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Wirtschaftsprüfer fordert Schärfere Checks der Geschäftsmodelle

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Chancen für den Bachelor

Bachelor-Studenten Quelle: dpa/dpaweb

In der Wirtschaft gibt es Kritik am Bachelor-Abschluss. Welche Erfahrungen machen Sie mit dem neuen Kurzstudium?

Die Bachelor-Absolventen, die bei uns anfangen, sind mit 21 bis 23 Jahren wesentlich jünger als etwa Diplom-Kaufleute, die früher im Alter von etwa 26 Jahren in den Job starteten. Das ist zu begrüßen, denn deutsche Wirtschaftsprüfer haben oft erst mit 32 ihr Berufsexamen in der Tasche. In England etwa sind die öffentlich bestellten Prüfer wesentlich jünger.

Allerdings müssen wir unsere Bachelors gründlicher aus- und fortbilden. Sie stehen in den ersten Jahren ihrer Berufstätigkeit noch nicht in dem Maße für die direkte Mandantenbetreuung zur Verfügung wie ihre Kollegen mit Diplom- oder Master-Abschluss. Das steigert unseren Personalbedarf.

Wirtschaftsprüfern wird immer wieder vorgeworfen, der eigentliche Prüfauftrag sei wenig profitabel und nur Türöffner für die viel lukrativere Beratung.

Da widerspreche ich. In den Sparten Wirtschaftsprüfung, Steuer-, Rechts- und Unternehmensberatung erwirtschaften wir nahezu identische Margen. Das muss auch so sein, denn wenn es margenschwache Sparten gäbe, würden uns die Partner dort weglaufen. Wir wollen aber ein interdisziplinäres Unternehmen sein, sodass zum Beispiel die Prüfer eines Fahrzeugherstellers vom Branchenwissen unserer Automobilberater profitieren.

Die EU-Kommission sieht das wegen der Gefahr von Interessenkonflikten nicht gern. Wie stark würde Sie eine Trennung der Sparten treffen?

In Deutschland ist die Beratung von Prüfungskunden verboten, sofern der Prüfer etwas checkt, das er erstellt oder miterstellt hat. Darüber wachen die Prüfungsausschüsse der Aufsichtsräte, die jeden Beratungsauftrag des Abschlussprüfers genehmigen müssen. Diese Regelung verhindert Interessenkonflikte und könnte ein Vorbild für Europa sein.

Sind Ihnen solche bürokratischen Einzelfallentscheidungen lieber als eine saubere Trennung?

Ja, denn die Regelung hat sich gut eingespielt und ist im Sinne der Wirtschaft. Entdeckt ein Abschlussprüfer etwa beim IT-System eines Mandanten Sicherheitsmängel, dann kann er auch bei der Beseitigung des Fehlers helfen statt einer anderen Unternehmensberatung, die sich erst teuer einarbeiten müsste.

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