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Wiederaufbau Luxus-Unternehmer versprechen 300 Millionen Euro für Notre-Dame

In der weltberühmten Kathedrale Notre-Dame in Paris war am Montagabend ein Feuer ausgebrochen. Über dem Wahrzeichen waren Flammen und eine riesige Rauchsäule zu sehen. Ein kleiner Spitzturm in der Mitte des Daches stürzte ein. Quelle: dpa

Ein stundenlang wütendes Feuer verwüstet die Kathedrale Notre-Dame. Die Flammen sind nun vollständig gelöscht und schon wird der Wiederaufbau avisiert. Mit finanzieller Unterstützung französischer Milliardäre.

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Die französische Milliardärsfamilie Pinault hat 100 Millionen Euro für den Wiederaufbau der bei einem Feuer verwüsteten Pariser Kathedrale Notre-Dame versprochen. Das kündigte der Geschäftsmann François-Henri Pinault in einer Mitteilung an, aus der die Nachrichtenagentur AFP in der Nacht zum Dienstag zitierte. Er und sein Vater François Pinault hätten entschieden, dass die Familien-Holding Artemis den Betrag bereitstellen werde, um sich an der Anstrengung zum Wiederaufbau von Notre-Dame zu beteiligen.

François-Henri Pinault ist Chef des Luxuskonzerns Kering, zu dem Modemarken wie Gucci, Brioni und Saint Laurent gehören. Der superreiche Franzose ist außerdem als Kunstliebhaber und Mäzen bekannt. Von der Familie von Bernard Arnault, der die LVMH-Gruppe gehört, sollen sogar 200 Millionen Euro kommen. Die LVMH ist laut eigener Aussage der „Weltführer in hochwertigen Produkten“.

Nach dem schweren Brand in der Pariser Kathedrale von Notre-Dame will Frankreich das berühmte Wahrzeichen wieder instandsetzen. „Wir werden Notre-Dame wieder aufbauen“, sagte Staatschef Emmanuel Macron am späten Montagabend. „Denn das ist es, was die Franzosen erwarten“. Das Feuer kurz vor Ostern verwüstete den Sakralbau im Herzen der französischen Hauptstadt, der Dachstuhl stand lichterloh in Flammen. Am frühen Dienstagmorgen erklärte die Feuerwehr den Brand für „unter Kontrolle und teilweise gelöscht“, wie die französischen Medien berichteten. Mittlerweile soll das Feuer vollständig gelöscht sein, wie die Feuerwehr mitteitle. Die Pariser Staatsanwaltschaft ermittelt, bislang wird dabei die Spur eines Unfalls verfolgt. Das Feuer sorgte weltweit für Entsetzen.

Es war am Montagabend ausgebrochen, über Stunden schlugen Flammen in den Himmel. Der kleine Spitzturm in der Mitte des Dachs brach zusammen. Das genaue Ausmaß der Zerstörungen war in der Nacht noch nicht bekannt. Macron sagte aber, das Schlimmste sei verhindert worden, denn die Fassade und die beiden Haupttürme seien nicht zusammengestürzt.

„Man kann annehmen, dass die Struktur von Notre-Dame gerettet und in ihrer Gesamtheit bewahrt ist“, sagte Feuerwehrchef Jean-Claude Gallet. Zeitweise war die Feuerwehr nicht sicher gewesen, ob sie die Ausbreitung des Feuers aufhalten kann.

Notre-Dame ist eine der wichtigsten Pariser Touristenattraktionen und wird jährlich von Millionen Menschen besucht. Die Kathedrale steht im Herzen der Stadt auf der Seine-Insel Île de la Cité.

Die Geschichte der Kathedrale reicht bis in die Mitte des 12. Jahrhunderts zurück. Die Dimensionen der im gotischen Stil konstruierten und der Jungfrau Maria geweihten Kirche mit ihren beiden majestätischen Türmen sind gewaltig: Die Kathedrale ist 127 Meter lang, 40 Meter breit und bis zu 33 Meter hoch. Mit seinem 1831 erschienenen Roman „Der Glöckner von Notre-Dame“ verewigte Victor Hugo die Kathedrale in der Literatur.

Macron kündigte eine nationale Spendensammlung an, um den Wiederaufbau zu finanzieren. Die französische Kulturerbe-Stiftung Fondation du Patrimoine schaltete auf ihrer Internetseite bereits eine Spendenaktion frei: „Damit Notre-Dame aus der Asche wiedergeboren werden kann, starten wir einen internationalen Aufruf“, schrieb die Stiftung.

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