerkschaft wie der GDL. Die Bahn sagt, die GDL läuft Amok. Harte Worte. Aber es sind ja tatsächlich die komplexbeladenen Außenseiter, die sich nach Anerkennung sehnen, denen am Ende fast jedes Mittel recht ist, um im Mittelpunkt zu stehen. Es ist keine Kunst, für Chaos zu sorgen. Dafür reicht schon ein Drohanruf mit verstellter Stimme. Das kann jeder. Aber offenbar fühlt es sich für manche total geil an, für Chaos verantwortlich zu sein.

Die Lokführer jubeln Weselsky zu. Sie haben also kein Pech. Sie sind selber schuld. Sie übersehen: Dem Chef geht es nicht allein um das Wohl der Lokführer. Es geht ihm um das Wohl seiner nervigen Gewerkschaft. Im Machtkampf mit dem Rivalen, der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG.

Die Politik greift endlich ein

Nun stehen die Räder also still, weil Weselskys Arm es will. Aber stark ist sein Arm nur, weil wir ihn lassen. Aber wie lange noch? Denn weil sich die Spartengewerkschaften bei Lufthansa (Vereinigung Cockpit) und Bahn (GDL) in letzter Zeit so unangenehm aufspielen, arbeitet die Bundesregierung schon daran, ihnen ihre Großkotzigkeit auszutreiben. Damit einige selbstherrliche Wenige nicht mehr eine ganze Gesellschaft lahmlegen können. Zukünftig sollen die kleinen Kläffer an die Leine genommen werden. Mehrere Gewerkschaften, die sich streiten, so wie die GDL und EVG, sollen sich dann einigen müssen, bevor eine mit Arbeitskampf vorprescht, um sich zu profilieren.

Bald wird es also wohl keine Alleingänge mehr geben. Eigenbrötler wie Weselsky werden zum Teamwork gezwungen. Was tut also einer, der so gerne im Mittelpunkt steht? Er bäumt sich noch einmal auf und macht sich groß. Damit viele Lokführer schnell in seine Gewerkschaft kommen, bevor es losgeht mit dem lästigen miteinander Reden.

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