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YouGov BrandIndex

Verbraucher strafen Tankstellenketten ab

Die hohen Kraftstoffpreise erzürnen derzeit die Deutschen. Ein Sündenbock ist schnell gefunden: Die Mineralölkonzerne. Wie sehr die Imagewerte der großen Tankstellenketten leiden, zeigt eine aktuelle Untersuchung.

Ein Pächter einer ESSO-Tankstelle steht neben leeren Zapfsäulen, Quelle: dpa/dpaweb

Immer neue Rekordstände erreichen die Kraftstoffpreise in diesen Tagen. Das Problem hoher Preise für Benzin und Diesel ist zwar nicht neu, doch langsam scheint die Schmerzgrenze nicht mehr weit entfernt. Immer häufiger stellen Politiker die großen Mineralölkonzerne an den Pranger – wohlwissend, dass jeder zusätzliche Euro Kraftstoffumsatz auch ein Segen für die Staatskasse ist. Bei den Verbrauchern jedenfalls fallen die Tankstellenketten in Ungnade.

Wie eine aktuelle Markenanalyse auf Basis des Markenmonitors YouGov BrandIndex zeigt, sind die Imagewerte der großen Tankstellenmarken in den vergangenen Wochen deutlich eingebrochen. So erreichte etwa Marktführer Aral im März nur noch -8 BrandIndex-Punkte und damit 24 Punkte weniger als noch im Januar. Ebenfalls große Verluste mussten die großen Wettbewerber Shell und Esso hinnehmen – diese sind zudem noch schwächer positioniert. Als einzige Tankstellenmarke konnte im März die auf das Thema Preis fokussierte Kette Jet noch positive Imagewerte erzielen.

Katastrophen zerstören das Image nachhaltig

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Besonders hart trifft es Total: Die Imagewerte der aus Frankreich stammenden Kette sind förmlich eingebrochen. Mit aktuell -45 BrandIndex-Punkten erreicht die Marke auch branchenübergreifend ein ausgesprochen schlechtes Image. Zusätzlich zur Preisdebatte dürfte hier allerdings noch ein anderes Thema eine Rolle gespielt haben: Auf einer Gasplattform in der Nordsee hat Total gerade mit einem Leck zu kämpfen. Unmittelbar nach Bekanntwerden des Gaslecks, zeigten sich deutliche Imageverluste, die über die durchschnittlichen Verluste der anderen Marken hinausgehen. Das Beispiel BP („Deepwater Horizon“) zeigte vor kurzem, wie sehr eine solche Umweltkatastrophe eine Marke belasten kann. Das Image von BP hat sich bis heute nicht erholt.
Auch wenn die Verbraucher und insbesondere die Berufspendler in der Regel nur wenige Möglichkeiten zum Boykott an der Zapfsäule haben, so könnte die Enttäuschung der Verbraucher die Konzerne – aber auch die Tankstellenpächter – hart treffen. Denn zumindest die Umsätze im wichtigen Shop-Geschäft könnten deutlich unter der aktuellen Entwicklung leiden. Profitieren dürften hingegen freie Tankstellen und kleinere Ketten wie HEM und Star.

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