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Wirtschaftsprüfer fordert Schärfere Checks der Geschäftsmodelle

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PwC in der Kritik

Christian Wulff und seine Ex-Frau Christiane Quelle: dpa

PwC ist wegen eines 55 Milliarden Euro schweren Rechenfehlers bei der Abwicklungsbank der Hypo Real Estate, der FMS, als Prüfer in die Schlagzeilen geraten. Die Berufsaufsicht ermittelt gegen PwC. Wie erklären Sie das Debakel?

Wir halten uns mit Äußerungen zurück, solange die Wirtschaftsprüferkammer den Fall untersucht. Finanzminister Wolfgang Schäuble hat PwC dafür gelobt, bei der Aufklärung des Fehlers mitgewirkt zu haben. Wir sind nach wie vor der Auffassung, bei der FMS sorgfältig geprüft zu haben, und bleiben weiter deren Abschlussprüfer. Im Übrigen ist der Betrag weit niedriger als in den Medien berichtet.

Sie sind wegen der verdeckten Anstellung der ehemaligen Frau von Ex-Bundespräsident Wulff persönlich in die Kritik geraten. Hätten Sie so etwas bei einem Prüfungsmandanten durchgehen lassen?

Die Staatsanwaltschaft hat sich für unsere Kooperation bei der Aufklärung des Falls bedankt und mitgeteilt, dass kein Anfangsverdacht auf ein Scheinarbeitsverhältnis besteht und keine Ermittlungen aufgenommen werden. Mit der indirekten Beschäftigung wollten wir lediglich Publicity vermeiden. Das würden wir in dieser Form nicht wiederholen.

Der Wettbewerb unter den Wirtschaftsprüfern verschärft sich. Wo sehen Sie da noch Wachstumsmöglichkeiten?

Großer Abstand. Die fünf großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften

In Deutschland entwickelt sich die Sparte Steuer- und Rechtsberatung sehr gut. Viele unserer Mandanten haben durch ihre internationale Expansion stark wachsenden Bedarf an grenzüberschreitender Beratung. In der Abschlussprüfung kämpfen wir – wie die gesamte Branche – mit starkem Preisdruck.

Sie schließen sich mit den PwC-Kollegen in den Niederlanden zusammen. Was soll die Fusion bringen?

Nach dem Zusammenschluss können die Niederlande ihre Stärken auf dem deutschen und österreichischen Markt ausspielen und umgekehrt, ohne dass wir uns gegenseitig Umsätze wegnehmen. PwC Deutschland etwa ist führend bei der Prüfung von Finanz- und Energieunternehmen, die Holländer bereichern uns in bester Kaufmannstradition mit ihrer internationalen Vernetzung.

Fusionen dienen oft auch der Einsparung von Doppelfunktionen und der Rationalisierung. Bauen Sie Personal ab?

Nein, das ist nicht geplant. Im Gegenteil. Wir werden bis zum Ende unseres laufenden Geschäftsjahrs im Juni, über zwölf Monate verteilt, 1500 neue Leute eingestellt haben – vor allem Hochschulabsolventen. Mindestens so viele Mitarbeiter wollen wir auch im kommenden Geschäftsjahr gewinnen. Unsere Belegschaft wächst pro Jahr um 200 bis 300.

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